Konzern 'Torgservis' fasst Fuß auf deutschem Boden

Russischer Discounter eröffnet erste Filiale in Leipzig unter dem Namen 'Mere'

Unter dem Motto „Jeden Tag nur Tiefstpreise“ eröffnete die erste Filiale des russischen Lebensmittelhändlers Torgservis unter dem Namen „Mere“ in einem ehemaligen Aldi-Markt in Leipzig.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat vor diesem Hintergrund vor einer weiteren Verschärfung des Preiskampfs bei Lebensmitteln gewarnt. Die Eröffnung der bundesweit ersten Filiale des russischen Discounters „Torgservis“ sei ein „Alarmsignal“, sagte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler. „Wer mit dem Versprechen antritt, die ohnehin schon günstigen Lebensmitteldiscounter in Deutschland drastisch zu unterbieten, der dreht weiter an der Preis-Abwärts-Spirale. Aber Lebensmittel sind Qualitätsprodukte, die nicht unter Wert verkauft werden dürfen“, so Zeitler weiter. „Lebensmittel dürfen keine Ramschware sein. Die Beschäftigten der Ernährungsindustrie bezahlen Dumping-Lebensmittel mit Druck auf Löhne und Arbeitsbedingungen oder sogar mit dem Abbau von Jobs“, so der Gewerkschafter abschließend.

Juniorprofessor Erik Maier von der Handelshochschule Leipzig rechnet dem russischen Lebensmitteldiscounter Torgservis mit seiner deutschen Tochter TS-Markt nur geringe Chancen auf dem deutschen Markt zu. „Formate wie dieser Discounter, die es vorher auf dem deutschen Markt versucht haben, sind gescheitert. Wenn Filialen bleiben, dann sind sie eher ein Randphänomen mit einer engen Zielgruppe“, so der Fachmann für Handel- und Multi-Channel-Management im Gespräch mit dem MDR-Magazin „Umschau“.

„Wir wollen zuerst in Ostdeutschland Fuß fassen“, teilt das Unternehmen schriftlich mit. Medienberichten zufolge, will die Firma in Deutschland 100 Läden eröffnen. „Selbst wenn sie diese 100 Filialen auch tatsächlich eröffnen, so ist es unmöglich, Discountern wie Aldi oder Lidl Konkurrenz zu machen“, so Maier weiter. Nach Ansicht des Handelsexperten seien die Margen im deutschen Lebensmittelhandel sehr gering und die Marktmacht der „Platzhirsche“ sehr groß: „20% günstiger als Aldi kann ich mir bei bestimmten Produkten gut vorstellen, denn solche Märkte machen klassischen Restartikelverkauf. Zusätzlich verkaufen sie Produkte, die es in anderen Märkten nicht gibt bzw. Waren von niedriger Qualität.“ Maier weist zudem darauf hin, dass beim Import nach Deutschland Zölle in Höhe von durchschnittlich 5 bis 20% vom Warenwert anfielen.


Russen-Discounter Mere attackiert Aldi, Lidl und Co. (Quelle: Bild)

Quellen: NGG, Umschau, Welt


Erscheinungsdatum:



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