Übersicht Weltmarkt Trauben


Der europäische Traubenmarkt hatte es schwer. Aufgrund der großen Mengen aus Peru sprechen deutsche, holländische und französische Händler von teilweise extrem niedrigen Preisen, vor allem zu Saisonbeginn. Inzwischen beginnt der Markt sich in einigen Ländern langsam zu erholen. Die Preise in Italien sind ebenfalls niedrig, hauptsächlich aufgrund der enttäuschenden Qualität. Für Spanien sind dies interessante Zeiten, da deren Trauben kürzlich Zugang zum chinesischen Markt bekommen haben. Nordamerika hat nach einer üppigen kalifornischen Saison zum Importprodukt gewechselt, während in Australien und China die Produktion in vollem Gange ist. Südafrika hatte eine schwierige Saison, hofft aber auf ein gutes Ende.
 

Italien: Qualitätsprobleme durch außergewöhnliche Wetterbedingungen
Italien ist nach China der größte Traubenlieferant der Welt. Derzeit beträgt die Produktion nach einem kleinen Rückschlag etwa eine Million Tonnen. Die Volumen kommen hauptsächlich aus Apulien und Sizilien. In Apulien war die Saison vor allem durch niedrige Preise, unerwartete Wetterbedingungen und minderwertige Qualität gekennzeichnet. Viele Landwirte mussten sich mit Fäulnis rumärgern und die Probleme werden größtenteils dem Klimawandel zugeschrieben. In Sizilien begann die Saison gut, aber leider war dies nicht von Dauer. Viele Erzeuger hatten zum Ende der Saison hin aufgeplatzte Trauben, was natürlich auch den Verkauf verminderte. Italienische Konsumenten bevorzugen kleine und mittelgroße Trauben.

Niederlande: Licht am Ende des Tunnels auf mühseligem Traubenmarkt
Der Traubenmarkt hatte keinen guten Start im Jahr 2019. Holländischen Importeuren zufolge war der Markt vor Weihnachten schon nicht leer und auch danach kam zu viel Menge an. Peru war in dieser Sache der Hauptschuldige, mit mindesten 100 Prozent mehr Menge als im letzten Jahr. Die Red Globe-Trauben waren im vorigen Monat eine positive Ausnahme hiervon. Aus Peru war der Export dieser Sorte, wegen der guten Nachfrage aus Asien, recht gering. Südafrika hatte 12/13% mehr Produktion und Brasilien, das sich am Ende seiner Saison befindet, hatte 15% mehr anzubieten. Dies führte zu Werbekampagnen im deutschen Einzelhandel mit Stuntpreisen von 99 Cent. Inzwischen haben die Sendungen aus Südafrika etwas abgenommen. 

Indien erwartet für dieses Jahr einen um 15% höheren Ertrag Obwohl der Markt derzeit nicht sehr günstig ist, wird erwartet, dass dieser in der zweiten Februarhälfte, sicher was die weißen kernlosen Trauben aus Indien betrifft, besser werden wird. Normalerweise dauert die Indien-Saison bis Mitte Mai. Die Temperatur war in den letzten zwei Wochen niedrig. Aufgrund des großen Unterschieds zwischen Nacht- und Tagestemperatur wird sich dies höchstwahrscheinlich negativ auf die Korngröße der späteren Felder auswirken, so dass in den letzten vier Wochen der Saison die Größe der Trauben kleiner ausfallen wird. 

Frankreich: Ralli ist positive Ausnahme auf schwierigem Markt
Das Angebot auf dem französischen Markt ist hoch. "Bei den weißen Trauben sind fast alle Sorten und Ursprünge verfügbar. Südafrika, Peru und Namibia liefern große Mengen der Victoria, Regal Seedless, Surgaone und sogar Thompson. Es gibt sogar noch einige französische Muskatattrauben auf dem Markt, aber das nähert sich jetzt wirklich dem Ende", sagt ein Händler aus Rungis. Nahezu alle Varianten - sowohl weiß als auch blau - werden für Kaliber L zu einem Kilopreis von 1,80 € und für Kaliber XL von 2 € verkauft. Nach Aussage des Händlers ist die Qualität gut, aber der Konsum bleibt zurück. Das schlechte Winterwetter bereitet ebenfalls Schwierigkeiten.

