Auch Apfelsaison könnte Schaden tragen

Frost in Polen beschädigt alle Arten der Kulturen

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt haben in Polen Schäden an der Ernte verursacht. Obwohl das volle Ausmaß der Schäden noch nicht bekannt ist, ist es klar, dass die Erzeuger einen Teil ihrer Ernte verlieren werden. Betroffen sind Äpfel, Pfirsiche und alle Arten der Beerenfrüchte. Es wird einige Monate dauern, bis die Konsequenzen der Wetterverhältnisse vollkommen sichtbar werden.

"Wir sehen einige Schäden an den Heidelbeerpflanzen. In einigen Teilen des Landes sind die Temperaturen auf bis zu -7° oder -8°C gefallen", sagt Dominika Kozarzweska, Präsidentin des Heidelbeerexporteurs Polskie Jagody. "Das Wetter war die ganze Woche schlecht gewesen, daher wurden viele Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Beispielsweise wurden Abdeckungen angebracht und Beregnung genutzt, aber das bedeutet trotzdem nicht, dass alle Schäden vermieden werden konnten. Was das genaue Ausmaß der Schäden angeht kann man bisher noch nicht viel sagen. Wir rechnen von Ausfällen von zwischen 10 und 40 Prozent."

"Unsere Anbaubetriebe befinden sich in Grójec, Warka, und in der Biala Rawska Region. Der Frost bzw. die Temperaturen in diesen Regionen was vollkommen unterschiedlich. In Warka lagen die Tiefstwerte um die -7°C, in Grojec gab es Schwankungen zwischen 0 bis -5°C, während in Biala Rawska -2,5°C gemessen wurden", so Emilia Lewandowska, Sales Managerin von Fruit-Group. "In manchen Regionen gab es sogar Unterschiede zwischen den jeweiligen Dörfern, die schwere des Frosts variiert also stark. Es ist zu früh um über das Ausmaß der Schäden bei den Früchten und die Mengen der beschädigten Blüten zu spekulieren. Wir sind uns sicher, dass Früchte zerstört wurden, wie viele es genau sind wird sich in den kommenden Monaten zeigen."

Die Firma Sarafruit scheint ohne Schäden davon gekommen zu sein, sagt Mohamed Marawan: "Die Plantagen von Sarafruit liegen im östlichen Teil Polens, der auch 'die grüne Lunge Polens' genannt wird. Der Name der Stadt ist Bialystok und sie liegt in der Nähe der russischen Grenze. In dieser Region ist man kälteres Wetter gewöhnt. Im Winter bleibt es hier länger kalt als im Rest Polens und so beginnt auch die Vegetation der Bäume dort später. Ich weiß nicht, welche Folgen der Frost in der Mitte und im Süden des Landes haben wird, bei uns scheint aber alles in Ordnung zu sein."

Marcin Swiatek behauptet, die Schäden bei den Äpfeln von Bialski Owoc Sp. seien nicht so groß: "Unsere Plantagen liegen im zentralen und südöstlichen Teil Polens. Obwohl wir in den letzten Tagen etwas Frost hatten, sieht es aus als ob die Äpfel nicht das größte Problem wären. Die Betriebe, die Kirschen anbauen haben größere Schäden davongetragen als andere Früchte. Natürlich wurden auch die Äpfel teilweise beschädigt aber jetzt müssen wir abwarten. Bisher machen wir uns keine zu großen Sorgen."

Dominika Koc von WIL-SAD Sp. z o.o. kommentiert: "Unsere Anbauflächen befinden sich in der südlichen Mazovia-Region. Die Schäden an unseren Äpfeln variieren von Plantage zu Plantage - je nachdem ob die Fläche im Flachland oder leicht höher gelegen ist, und ob die Region kälter oder wärmer ist. Im Allgemeinen lagen die Temperaturen zwischen -2 und -4°C, mit Tiefstwerten von bis zu -5 bzw. -6°C am Boden." Bisher seien die Schäden noch schwer einzuschätzen. "In ein paar Tagen wissen wir mehr. Die meisten Erzeuger in unserer Region haben Frostschutzsysteme in ihren Plantagen. Dort gibt es so gut wie keine Probleme. Die Schäden sind in Plantagen aufgetreten, in denen keine Schutzmaßnahmen getroffen wurden. Im Moment glauben wir, dass Früchte der Jonagold- und Idared-Gruppen, die bereits in Blüte standen, die größten Schäden davongetragen haben. In einigen Tagen werden wir das Ausmaß genauer einschätzen können."

Die tatsächlichen Schäden an den Pflanzen lassen sich noch schwer einschätzen. Man wird wohl erst in einigen Monaten das ganze Ausmaß der Auswirkungen auf die polnische Gesamternte sehen können.


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