Plastikverpackungen:

Unverpackte Ware meist teurer

Obst und Gemüse werden im Lebensmittelhandel noch immer zu fast zwei Dritteln in Plastikverpackungen verkauft. Dabei verkaufen Discounter deutlich mehr Obst und Gemüse in Plastikverpackungen als Supermärkte. Bei Penny und Aldi ist die durchschnittliche Plastikquote mit 81 Prozent und 74 Prozent besonders hoch, bei Edeka mit 48 Prozent deutlich geringer. Dies berichtet Markenartikel Magazin.

Das ergibt ein Laut einem aktuellen Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) in insgesamt 42 Filialen der wichtigsten acht Lebensmittelhändler. Die Verbraucherschützer überprüften in einer nicht-repräsentativen Stichprobe das Sortiment an Tomaten, Möhren, Paprika, Gurken und Äpfeln und nahmen in Summe 1.394 Angebote in Augenschein.

Unverpackte Waren oft teurer als Angebote in Plastikverpackungen
Unverpacktes Obst und Gemüse ist demnach häufig teurer. Bei deutlich mehr als der Hälfte von 162 vorgenommenen Preisvergleichen war die unverpackte Variante kostspieliger. Im Mittel war bei 57 Prozent der durchgeführten Preisvergleiche zwischen verpackten und unverpackten Ernteprodukten die Plastik-Variante günstiger, nur in 35 Prozent der Fälle teurer. Besonders aufgefallen sind Möhren und Äpfel: 96 Prozent der Möhren und 76 Prozent der Äpfel kosteten unverpackt mehr als das jeweilige Pendant mit Plastikhülle. Nur Rispentomaten waren unverpackt überwiegend (88 Prozent) günstiger.

In 31 der insgesamt 42 besuchten Discounter und Supermärkte zahlen Verbraucher für einen umweltfreundlichen Einkauf mehr Geld. Bei 162 vorgenommenen Preisvergleichen der Stichprobe müssten Konsumenten, die auf Plastik verzichten wollten, 273,64 statt 233,92 Euro zahlen.
 
Plastikflut bei Tomaten, Lichtblicke bei Gurken
Die Plastikbilanz von Tomaten war besonders schlecht. Insgesamt 360 Fälle von verpackten Tomaten standen nur 103 unverpackte Angebote gegenüber, was einer durchschnittlichen Plastikquote von 78 Prozent entspricht. In einem Kaufland-Markt waren 14 von 16 verschiedenen Tomatensorten in Plastik verpackt und damit 88 Prozent. Bei jeweils einer Lidl- und Penny-Filiale fiel die Quote mit neun verpackten und einer unverpackten Sorte (90 Prozent) sogar noch höher aus.
 
Paprika und Möhren waren bei einigen Discountern ausschließlich in Plastikverpackungen erhältlich. Discounter Penny beispielsweise verkaufte Paprika in keiner einzigen seiner insgesamt sechs überprüften Filialen ohne Plastikhülle. In den jeweils fünf besuchten Märkten von Lidl und Netto wiederum waren keine Möhren ohne Plastikschale oder -beutel zu finden.
 
Gurken schnitten mit einer Plastikquote von 43 Prozent am besten ab. Normale Schlangengurken werden praktisch nur noch ohne Plastikhülle verkauft, kleinere Snackgurken hingegen stecken oft in Plastikcontainern.

Quelle: Markenartikel Magazin / Verbraucherzentrale Hamburg


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