Die einzige positive Ausnahme auf die niedrigen Preisen ist die blaue Ralli-Traube. "Diese geht ohne weiteres für über einen Euro mehr als die anderen Sorten über den Tresen: Kaliber L für 3 € pro Kilo und Kaliber XL für 3,20 € pro Kilo. Diese Sorte verkauft sich von selbst. Sie ist knackig und süß, und abgesehen von der Crimson-Varietät kommt keine andere Sorte diesem Geschmackserlebnis gleich. Erwähnenswert ist auch, dass die Mengen der Ralli sehr begrenzt sind. "Die Red Globe-Sorte ist in Frankreich noch voll verfügbar, aber andere kernlose Sorten, wie die Crimson- und die Sweet Celebration, übernehmen langsam den Markt.

Deutschland: Markt hat Tiefpunkt hinter sich gelassen
"Wir sind sicher, dass wir den Tiefpunkt auf dem Markt für weiße Trauben erreicht haben", sagt ein deutscher Importeur. "Es läuft jetzt etwas besser auf dem Markt, wahrscheinlich dank der Marketingkampagnen von großen Einzelhändlern." Diese haben einen Marktanteil von 50% in Deutschland, und wenn sie Aktionen haben, steigt der Umsatz beträchtlich. "Das Angebot an weißen Trauben aus Südafrika nimmt ab, weil die Ernte in den größten Exportgebieten vorbei ist. Die meisten anderen afrikanischen Produktionsgebiete haben auf den Anbau von blauen kernlosen Sorten umgestellt", erklärt der Händler. "Wir erwarten die Lieferungen aus Indien in der 9. oder 10. Woche. Bis dahin sollte sich der Markt sowohl bei den abgepackten weißen Trauben als auch losen Früchten beruhigt haben." Die Preise müssen von einem extrem niedrigen Niveau kommen, steigen aber stetig. "Bei weißen Trauben haben sich die Preise in den letzten Wochen sowohl auf dem freien Markt als auch innerhalb bestehender Programme verbessert. Leider stehen die Preise für blaue Trauben immer noch unter Druck."

"Wir erwarten immer noch große Mengen aus Südafrika und hoffen, dass die Lieferungen aus Peru zu dem Zeitpunkt beendet sind. Südafrika erwartet eine große Ernte. Die wird Ende Februar / Anfang März erfolgen. "Trotz der Bedenken erwartet der Importeur, dass Aktionen im Einzelhandel den Absatz von roten Trauben steigern werden. "Wenn dies tatsächlich der Fall ist, könnte sich der Markt innerhalb weniger Wochen erholen." Während das Volumen der traditionellen Produktionsländer nicht wesentlich gestiegen ist, hat Peru das seine Export nach Europa verdreifacht. Dies führte zu einem Überangebot auf dem Markt.

Australien: Überdurchschnittliche Mengen
Für 2018-2019 wird die gesamte australische Produktion auf 200.000 Tonnen geschätzt. 130.000 Tonnen davon sind für den Export bestimmt (65%) und 70.000 Tonnen für den Inlandsmarkt (35%). Die Menge für den Export wird in dieser Saison voraussichtlich um 20.000 Tonnen steigen. Ein Erzeuger aus Victoria sagt, dass es in der letzten Woche mehrere Hitzewellen in der Region gab, wobei die Temperaturen auf 45 Grad anstiegen. Es hat in diesem Jahr auch weniger als normal geregnet. Trotz der Wetterbedingungen scheint es mengenmäßig ein überdurchschnittliches Jahr zu werden.

Japan und andere asiatische Regionen sind nach wie vor die wichtigsten Exportziele für australische Trauben. Ein Produzent sagt: "Wir müssen das Beste aus den Hitzewellen machen - aufgrund des extremen Wetters haben unsere Trauben einen außergewöhnlichen Geschmack. Sie haben die richtige Balance zwischen süß und sauer und wir liefern dank der kurzen Transportzeit ein frisches Produkt. Der Verbraucher weiß das und ist bereit, für australische Produkte mehr zu zahlen."

