Hinrich Quast, Bio-Obst Augustin GmbH & Co. KG:

"Bis Mitte Juli werden wir sicherlich Demeter-Lageräpfel vermarkten können"

Das üppige Erntejahr ist an den Bio-Erzeugern im Alten Land nicht vorbei gegangen. Auch seitens des Großhandels macht sich dieser außerordentliche Gesamtertrag bemerkbar. „Wir haben dieses Jahr die größte Ernte die wir bisher vermarkten durften“, erläutert Hinrich Quast, Vertriebsleiter der Bio-Obst Augustin GmbH & Co. KG mit Sitz im Herzen des Alten Landes.


Hinrich Quast am Stand auf der diesjährigen BioFach in Nürnberg

Befriedigende Preise, gute Lagerqualität
Obwohl man im Abbauplan gut fortgeschritten ist, rechnet man derzeit mit einer langen Saison. „Bis Mitte Juli werden wir sicherlich Lagerware vermarkten können. Aufgrund der heutigen Qualität der Lageräpfel gehen wir von normalen Ausfällen aus und erwarten auch bei den letzten Partien der Saison keinerlei Probleme. Dies hat auch zum Teil damit zu tun, dass unsere Produzenten ihre Äpfel rechtzeitig gepflückt haben, sodass sie dementsprechend auch länger lagerfähig sind bzw. ein konstantes Shelf-Life haben“, berichtet Quast.

Preistechnisch könne man die laufende Saison gar nicht mit der Saison 29017/2018 vergleichen, heißt es weiter. „Durch die großen Mengen ist das Preisniveau viel geringer. Jedoch sind wir mit der aktuellen Preisgestaltung sowie deren Stabilität zufrieden. Am POS schwanken die Kilopreise aktuell um die 2,89-2,99: Unseres Erachtens ist das nicht nur für den Endverbraucher ein adäquater Preis. Im Vorjahr wurden vergleichsweise zum Teil Kilopreise zwischen 5,49 und 5,99 erzielt. Das war im Anbetracht der Mengenknappheit eine ganz andere Situation.“

"Dennoch sehen wir uns in der Zukunft vor der Herausforderung, für unsere neun Partnerbetriebe adäquate Preise zu erzielen. Die Höfe betreiben eine ausgezeichnete Arbeit an der Entwicklung einer regenerativen Landwirtschaft. Durch Innovationen für Nachhaltigkeit und ein qualitatives, gut schmeckendes Produkt haben unsere Betriebe Mehraufwände", erläutert Quast. Demgegenüber stehe das Wachstum der Branche, mit dem man in den letzten Jahren vermehrt Preiskämpfe wahrnehme und im Wettbewerb zu günstigeren Anbietern stehe. "Da wird es immer schwieriger, die Leistungen der Urproduktion bis hin zum Endverbraucher zu kommunizieren und den entsprechenden Preis dafür zu erzielen." 

Die Sorten der Zukunft: Santana & Natyra
Die Vertriebsgesellschaft vermarktet die Erträge von 9 Erzeugern – mit einem Gesamtareal von 275ha Äpfeln und 15ha Birnen – welche zu 99% an den Naturkostgroßhandel geht. Von den Volumina her besteht das derzeitige Portfolio der Altländer Großhandelsfirma zu 30-40 Prozent aus Elstar sowie Jonagold bzw. deren Mutanten. Die Sorte Topaz umfasst ca. 20 Prozent des Gesamtangebots, der restliche Teil der Warenpalette enthält u.a. Boskoop, Pinova, Natyra usw. Quast: „Wir sehen die letzten Jahre einen zunehmenden Bedarf an Santana. Seitens des Erzeugers handelt es sich um eine äußerst resistente Sorte, im Handel wird sie vorrangig als allergenarmer Apfel gehandelt.“ Der Großlieferant betont aber die deutlichen Unterschiede der einzelnen Lagersorten. „Die Natyra ist eine sehr lagerfähige Sorte die sich locker bis in den Juli rein vermarkten lässt. Beim Elstar muss man demgegenüber aufpassen dass die Läger spätestens bis Mai leer sind.“ 


Das gesamte Team des Familienunternehmens

Im Gegensatz zum konventionellen Geschehen beobachte man im norddeutschen Biohandel derzeit keine Konzentration bzw. Zentralisierung. Eine ähnliche Tendenz halte Quast auch die nächsten Jahre für unwahrscheinlich. Dennoch sieht er innerhalb seiner Kundschaft eine andere umso interessantere Entwicklung: „Wir bemerken einen deutlichen Zuwachs an günstiger Ware bzw. Untergrößen den wir direkt der steigenden Anzahl von Abo-Diensten und Schulobst-Projekten zuschreiben können. Wir als Großhändler profitieren auch von der Nähe zur Biostadt Bremen, wo Schulobst viel nachgefragt wird. Es lässt sich durchaus beobachten, dass es für kleinere Groß- und Einzelhandelsstrukturen zunehmend schwieriger wird und das Wachstum bei den größeren Unternehmen stattfindet."


Catharina Augustin steht seit ca. einem Monat am Ruder der Firma

Staffelübergabe
Die Bio-Obst Augustin KG liefert seit 1990 Kernobst in Bio-Qualität und seit 2001 auch nach Demeter-Richtlinien. Hiermit gehört die Gesellschaft zu den Vorreitern und Marktführern in diesem Bereich. Januar dieses Jahres folgte die Staffelübergabe in der Geschäftsführung und nun ist mit Catharina Augustin die zweite Generation des Familienunternehmens am Ruder.

Weitere Informationen:
Bio-Obst Augustin GmbH & Co. KG
Klein Hove 21
21635 Jork, Deutschland
Telefon: +49 (0) 4162-9 00 18-0
Fax: +49 (0) 4162 900 18-69
E-Mail: kontakt@bioaugustin.de  
www.bioaugustin.de  


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