Übersicht Weltmarkt Zwiebeln


Wo sind die Zwiebeln? Das ist die Frage, über die sich ein Großteil des weltweiten Zwiebelhandels den Kopf zerbricht. Aufgrund des trockenen, heißen Sommers in Europa ist die Ernte im Norden des Kontinents viel kleiner. In den USA wirkte sich der Regen im Spätsommer auf die Erntezahlen aus. Die Zwiebelpreise steigen weltweit und es werden neue Handelsbeziehungen eingegangen. China exportiert zum Beispiel jetzt nach Europa, ein neuer Handelsfluss. Andere Länder, wie Kirgisistan, hoffen, dass von dem Kuchen noch ein Stück für sie abfällt.

Niederlande: Extremes Zwiebeljahr mit kleiner Ernte und hohen Preisen
Es ist ein besonderes Jahr für den holländischen Zwiebelexport. Aufgrund der kleinen Ernte nach der Dürre sind die Lagerbestände deutlich geringer. In der dritten Woche des Jahres 2019 wurde die Grenze von 600.000 Tonnen überschritten, oder aber mehr als 20.000 Tonnen Export pro Woche zu hohen Preisen. Aufgrund des hohen Preises der niederländischen Zwiebeln und des um 1,2 Millionen Tonnen niedrigeren Ertrages in Europa gibt es auf dem Markt derzeit chinesische Zwiebeln. Zwiebeln aus Neuseeland, Chile, Argentinien, Südafrika und Ägypten werden in Kürze in Europa eintreffen, um die entstandenen Engpässe zu decken. Derzeit verlagert sich die Nachfrage von Überseezielen nach Europa.

Italienische Erzeuger profitieren von gutem Markt
Der Preis ist gut und es sind genug Zwiebeln für einen Monat vorrätig. Dies ist jedoch dem Import zu verdanken, der den Mangel an italienischen Zwiebeln ausgleicht. Ein Produzent erklärt, jedes Jahr 40 Hektar zu säen. Die Ernte im letzten Jahr war gut. "Der Preis war von Beginn der Saison an korrekt und stieg dann aufgrund der Engpässe in einigen nordeuropäischen Ländern an", sagt er. Die Produktion in Italien war ähnlich wie in den Vorjahren, was den Erzeugern einen Vorteil verschafft. "Die Preise begannen bei 0,25 Euro / kg für Gelb und 0,30 Euro / kg für Rot. Dies gilt natürlich für Zwiebeln mit der besten Größe und Qualität."

In den letzten Wochen wurden Zwiebeln aus Frankreich und Österreich importiert, um die italienische Ernte zu ergänzen. Laut einem Händler können die Zwiebeln in Big Bags bis zu 0,60 Euro / kg bringen. "Ich habe noch ein wenig inländisches Produkt. Die größeren Kaliber kosten 0,50 Euro / kg. "Für die kommende Saison erwartet er keine größeren Veränderungen. "Ich habe mit einigen Saatguthändler gesprochen und dort werden bisher keine signifikanten Umsatzsteigerungen verzeichnet, aber es bleibt noch Zeit."

Ein anderer Händler fügt hinzu, dass es italienische Erzeuger gibt, die ihre Ernte festhalten, um auf höhere Preise zu spekulieren. "Es stimmt, dass wir die Verluste des letzten Jahres wettmachen müssen, aber es macht jetzt keinen Sinn, dass jetzt, da die Importsaison anfängt, die eigene Produktion liegen bleibt." Auf den Großhandelsmärkten steigen die Preise der gelben Zwiebeln auf 0,70 Euro / kg. Schalotten gehen für 1,75 Euro / kg über die Theke. "Wir haben diese Preise in den letzten 10 Jahren nicht gesehen. 2018 haben wir für die Schalotten 0,30 Euro / kg verkauft, was absolut unter den Produktionskosten lag."

Deutschland: lokale Zwiebeln noch bis März
In der Mitte des Landes geht die heimische Ernte zur Neige. Ein Händler sagt, dass er wahrscheinlich bis Mitte März noch deutsche Zwiebeln (gelb und rot) hat. Dann wechselt er für einen Monat auf niederländischen Import. "Wetterbedingt sehen wir hier in Hessen Verluste von rund 30%."

