Vera Pollmanns, Leiterin des Teams für Regionalität

REWE Region Süd: "Wir sind der erste Ansprechpartner für regionale Betriebe"

Die Rewe ist in Deutschland in sechs Regionen aufgeteilt: Nord, Ost, Süd, West, Mitte und Südwest – jede Region hat ein Regionalitätsteam welches sich um die Belange regionaler Erzeuger und Lieferanten kümmert. Jeder Rewe-Markt verfügt über regional erzeugtes Obst und Gemüse, und hat Waren der Eigenmarke "REWE Regional" im Sortiment – so soll dem Verbraucher die Herkunft der Waren näher gebracht werden. FreshPlaza sprach mit Vera Pollmanns, der Leiterin des Teams für Regionalität in der Region Süd.

"Seit gut 10 Jahren ist die Regionalität in Deutschland ein
Trend – und somit auch bei Rewe ein wichtiges Thema. Die Sparte ist immer weiter gewachsen und so auch unser Team. Unsere Hauptaufgabe ist die Koordination aller kleineren Lieferanten, den Streckenlieferanten, die nicht an unsere Zentrallager, sondern direkt an eine gewisse Anzahl von einzelnen Filialen liefern. Wir sind der erste Ansprechpartner für diese Betriebe und begleiten und beraten sie bei der Listung und im Nachhinein. Außerdem beraten wir die Märkte bei der Umsetzung von Regionalität." Diese Koordination findet auch oft in Absprache mit
dem Bayerischen Bauernverband
und den Ministerien statt.

Rechts im Bild: Vera Pollmanns 

Traditionsbewusstsein und Heimatverbundenheit
Pollmanns bemerkt, dass die Landwirtschaft in Bayern noch sehr kleinstrukturiert und stark ausgeprägt ist: "Das heißt, es gibt viele kleine Betriebe, die sich oftmals allein mit der Direktvermarktung beschäftigen und nun den ersten Schritt in Richtung Einzelhandel wagen. Zudem ist Bayern als Herkunftsort sehr wirksam in der Vermarktung; man verbindet damit Urlaub, Landwirtschaft, Berge und Tradition. Außerdem gibt es in Bayern viele etablierte staatliche Qualitätssicherungs- und Herkunftssiegel. Allen voran das Siegel 'Geprüfte Qualität Bayern', welches durch den Freistaat stark unterstützt wird und einen sehr hohen Bekanntheitswert besitzt. Dieses Siegel pusht das Angebot von regionalen Produkten. Gekoppelt mit dem starken Identitätsgedanken, dem Traditionsbewusstsein und der Heimatverbundenheit macht das Bayern zu einer Besonderheit in Deutschland." Das ermögliche eine wesentlich intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema Regionalität im Vergleich zu anderen Teilen Deutschlands, so die Expertin.

Im Handel erkennt sie eine Zweiteilung der Entwicklung: Während Erzeuger von Getreide sich immer öfter auf Urkörner, wie Emmer, und Superfoods, wie Quinoa, spezialisieren, gibt es beim Gemüsebau immer mehr Exoten. "Klassiker, wie Zwiebeln und Kartoffeln, bilden nach wie vor die starke Basis, jedoch sieht man immer öfter auch Süßkartoffeln und erste Versuche mit Wassermelonen aus bayerischem Anbau." Diesen Innovationsdrang sehe man vorwiegend bei Generationswechseln in den Betrieben: "Die Nachfolger machen sich oft intensiv Gedanken darüber, inwiefern man den Anbau verändern kann und welche neuen Sorten von Interesse seien können." Junge Landwirte wollen investieren und möchten ihre Betriebe zukunftstauglich weiterentwickeln. Auch in Bayern sei man mit dem Höfesterben konfrontiert, jedoch sei die Landwirtschaft an sich noch besser integriert und präsenter als anderorts, so die Einschätzung der Expertin.

Das Marketing für Obst und Gemüse findet oftmals noch klassisch über Prospekte und Handzettel statt: "Dort wird regionales Obst und Gemüse speziell unter unserer Eigenmarke 'REWE Regional' hervorgehoben. Auf dem Etikett selbst wird auch immer noch mal auf die Regionalität des Produktes verwiesen, sodass die Verbraucher die Ware im Markt leicht erkennen können." Derzeit läuft bei Rewe eine zusätzliche Kampagne, bei der die Märkte mit zusätzlichen Sonderaufstellern und Sonderaufbauten das Thema noch mal besonders herausstellen können.


Bayerisch Popcorn: Familie Jodlbauer baut seit 2016 im landwirtschaftlichen Familienbetrieb in Rottal gentechnikfreien Popcornmais an. Mit ihrem Popcorn beliefern sie 17 REWE Märkte in ihrer Umgebung 

"In Deutschland ist die Diskussion sehr groß, was genau Regionalität bedeutet und wie diese bemessen werden soll. Es gibt natürlich Produkte, die sehr speziell nur in einer Region verfügbar sind. Kartoffeln, beispielsweise, wachsen fast überall in Deutschland und so fassen wir den Rahmen wesentlich enger." Man orientiere sich seitens Rewe generell an den Vorstellungen der Verbraucher. Nur Ware aus dem herstellenden Bundesland werde unter dem Label "REWE Regional" vermarktet. Lokal ist oft noch sehr viel kleiner definiert und meint damit Erzeugnisse aus der unmittelbaren Umgebung des Marktes. "Generell bestimmen unsere lokalen Lieferanten, wie weit sie liefern möchten."

Gärtnermeister Christian Burgis baut Frischgemüse an. Damit führt er das seit Generationen bestehende Familienunternehmen fort. Die Familie Burgis beliefert 16 REWE Märkte mit verschiedenem Gemüse, zum Beispiel Salaten, Radieschen, Kartoffeln, Brokkoli und der Kartoffelsorte Bamberger Hörnchen.

Ist Regionalität das neue Bio?
Der biologische Anbau und Regionalität seien zwei der wichtigsten Trends im Handel, jedoch bisher noch klar trennbar. "Für uns gehören diese beiden Aspekte nicht zwingend zusammen – es gibt genauso konventionelle Kleinbetriebe, wie es Bio-Betriebe gibt. Beides wird in Bayern stark gefördert. Unser Ziel bei Rewe ist unterm Strich der nachhaltige Anbau und beide Trends sind dafür ausschlaggebend." Beim Verbraucher habe man inzwischen den Eindruck, dass Regionalität zum Teil das neue Bio sei: "Es gibt mit dem bayerischen Bio-Siegel eine erfolgreiche Strategie, um Bio und Regionalität in einem Siegel zu vereinbaren und für den Verbraucher erkennbar zu machen."

Für weitere Informationen:
Ursula Egger, Pressesprecherin Region Süd
REWE Markt GmbH
Dieselstraße 21-27
D-85386 Eching
Telefon: +49 8165 78-218
E-Mail: ursula.egger@rewe-group.com 
Web: www.rewe-group.com  


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