Ananasmarkt in Deutschland entspannt sich vorerst:

"Das letzte Jahr war schwierig für alle Beteiligten"

"Im Moment schnappt die Ananas etwas Luft. Das Jahr 2018 war extrem schwierig für die Frucht, auch 2017 war nicht besonders einfach. Das lag unter anderem am massiven Anstieg der
Produktionsfläche in Costa Rica," erzählt Carlo Dürbeck, von der Anton Dürbeck GmbH in Bad Homburg. Einerseits sei das Überangebot mit besseren Jahren für die Ananas vor 2017 zu
erklären, andererseits auch mit den guten Preisen, die in der Vergangenheit von der Industrie an die Produzenten gezahlt wurden. "Seit zwei Jahren haben wir defacto eine Überproduktion und die Industrie zahlt extrem niedrige Preise – dadurch geht mehr Ware in den Export."

Europa ist weiterhin ein beliebter Markt für die Ware aus Costa Rica, auch, weil der US-amerikanische Markt weitestgehend durch die großen amerikanischen Ananasimporteure kontrolliert wird. "So gelang einfach zu viel Ware nach Europa – und das Preisniveau ist auf ein Niveau gesunken, bei dem niemand in der Lieferkette glücklich war."

Carlo und Mathias Dürbeck auf dem Convenience-Forum 2018.

Entspannung in den letzten Wochen
"Anfang des Jahres ist traditionell eine gute Zeit für die Ananas in Europa. Das liegt, unter anderem, an der geringeren Konkurrenz durch andere (regionale) Früchte im Supermarktregal. Die Nachfrage n den kalten Monaten ist tendenziell immer etwas besser. Auf dem Spotmarkt sind die Preise daher aktuell auf einem guten Niveau." Viele der deutschen Supermärkte arbeiten inzwischen mit festen Programmpreisen, weswegen nicht alle Importeure die Preissteigerung für das Produkt spüren", erklärt Carlo.

Weihnachtsgeschäft nicht mehr das, was es mal war
Traditionell konzentrierte sich das Ananasgeschäft auf den Dezember: "Zu Zeiten des Ananasimports aus der Elfenbeinküste haben wir 40% unserer Jahresmenge und 60% unseres Jahresumsatzes im Dezember gemacht", blickt Mathias Dürbeck zurück, der das Unternehmen in vierter Generation heute führt. "Gerade in süd- und osteuropäischen Ländern war die Frucht ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes. Dementsprechend planen die Produzenten die Verfügbarkeit ihrer Ware um die Feiertage ein. In den letzten Jahren konnte die Nachfrage allerdings nicht immer mit dem Angebot mithalten. Da die Mengen nach Weihnachten normalerweise zurückgehen, und in der Woche 52 aufgrund von Feiertagen häufig wenig in Costa Rica gepackt wird, ziehen die Preise im Januar nun an."

Ananas im Firmenlogo – seit 40 Jahren Ananasimporteur
Was den deutschen Markt angeht sind Jahresprogramme mit dem LEH fast unvermeidlich. Bei der Anton Dürbeck GmbH geht ein Großteil der Ware in fest geplante Programme. "Im letzten Jahr haben wir eine Menge von circa. 800.000 Kolli vermarktet in ganz Europa – von Spanien bis nach Russland", erklärt Mathias. Er bemerkt auch einen weiteren Trend im mittel- und nordeuropäischen LEH: "Immer öfter wird nach Rainforest Alliance Zertifikaten gefragt, was besonders für kleinere Produzenten schwer umsetzbar ist. Zwar sehen wir hier noch nicht die gleichen Ausmaße wie bei den Fairtrade-Bananen,das ist für die Zukunft nicht auszuschließen." 

"Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Erntemenge im ersten Halbjahr 2019 stabil bleibt oder leicht ansteigt im Vergleich zum Vorjahr. Danach wird es interessant, denn viele Produzenten werden sich entscheiden müssen ob sie ihre Plantagen mit großem Kostenaufwand neu mit Ananas bepflanzen, eine andere Kultur wählen, oder gar ihr Land verkaufen." Das könnte sich ab der zweiten Jahreshälfte auch auf die Mengen auswirken, denkt der Experte. In welchem Ausmaß, und ob dies auch Preisänderungen mit sich bringen wird, sei noch abzuwarten.

"Ananas sind seit 40 Jahren ein Steckenpferd für uns. Früher haben wir die Ware von der Elfenbeinküste bezogen und waren dort im Land auch stark involviert in der wirtschaftlichen Entwicklung. Karl Dürbeck wurde im Jahr 1999 zum Honorarkonsul der Elfenbeinküste ernannt." Damals hat die Firma gut eine Millionen Kolli Ananas importiert, ein Ziel, dass sich das Familienunternehmen auch heute wieder setzt. "Die Sorte Cayenne Lisse, die in der Elfenbeinküste angebaut wurde, wurde durch die Extra Sweet ersetzt und der Beginn des Bürgerkriegs machte den Handel letztendlich unmöglich. Deshalb beziehen wir seit fast 20 Jahren alle unsere Ananas aus Costa Rica."

Über die Anton Dürbeck Gruppe – Überseeimporteur und Produzent
Eine Reihe von Tochterunternehmen gehört zur Anton Dürbeck Gruppe: In Holland ist sie mit C. Gottmann BV, Spezialist für sub-tropische Früchte, die exklusiv unter Marke "Pasion" vertrieben werden, vertreten. In Chile kommt das auf Äpfel spezialisierte Tochterunternehmen Frutasol S.A. auf eine eigene Produktion von über 500.000 Kolli pro Jahr und baut zudem Walnüsse, Kirschen und Kiwi an. Aus Ecuador werden zudem über 2 Millionen Kolli Bananen pro Jahr aus eigener Produktion exklusiv über die Marken "Excelban" und "Dolce&Banana" vermarktet. Über die Firma DK Netherlands BV hat die Gruppe in den letzten Jahren zudem in moderne Kühlhäuser und Packstationen in Holland investiert, um die vertikale Integration strategisch voran zu treiben. Mathias Dürbeck leitet das Unternehmen bereits in vierter Generation. Mit Carlo und Marco Dürbeck ist auch die nächste Generation bereits in der Firma tätig.

Für weitere Informationen:
Mathias Dürbeck
Anton Dürbeck GmbH
Hessenring 120
D-61348 Bad Homburg
anton@duerbeck.com
Tel.  +49 6172 – 6806 – 0
Fax. +49 6172 – 6806 – 600

 


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