"Hoffnung auf warme Nächte Ende Juli und im August stirbt zuletzt."

Bayerische Gurkenernte um 2 Wochen verzögert

Die Ernte im größten Gurkenanbaugebiet Europas in Niederbayern ist in vollem Gange. Die Saison sei mit zwei Wochen Verzögerung gestartet, sagt Josef Hofmeister, Geschäftsführer der Erzeugerorganisation Geo Bayern in Aholming (Kreis Deggendorf), der lokalen Zeitung Idowa. Schuld seien der kalte Mai sowie die kühlen Nächte in diesem Sommer. Der Ertrag werde weit geringer ausfallen als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Bis dato gibt es 40 Prozent weniger Einlegegurken als im Vorjahr zur gleichen Zeit, bestätigt Michaela Schaumberger vom Bayerischen Bauernverband (BBV) in München. Jedoch: "Die Hoffnung auf warme Nächte Ende Juli und im August stirbt zuletzt."

Temperaturschwankung sei fatal
Laut Schaumberger ist die Kombination aus heißen Tagen und kalten Nächten fatal für das Gemüse. Dann wachse nur das Kraut, nicht aber die Gurke. "Am besten wären warme Tage, warme Nächte und Wasser." Wasser erhalte die Einlegegurke über die in den Feldern eingelegten Bewässerungsschläuche, erklärt sie. Im Moment haben Schaumberger zufolge die Landwirte damit zu kämpfen, dass die Nachttemperaturen unter 10 Grad sind. "Optimal wären 15 Grad."
Wie hoch die Einbußen insgesamt sind, könne man derzeit noch nicht beziffern, so die BBV-Fachfrau. Dem stimmt Josef Hofmeister zu. Er prognostiziert, dass die Verluste zu Beginn der Saison nicht mehr aufzuholen seien. "Im September wachsen die Gurken nicht mehr so wie im Sommer. Und beim ersten Nachtfrost ist Schluss mit der Ernte", erklärt er.

Er rechnet damit, dass die Konservenhersteller ihre Verträge mit dem Handel nicht vollständig erfüllen können. Die europäische Nachfrage nach dem Gemüse sei sicher höher als in den vergangenen Jahren. Zu den größten Abnehmern zählt die Fast Food-Kette McDonald's, die ihre Gurken für die Burger aus Niederbayern bezieht.

Mangel an Erntehelfern
Ein zunehmendes Problem für die Gurkenbauern ist es Hofmeister zufolge, genügend Erntehelfer zu bekommen. In den osteuropäischen Ländern entwickelten sich inzwischen prosperierende Volkswirtschaften. "Die Menschen finden zu Hause Arbeit und kommen nicht mehr für zwei bis drei Monate her", so der Geschäftsführer.
 
Quelle: Idowa / dpa

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