Trends und Konkurrenz aus Fernost

Deutscher Zitrusmarkt kurz vor der Umstellung auf europäische Ware

Der Zitronen-Markt stabilisiert sich: "Übersee-Zitronen gibt es derzeit noch aus Südafrika, Uruguay und Argentinien, in zwei bis drei Wochen steigen wir in Deutschland jedoch wieder auf Ware aus Spanien, und in kleineren Anteilen auch aus der Türkei um", weiß ein Importeur aus Norddeutschland. Die Nachfrage steige seit kurzem wieder an, nach einem langsamen Sommer. "Es war lange spanische Ware verfügbar und so begann die Überseesaison spät. Das kältere Wetter der letzten Tage und das Ende der Ferien hat eine stärkere Nachfrage nach Zitronen, beziehungsweise Zitrusfrüchten im Allgemeinen zur Folge."

Keine Vorlieben bei Orangen
Orangen stammen derzeit ebenfalls vorwiegend aus Südafrika, in kleineren Mengen aber auch aus Simbabwe und Uruguay, weiß der Händler. Vorlieben unter den Varietäten erkenne er beim deutschen Konsumenten nicht.

Späte Easy-Peeler immer beliebter
Bei den Easy-Peelers lassen sich einige klare Trends erkennen: "Easy-Peeler sind im Allgemeinen im Kommen. Innerhalb dieses Segments werden die späteren Sorten immer beliebter, da sie besser schmecken. Gerade Nadorcott und Orri verzeichnen einen starken Zuwachs und sind inzwischen sogar in den Sommermonaten im Handel beliebt, sowohl aus Übersee, als auch aus Europa." Das habe zur Folge, dass die Saisons zum Ende hin verlängert werden und frühe Sorten an Bedeutung verlieren.

Grapefruit: Erwartete Knappheit blieb aus
Die Grapefruitsaison verläuft für Ware aus Südafrika weiterhin normal, obwohl man, aufgrund geringerer Erntemengen mit einer Knappheit gerechnet hatte. "Es hieß, dass wir gegen Ende der Saison, also von Anfang September bis Mitte Oktober, mit knappen Mengen planen müssen. Das hat sich bisher aber nicht bewahrheitet. Die Ware ist ausreichend und die Preise sind stabil." Seit gut zwei Wochen ist Mexiko als Konkurrent für Südafrika auf dem deutschen Markt vertreten. Mitte Oktober beginnt auch für die Grapefruits die spanische Saison.

Pomelos verfügbar, jedoch noch nicht ausreichend reif
Die ersten Pomelos aus China sind bereits erhältlich, allerdings zweifelt der Experte an ihrer Qualität: "Die Früchte wurden sehr früh geerntet, was sich negativ auf Geschmack und Saftgehalt auswirkt. Pomelos sind von Natur aus nicht besonders saftig, aber beim jetzigen Reifegrad hat es mehr Nachteile als Vorteile sie im Sortiment zu führen."

Neue Märkte: Konkurrenz für den deutschen Markt
Der Zitrusspezialist sieht in der Zukunft einen großen Druck auf dem Markt, ausgeübt durch neu eröffnete Märkte, vor allem in Fernost: "In den letzten Jahren erschließen die Hauptlieferländer von Zitrusfrüchten immer mehr neue Märkte für ihre Produkte. Malaysia und Singapur sind Beispiele für neue Abnehmer südafrikanischer Waren. Die Kaufkraft dort wächst auch weiter." Insofern müsse Deutschland immer mehr konkurrieren als Empfängerland, was sich ebenfalls im Preis wiederspiegelt.

Der Preis und die hohen Anforderungen des deutschen Handels seien eine unvorteilhafte Kombination, ein Umschwung sei jedoch nicht zu erwarten, so der Experte: "Wir haben hohe Anforderungen an Rückstandswerte, Zertifizierungen und Sozialstandards, viel höher als in vielen anderen Ländern. Der Konsument möchte jedoch möglichst wenig für Lebensmittel ausgeben und so erhalten die Lieferanten in fast allen anderen Ländern bessere Preise." Das bedeute, dass oftmals die bereits schwächere Ware nach Deutschland gesendet werde. Trotzdem stehe der Preis weiter im Fokus, so der Händler abschließend.


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