Italien: Flut, Hagel und schlechtes Wetter fügen Obst und Gemüse Schaden zu

Nach dem starken Hagelsturm vom Sonntag (12. Mai) in den italienischen Regionen Basilicata und Apulien, wurden die Anbauregionen erneut von Wassermassen und Hagel getroffen. Die Situation ist besorgniserregend für Steinobst, Wassermelonen und Tafeltrauben. Gestern gab es ein nasses Erwachen in den Provinzen Forlì-Cesena und Ravenna (Emilia Romagna). Die reichlichen Regenfällen haben alle Flusspegel ansteigen lassen und gebietsweise kam es zu Überflutungen. Die Region um Cesena ist am schwersten getroffen, dort sind Plantagen überflutet und Straßen und Brücken gesperrt.

"Wir verzeichnen enorme Schäden an Pfirsichen, Aprikosen, Nektarinen und einigen Goji-Pflanzen, die betroffenen Felder werden innerhalb von wenigen Tagen verfaulen. Wir waren gerade fertig mit dem Ausdünnen der Aprikosen und wollten nun abwarten bis sie vollständig gereift sind um sie zu ernten", so Anna Camarda, eine Erzeugerin aus der Basilicata, die ihre Pflanzen in Metaponto anbaut. "Die Sorten Vitillo und Thirintos (frühe Aprikosen) sind betroffen, bei den Pfirsichen sind es die Sagittaria. Die Zitrusplantagen in der Blüte sind auch betroffen."

Einige Quellen berichten, dass Schätzungsweise über 70% des Steinobstes aus Basilicata zerstört wurde. Alarmierende Zahlen, da der landwirtschaftliche Sektor das Herz der Wirtschaft der Region ist.

"Ganze Steinobstfelder wurden zerstört. Die Wassermelonensetzlinge, die vor einigen Wochen gepflanzt wurden, wurden durch den Hagel aufgebrochen", sagt Francesco Musillo, Direktor von Agorà PO, und fügt hinzu: "Selbst die abgedeckten Wingerte sind betroffen, der Hagel hat die Abdeckungen beschwert und die Strukturen zerbrochen."

"Was die Kirschanbaugebiete in Apulien angeht, rechnen wir aufgrund der Regenfälle von gestern Nacht mit einer weiter verschlechterten Situation. Die geschätzten Schäden liegen bei -50% für Bigarreau, -30% für Giorgia und -10% für Ferrovia."

"Der erste Regen fiel auf ariden Boden, daher war er von Vorteil. Aber mit den intensiveren Niederschlägen kam ein Überschuss von Wasser an die Pflanzen und die Früchte, die bereits für die Ernte bereit gewesen waren. So haben unsere Probleme begonnen", sagt Nicola Giuliano, von einem wichtigen Spieler im Tafeltrauben- und Kirschsektor. 

"Im Moment zeigen Sorten wie Ferrovia noch keine Schäden, da sie sich noch in der sehr frühen Phase des Fruchtansatzes befinden. Aber das schlechte Wetter muss so schnell wie möglich vorbei sein, sonst ist das Risiko für den Rest der Kampagne groß."

Flut in Romagna, Probleme mit Obst und Gemüse
Die größten Schäden sieht man bei den Kirschen und frühen Aprikosen. "Besonders in den Plantagen ohne Abdeckung", sagt Loris Babbini, Leiter der Genossenschaft der Kirschproduzenten in den Hügeln Cesenas, "sind die Pflanzen sind stark beschädigt. Viele Früchte der frühen Sorten sind aufgeplatzt."

Überflutete Felder in Cesena.

Diese Regenfälle begannen gleich zu Beginn der Kirschkampagne in Romagna. Babbini fügt hinzu: "Sonntagnacht auf dem Markt in Bologna, lag der Preis bei gut 7€/kg. Eine zufriedenstellende Zahl für Produzenten. Leider sind wir nun gezwungen große Mengen der Ware wegzuwerfen."

Selbst in der Provinz Ravenna war die Situation kritisch. Hohe Wasserstände in den Flüssen sorgten für Überflutungen in verschiedenen Gegenden. Die größten Probleme scheinen hier für Pfirsichbäume aufzutreten, die unter Erstickungen leiden, wenn sie für zu viele Stunden im Wasser stehen.

, Faenza-Region (Ravenna) - Foto: Mauro Bosi 

Auch bei den Gartenbaukulturen, wie Salat, gibt es Probleme, da das Gemüse wegen des Wassers verdirbt.


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