Bakteriose, Schorf, Kirschessigfliegen und Schildläuse im schweizer Anbaugebiet

Schwieriges Jahr für Walliser Baumkulturen

Die Baumkulturen im schweizer Anbaugebiet Wallis mussten 2019 gegen Krankheiten und Schädlinge ankämpfen. Zu schaffen machten neben dem Feuerbrand auch Bakteriose, Schorf, Kirschessigfliegen und Schildläuse. Dies berichtet Radio Rottu Oberwallis (RRO).

Im letzten Jahr gestaltete sich der Pflanzenschutz in den Wallliser Baumkulturen vor allem wegen den besonderen Wetterbedingungen schwierig, wie die am Montag publizierte Bilanz 2019 aufzeigt. Ein kalter und feuchter Frühling sowie punktueller Starkregen im Sommer und Herbst förderten die Entstehung von Krankheiten und das Auftreten von Schädlingen in den Kulturen. So hat der Feuerbrand 32 Hektaren Obstkulturen befallen und führte zur Auszahlung von Entschädigungen in Höhe von 740'000 Franken. Gemäss Mitteilung des Kantons wurde für das Wallis der Bundesstatus eines Feuerbrandsschutzgebiets für 2020 verlängert. Dies bedeutet, dass die Kontrollen verstärkt werden, um eine sanierte Situation ohne Schäden wiederherzustellen. Die Produzenten erhalten Empfehlungen zu Anbaupraktiken, die präventiv umgesetzt werden müssen.

Frühlingshafte Bedingungen führten in gewissen Steinobstkulturen wegen Flecken auf dem Obst zum Verlust fast der ganzen Ernte. Diese werden von Bakterien wie Xanthomonas oder Pseudomonas verursacht. Da Xanthomonas eine Quarantänekrankheit ist, verlangt das Amt für Obstbau vom betroffenen Produzenten, die befallenen Bäume zu eliminieren. 

Die starken Regenfälle im Sommer und Herbst führten zu einem verspäteten Befall mit Schorf, einem Pilz, der sich hauptsächlich auf Äpfeln ausbreitet und sich durch kleine schwarze Flecken bemerkbar macht. Die Bio-Obstbauern sowie all jene, die eine drastische Reduktion der synthetischen Wirkstoffe anpeilen, mussten grosse Mengen Obst für die Industrie deklassieren.

Die Kontrolle der Kirschessigfliegenpopulationen zeigte eine starke Zunahme der Individuen unter frischen und feuchten Sommerbedingungen. Ihr Befall der Aprikosenbäume war derart stark und explosiv, dass die Produzenten oftmals die Obstlese vollständig einstellen mussten. Die Entwicklung der Populationen kann stark eingedämmt werden, wenn die Parzellen von kaputten, überreifen oder befallenen Früchten gesäubert werden. Die Forschung wird ihre Arbeit im Bereich der biologischen Bekämpfung und Verwirrmethoden intensivieren.

2018 verursachte die Schmierlaus aus Asien bei gewissen Obstbauern grosse Ertragseinbussen, da sie einen Grossteil ihrer Äpfel, Birnen oder Aprikosen deklassieren mussten. Schutzstrategien von Experten zeigten 2019 zwar Erfolge, doch die biologische Bekämpfung mit der Einführung von zwei Hilfsstoffen funktionierte nicht und führte in biologischen Anbauparzellen zu enormen Verlusten. Das Bundesamt für Landwirtschaft entschied sich deshalb, ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt von Agroscope und CABI über drei Jahre mitzufinanzieren.

Der Kanton erinnert daran, dass die neue eidgenössische Pflanzengesundheitsverordnung 2020 in Kraft tritt. Sie wird vom Kanton mehr Überwachung verlangen, um das erste Auftreten von Schädlingen in den angrenzenden Ländern aufzuspüren, noch bevor sie in der Schweiz sind, wie beispielsweise den asiatischen Moschusbockkäfer oder das Feuerbakterium.

Quelle: RRO.ch


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