Ab Mitte April beginnt der Import neuseeländischer Zwiebeln, die bis zum Beginn der deutschen Saison auf dem Markt bleiben. "Bis Anfang dieses Monats haben sich die Zwiebeln gut im Lager gehalten. Jetzt sehen wir die Auswirkungen des trockenen, heißen Sommers, weil das Produkt schneller als normal alt wird." Dennoch gibt es keine Sorgen über Engpässe. Der Preis von 48 Euro für 100 Kilo liegt weit über dem Durchschnitt.

Frankreich: Preis verdoppelt
Der Markt steht in diesem Jahr unter Druck. Ein Händler weist jedoch darauf hin, dass die Qualität der französischen Zwiebeln gut ist, trotz der geringen Größe aufgrund der Dürre. Das Problem liegt hauptsächlich in den verfügbaren Mengen. In diesem Jahr sei das Angebot kleiner als die Nachfrage, aber die Preise seien "korrekt" und zeigen regelmäßig einen steigenden Trend. Im Gegensatz zum letzten Jahr, in dem ein Preis von 150 Euro für eine Tonne galt. Dieser Preis liegt jetzt bei 350 Euro pro Tonne. Es ist ein gutes Jahr für die Franzosen.

Händler erhalten, neben dem heimischen Markt, auch regelmäßig Anfragen aus anderen Ländern, aber dies lässt sich nur schwer bedienen. Nach Angaben der Franzosen ist die internationale Nachfrage aufgrund der Engpässe der niederländischen Exporteure größer. Die Größen 60/80 und 40/60 sind gefragt.

Spanien: Ansturm auf Zwiebeln
Die Ernte in Spanien hat sich nach den letzten beiden Jahren wieder erholt. Es wir sogar eine größere Ernte als in den Jahren verzeichnet. Dank der hohen Volumina an großen Kalibern und der guten Qualität, in Kombination mit den Engpässen in anderen Teilen des Kontinents, besteht eine große Nachfrage nach spanischen Zwiebeln. Daraus ergeben sich gute Preise von bis zu 0,40 Euro pro Kilo für Zwiebeln aus dem Lager. "Es ist eine der besten Saisons", sagt ein Erzeuger und Händler. "Das Wetter war dieses Jahr mild und es gab keine Hitzewellen wie im Jahr zuvor."

Die Nachfrage nach spanischen Zwiebeln ist so groß, dass man im Handel bereits mit dem Import aus Neuseeland, Südamerika und Südafrika begonnen hat, um die Nachfrage zu befriedigen. Die Exporteure sind etwas besorgt über die Schließung der senegalesischen Grenze für holländische Zwiebeln. Senegal ist ein wichtiger Markt für das niederländische Produkt. Da dieser Markt nun verschwindet, fürchten spanische Händler für die kommende Saison einen Überschuss an holländischen Zwiebeln in Europa.

Angesichts der Ergebnisse dieses Jahres wird mit einem Anstieg der Fläche gerechnet. Die Anbaufläche für die ersten frühen Zwiebeln liegt bereits rund 10% höher als im Vorjahr. Die Ernte dieser Felder beginnt im April / Mai. Für die mittleren und späten Zwiebeln ist es noch zu früh, um etwas sagen zu könnnen.

USA: Markt steht vor dem Wendepunkt
Derzeit ist das Angebot an Zwiebeln stabil, aber der Markt scheint an der Schwelle eines Wendepunktes zu stehen. Im Nordwesten ist die Verfügbarkeit von roten und gelben Zwiebeln gut, es wird jedoch ein Mangel an weißen Zwiebeln gemeldet. Außerdem war die Qualität der weißen Zwiebeln nicht optimal, so dass die Produzenten die Zwiebeln früh in der Saison verkauften. Im vergangenen Jahr war die Situation umgekehrt und viele Erzeuger haben zu lange mit den Verkauf gewartet, was zu einem Zusammenbruch des Marktes geführt hat. Im Allgemeinen scheint das Angebot an weißen Zwiebeln in diesem Jahr geringer zu sein. Auch aus Mexiko und Texas gibt es Berichte über eine kleinere Ernte von weißen Zwiebeln.

