Nach den niedrigen Marktpreisen für Obst infolge von Rekordernten im vergangenen Jahr organisierte das Marshall-Büro in Lublin zusammen mit der niederländischen Botschaft eine Konferenz zum Thema „Beerenobstproduktion: Wie baut man Wertschöpfungsketten auf?“ Auf der Konferenz waren mehrere Interessenvertreter der Produktionskette anwesend und einigten sich auf mangelnde Zusammenarbeit, Fragmentierung, verstärkte Aufmerksamkeit für Lebensmittelsicherheit/ CSR, Notwendigkeit der Marktorientierung, Arbeitskräftemangel und Zuchtrechte als wichtige Themen für die Entwicklung. Ein Überblick über die Situation.
„Beerental”
Polen ist ein führender Akteur in der gesamten Beerenproduktion der Welt, es hat einen Marktanteil von ca. 8-9%. Polen ist der Hauptlieferant von Beeren in der EU und ist der größte EU-Produzent von Himbeeren und schwarzen Johannisbeeren und der zweitgrößte EU-Produzent von Erdbeeren. In Polen bauen rund 300.000 kleine und mittlere Betriebe Beeren auf einer Fläche von rund 140.000 Hektar an, die Jahresproduktion liegt zwischen 500.000 und 650.000 Tonnen. Nur eine begrenzte Menge, der in Polen produzierten Beeren, wird als Frischobst exportiert. Die meisten Produkte bleiben auf dem lokalen Markt oder werden verarbeitet. Die drei wichtigsten Beerenanbaugebiete sind Lublin, Masowien und Łodz, die rund 70% der gesamten Beerenproduktion produzieren. Die Region Lubelskie produziert fast die Hälfte der gesamten polnischen Beerenobstproduktion, sie ist eine der wichtigsten Produktionsregionen für Himbeeren (80% der polnischen Himbeerproduktion), (schwarze) Johannisbeeren (50%) und Erdbeeren (28%).
SWOT-Analyse
Viele polnische Produzenten haben sich der professionellen Beerenobstproduktion verschrieben. Gleichzeitig haben jedoch eine große Anzahl von Kleinbauern Schwierigkeiten, die Qualitätsanforderungen des Marktes, vor allem des Einzelhandels, zu erfüllen, und haben hohe Einstandspreise, um die Rentabilität zu rechtfertigen. Im Allgemeinen sieht der polnische Beerenobstsektor gut kontrolliert und strukturiert aus, insbesondere im Vergleich zu Ländern wie Serbien oder der Ukraine. Im Hinblick auf die Saison 2018 mit sehr niedrigen Preisen und unrentabler Produktion, einem sich verändernden Markt wurdde vor Beginn der Saison 2019 eine SWOT-Analyse der polnischen Beerenobstkette durchgeführt. Die SWOT-Analysen resultieren aus Sekundärforschung und einer Vielzahl von Interviews mit polnischen und niederländischen Vertretern verschiedener Akteure der Beerenobstkette. Auf einer Konferenz, die am 11. April 2019 vom Marshall-Büro in Lublin und der Botschaft des Königreichs der Niederlande organisiert wurde, wurde sie vorgestellt, diskutiert und mit praktischen Beispielen konkretisiert. Ausgehend von der Diskussion können mehrere Entwicklungen und Herausforderungen identifiziert werden.
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