China: Begrenzte Haltbarkeit, Markt stabil für Xinjiang
Die Qualität der chinesischen Trauben war im Jahr 2018 nicht ideal. Der Hauptgrund dafür ist, dass es während der Erntesaison in mehreren wichtigen Anbaugebieten zu starkem Regen kam, der die Trauben beschädigte. Sie haben eine begrenzte Haltbarkeit und eignen sich nicht für die Langzeitlagerung. Derzeit sind chinesische Trauben aus Xinjiang auf dem Markt, sie sind von hoher Qualität und der Markt ist stabil, mit geringen Veränderungen in Preis und Exportmenge gegenüber der vorigen Saison. Die Trauben werden hauptsächlich in asiatische Länder und nach Russland exportiert. Sie sind seit November auf dem Markt und werden bis Ende Februar verfügbar sein.

Es werden in China auch viele Trauben importiert. Derzeit etwas mehr, weil das chinesische Neujahr bevorsteht und importiertes Obst beliebter wird. Spanische Trauben haben kürzlich Zugang zum chinesischen Markt erhalten. Es gibt noch nicht viel davon, aber chinesische Importeure sind interessiert. Darüber hinaus werden die kernlosen Trauben immer beliebter.

Südafrika: schwierige Saison mit positivem Ende
In den ersten südafrikanischen Produktionsgebieten ist die Kampagne beendet. Es war eine schwierige Saison. Die Region Orange River hatte Verspätung und die Größe einiger Sorten entsprach nicht den Anforderungen des chinesischen Marktes. Dies bedeutet, dass für das chinesische Neujahr weniger Trauben exportiert wurden, als der Sektor sich erhoffte. Die kleinere Region Olifants River hatte ebenfalls eine schwierige Zeit, hauptsächlich aufgrund der Dürre. Letztes Jahr haben mehrere Erzeuger ihre Reben so kurz geschnitten, dass diese in den Überlebensmodus gingen. Infolgedessen liefert die Region in diesem Jahr wenig oder keine Mengen, und die Auswirkungen der Dürre sind immer noch sichtbar.

In Hex und Berg begann die Ernte pünktlich zum Neujahr. Die größten Mengen für blaue Trauben müssen noch kommen, besonders Crimson Seedless, Red Globe und Autumn Royal. Bis zum Ende der vierten Woche wurden mehr als die Hälfte der verpackten Mengen zuerst an den europäischen Markt verschifft, danach nach Großbritannien und der dritte Bestimmungsort ist Kanada. Einige nannten den kanadischen Markt die willkommene Überraschung der Saison. Diese Woche sagte die südafrikanische Tafeltraubenindustrie ein positives Ende der Saison voraus.

Nordamerika: Kalifornische Saison beendet
Kalifornien endet bald mit dem wahrscheinlich größten Produktionsvolumen aller Zeiten. Die Mengen waren rund 5% höher als im Vorjahr. Die Qualität war auch gut. Die hohen Mengen sind hauptsächlich auf die guten Witterungsbedingungen zurückzuführen, aber auch die Verbreitung neuer Sorten und Anbausysteme spielt eine Rolle. Die Saison lief gut. Neben dem Angebot war auch die Nachfrage hoch. Die Einfuhrsteuern in China führten jedoch zu neuen Herausforderungen, einschließlich der Erschließung neuer Märkte. Die Preise veränderten sich in dieser Saison je nach Sorte und Qualität stark. Steigende Kosten, Steuern und die Verbreitung von Sorten und Anbaugebieten führten gelegentlich auch zu finanziellen Rückschlägen. .

Mit dem Ende der kalifornischen Saison in Sichtweite importieren die USA derzeit aus Chile und Peru. Die Ladungen aus Peru werden seit Ende Dezember nach Amerika verschifft. Zu Silvester war noch viel kalifornisches Produkt auf dem Markt, so dass wenig Platz für die Trauben aus Peru übrig blieb. Die Situation hat sich seit Neujahr erheblich verbessert. Im Januar war der Markt für peruanische Trauben stabiler denn je. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass Peru große Ladungen an Orte außerhalb der USA exportiert hat, unter anderem auf Kosten der Situation auf dem europäischen Markt. Die Exporteure sagen, dass die Mengen aus dem Norden Perus zur Neige gehen und sich die Produktion in die südlicheren Anbaugebiete verschiebt. Die Ernte geht auch in Chile weiter. Die der blauen kernlosen Sorten ist beinahe abgeschlossen, mit den späten Sorten wie Timco und Allison, die in Vallenar und Copiapo produziert werden.


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