In anderen Zwiebelgebieten, wie Michigan, New York, Wisconsin und Kanada, sind die Aussichten nicht viel besser. Die Ernte ist enttäuschend durch den starken Regen am Ende des Sommers.

Die Nachfrage dagegen ist stabil niedrig. Infolgedessen ist der Markt auch stabil. Traditionell sinkt die Nachfrage Ende Januar, Anfang Februar. Sollte die Nachfrage steigen, wird sich dies sofort im Preis bemerkbar machen. Ein Händler gibt an, dass ein Preis von 25 Dollar für die weißen Zwiebeln ohne Weiteres um 10 Dollar steigen kann. Diese steigende Nachfrage scheint aus dem Ausland zu kommen, unter anderem Mexiko und die Niederlande wollen mehr Zwiebeln.

Der Preis ist derzeit noch hoch, aber das kann sich schnell ändern. Für die roten Zwiebeln gilt ein Preis von 4 Dollar als schlechter Markt und ein Preis von 7 Dollar als guter Markt. "Wir berechnen derzeit 5,50 bis 6 Dollar, das ist also gut", sagt ein Händler.

Mexiko hat nun mit dem Versand der gelben Zwiebeln begonnen, obwohl der Höhepunkt im März liegt. In den USA sind 2 Millionen Zwiebelballen weniger eingelagert. Dies wird sich voraussichtlich verbessern, wenn die Lager in Michigan, New York, Wisconsin und Kanada im März leer sind. Die Nachfrage aus diesen Staaten wird steigen. Diese Gebiete hatten in den letzten Jahren genug an ihrer eigenen Produktion.

Australien: voller heimischer Markt stimuliert Export
Eines der größten Anbauunternehmen in Südaustralien berichtet, dass die Ernte etwas geringer ausfällt als im Vorjahr. Der starke Wind und die anhaltende Dürre wirken sich auf die Ernte aus. Berichten zufolge wurden keine Probleme mit Krankheiten gemeldet. Mit einer erheblichen Pflanzung der frühen, mittleren und späten Zwiebeln im Boden wird die Ernte wahrscheinlich bis März dauern.

Der Binnenmarkt war im vergangenen Jahr überfüllt, so dass Erzeuger und Handel auch Export als Wachstumsstrategie in Betracht ziehen. Aus der Branche gibt es verschiedene Initiativen, um weiter in den Export zu investieren.

China exportiert nach Europa
Der Zwiebelmarkt in China ist derzeit sehr gut. Anfang 2018 lief der Markt nicht gut und die Preise waren niedrig. Mit den Problemen in Europa hat sich die Zwiebelsaison in der zweiten Jahreshälfte erheblich verbessert. Während es früher in Europa kaum Nachfrage nach Zwiebeln aus China gab, ist es nun anders. Im Moment wird viel von China nach Europa exportiert, aber Südostasien ist auch immer noch ein wichtiger Markt für chinesische Zwiebeln. Die beliebteste Sorte in Europa ist die gelbe Zwiebel. Die Nachfrage nach roten Zwiebeln ist geringer, da sie aus Indien nach Europa exportiert wird. Die Preise für Zwiebeln liegen derzeit auch über den Preisen des Vorjahres. Der Preis ist nicht nur wegen der höheren Nachfrage gestiegen, sondern auch weil die Transportkosten vom Hafen von Qingdao nach Rotterdam gestiegen sind, wodurch auch der Preis gestiegen ist. Während des chinesischen Neujahrs lag alles für eine Weile still, aber seit dieser Woche werden wieder viele Zwiebeln verschickt.

Kirgistan sucht Absatzmarkt
Weil die Nachbarländer Kasachstan und Russland die eigene Zwiebelproduktion gesteigert haben, haben die kirgisischen Zwiebelerzeuger das Nachsehen. In den letzten Jahren hatten kirgisische Zwiebeln eine gute Position auf diesen Märkten, aber nun mussten sie dem heimischen Produkt Platz machen. Die Exporteure sind daher auf der Suche nach neuen Exportzielen. Es überrascht nicht, dass sie Chancen in Europa sehen.


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