Fritz Boss zur Expansion der Scherzer & Boss Fruchtgemüse GmbH:

"Nur, wenn wir mit dem Handel mitwachsen, können wir den Preis mitgestalten"

Das Knoblauchsland auf Expansionskurs: Die Scherzer & Boss Fruchtgemüse GmbH befindet sich schon tief in der zweiten und letzten Bauphase des neusten Expansionsprojektes, mit dem die bestehende Gewächshausfläche von neun Hektar in Feulersdorf auf 15 Hektar aufgestockt wird. Im Dezember soll bereits das erste Fruchtgemüse in der neuen High-Tech-Anlage gepflanzt werden. Fritz Boss stand FreshPlaza Rede und Antwort zum Projekt.


Fritz Boss

Zentralisierung
Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel wird immer zentralisierter, was es kleineren Erzeugern erschwert, ihre Position am Markt langfristig zu halten. "In Deutschland werden 80% vom Obst und Gemüse im Lebensmitteleinzelhandel verkauft, der leider nur noch aus 7 Supermarktketten besteht, welche immer größer werden. Wenn wir nicht 'mitwachsen', sind wir nicht interessant und können somit auch keinen Preis mitgestalten", erklärt Fritz Boss die Expansion in Kooperation mit seinem Cousin, Stefan Scherzer. Neben der Marktmacht des Handels hatten einige der Knoblauchsländer-Kollegen sich bereits auch über die Probleme mit ausländischen Investoren geäußert (FreshPlaza berichtete).

Es gibt viele Herausforderungen für den modernen Gemüsebau: "Allgemein gesprochen wollen wir Gemüseprodukte ohne messbaren Rückstand produzieren. Die Herausforderung an die Energieanlage ist es dabei, die Energie möglichst effizient einzusetzen. Dafür nutzen wir die modernste Technik." Die Nachhaltigkeit ist ein großes Thema im deutschen Handel, war dies ein tragender Punkt im Expansionsplan von Scherzer & Boss? "Wir produzieren Lebensmittel, an denen man sich nicht 'krankessen' kann, egal wie viel man davon verzehrt. Von einem deutschen Unternehmen, für Menschen, die hier in Deutschland leben. Für mich persönlich, steht die Nachhaltigkeit im Vergleich dazu an zweiter Stelle."



Fotos vom Bau der ersten Phase. Fotos vom Gewächshausbauer Gakon, der das Projekt realisiert hat

120 Mitarbeiter 
Neben den 10 Hektar konventionellem, und 5 Hektar beleuchteten Flächen, wurden im Zuge der Expansion auch Unterkünfte für 120 Mitarbeiter des Betriebes (2-Personen-Apartments) geschaffen. "Zudem gibt es eine Aufbereitungshalle von 2.800m², 600m² Maschinenhalle, 2.100m² Wassertechnik, 1.200m² Heizungshalle, 300m² Grünguthalle und mehrere Hektar Ausgleichsflächen. Die Beheizung des Gewächshauses findet über die Abwärme der Gasmotoren der Belichtung statt, ansonsten mit einem Gaskessel, diese erzeugen Elektrizität, Hitze und CO2 – alle diese Erzeugnisse werden dann zur Kultivierung verwendet."

"Die Abdeckung der Anlage besteht aus ESG-Sicherheitsglas mit 'Haze 50%'." Wie in der ersten Phase wird auch diese Erweiterung mit dem Klimasteuerungssystem Air & Energy von Ammerlaan ausgestattet, in dem Wärmetauscher zur Entfeuchtung des Gewächshauses eingesetzt werden, so dass bei geschlossenen Fenstern gezüchtet werden kann. Somit wird Energie gespart und ein stabileres Klima realisiert. Auch die Sammlung von Wasser ist durchdacht: "Alle Dachflächen, sowohl der Treibhäuser, als auch der Hallen, haben dichte Regenwasserrohre bis unter die Traufe. Die zwei Regenwasserbecken (20.000 m3 + 60.000 m3) sind 1,5 m tiefer, somit wird das Wasser über natürliche Hydraulik ins Wasserrückhaltebecken 'gedrückt'", so Boss abschließend.


Dem Klimasteuerungssystem Air & Energy von Ammerlaan


Dem Klimasteuerungssystem Air & Energy von Ammerlaan

Die nächste Generation 
Dank der Erweiterung wird das Unternehmen in der Lage sein, die wöchentliche Produktion verschiedener Sorten Tomaten, Gurken, Paprika und Peperoni auf 150 Tonnen zu steigern, die an den Lebensmitteleinzelhandel im gesamten süddeutschen Raum geliefert werden. Für die Zukunft erhofft er sich, die wachsende Firma mit gutem Gefühl an die nächste Generation der Betriebsinhaber heranzuführen und letztendlich zu übergeben.

Weitere Informationen:
Scherzer Gemüse GmbH
Kriegerlindenstr. 3, 90427 Nürnberg
Tel.: 0911-310 466 0
Fax: 0911-310 466 90
 
 
Fritz Boss Gemüsebau GmbH
Irrhainstr. 5, D - 90427 Nürnberg
Tel.: +49 (0)911 / 34 30 85
Fax: +49 (0)911 / 34 30 83
 

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