Übersicht Weltmarkt Kartoffeln


Im vergangenen Sommer hielt die Hitze große Teile Europas auf Trab. Die anhaltende Sommertemperatur hatte direkte Auswirkungen auf die Kartoffelernte. In nordeuropäischen Ländern wurden niedrigere Erträgen gemeldet, aber wie ist die Situation jetzt? Endet die nordeuropäische Saison früh? Aus den USA gibt es auch unterschiedliche Berichte über die Ernte im vergangenen Jahr, was in einen Anstieg des Preises resultiert. In Australien freuen sich die Erzeuger auf den Start der neuen Saison.

Niederlande: Nachfrage nach guten Pommes frites Kartoffeln steigt, Export nimmt ab
Der Kartoffelmarkt in den Niederlanden ist gespalten. Zum einen kommen die Fabriken mehr auf den Markt, wodurch die Anbauer ihren Handel doch wieder festhalten. Nun, da der Frost in Europa seinen Einzug genommen hat, schrumpft der Vorrat an Kartoffeln weiter. Dies obwohl die Nachfrage nach guten Pommes frites Kartoffeln immer größer wird. Auf der anderen Seite behindert der hohe Preis den Export von frischen Kartoffeln. Afrika kaufte lange Zeit große Mengen, aber mittlerweile haben mehrere Länder die Grenzen geschlossen, um die lokale Ernte zu stimulieren. Die Zahlen der Niederländischen Kartoffelorganisation (NAO) zeigen, dass der Export von Konsum- und Industriekartoffeln gesunken ist. Seit der Ernte im Jahr 2018 wurden bis Ende Dezember 367.000 Tonnen dieser Kartoffelsorten über die Grenze geschickt. Ein Jahr zuvor waren das 385.000 Tonnen. Der Rückgang betraf hauptsächlich Afrika mit 88.000 Tonnen auf 47.000 Tonnen. Auch der Export von Pflanzkartoffeln (Ernte 2018) bis Ende Dezember ist deutlich geringer als im gleichen Zeitraum 2017. Insbesondere die Exporte in Länder Asiens und Afrikas sind gesunken.

Belgier halten Handel fest
Der belgische Handel ist derzeit ruhig. Dies ist das Resultat der steigenden Preise und aufgrund der Erzeuger, die auf weitere Preiserhöhungen setzen. Es muss jedoch eine Zeit kommen, in der die Lager geöffnet werden, weil, wie ein Händler sagt, "sonst die Gefahr besteht, dass die Erzeuger nichts mehr dafür bekommen." Desweiteren stecken sie in den Verträgen fest. Die Qualität der Kartoffeln ist enttäuschend. Auf dem freien Markt liegen die Preise für Bintje je nach Qualität zwischen 15 und 30 Euro. Für andere Sorten werden Preise über 30 Euro gemeldet. Die Verträge sind eine Herausforderung für den Markt. Ein Händler sagt voraus, dass nicht jeder Händler diese Kontrakte erfüllen kann. "In diesem Jahr werden Unternehmen durch die Verträge umfallen", erwartet er.

Gute Marktsituation in Frankreich
In Frankreich hat die Branche früh eingekauft. Dies hat dem Markt seit Beginn der Saison einen starken Schub verliehen. Die Preise steigen weiter und die Nachfrage bleibt trotz der hohen Preise hoch. "Kartoffeln sind eine grundlegende Zutat in der Küche. Die Verbraucher werden darauf nicht so schnell verzichten", erklärt ein Händler. Viele französische Kartoffeln werden immer noch exportiert. Die UNPT berichtete, dass die Exporte zwischen August und November 478.588 Tonnen betrugen: 10% mehr als in der vorangegangenen Saison. Nach Frankreich selbst ist Spanien für viele Exporteure der erste Käufer von französischen Kartoffeln. Danach folgt Italien. Ein anderer Händler sagt, dass die Nachfrage aus Spanien, Italien und den osteuropäischen Ländern seit Anfang Januar noch stärker gestiegen ist. Der eigene Vorrat ebbt weg und darum wendet man sich an Frankreich.

Deutschland: Nach wochenlangem Stillstand endlich Bewegung
Im deutschen Kartoffelhandel wurde der Stillstand ab Mitte Januar endgültig gebrochen. Nach dem soundsovielten Preisanstieg kam vor allem in Norddeutschland (Niedersachsen) Bewegung in den Markt und waren die Erzeuger endlich bereit, ihre Waren zu vermarkten. Insgesamt kann ein Preisansteig von ca 5 Euro (je 100 kg) festgestellt werden. Andererseits ist ein stetiges Marktangebot notwendig, da die durchschnittliche Qualität der Kartoffeln - insbesondere aufgrund der Hitze im letzten Sommer und Herbst - zu wünschen übrig lässt. In Niedersachsen wird daher nach aktuellen Prognosen davon ausgegangen, dass die jetzigen Vorräte höchstens bis Ende März gehandelt werden können.

Außerdem wird erwartet, dass die Vorräte bei den etwas mehligen Sorten etwas früher ausgehen (wahrscheinlich ab Anfang März). Wie der Markt zu der Zeit aussehen wird, ist erst nach Start der Ernte in unter anderem Ägypten und Israel, die traditionell in dieser Übergangsphase viele Kartoffeln nach Deutschland exportieren, zu sagen sein. Desweiteren erwartet man, dass man gegen März/April noch teilweise aus Frankreich importieren wird, bis die ersten frühen Sorten aus eigenem Anbau wieder auf den Markt gebracht werden.

Italien profitiert von Mangel in Nordeuropa
Die Preise sind hoch und sehr gut. Diese positive Situation ist das Ergebnis des Mangels in Nordeuropa. Italienische Erzeuger mit guter Qualität und Lagerfähigkeit, insbesondere die Ernte aus der Emilia Romagna, bringen einen guten Preis. Der Verkauf ist gut organisiert und es wird erwartet, dass für die Saison, die bis Ende April läuft, ausreichend Volumen zur Verfügung steht.

Ein Kartoffel-Zwiebel-Händler sagte, 2018 sei für sein Unternehmen ein positives Jahr gewesen. Der Mangel in Nordeuropa und der Druck der Industrie sorgen für die positive Entwicklung in der Branche. Der Konsum ist laut dem Händler gut. "Das kalte Wetter hilft sicherlich. Da die Mengen nicht hinterherhinken, gehen wir davon aus, dass wir den Markt bedienen können, bis die neue Ernte kommt."

Es gibt eine gute Nachfrage nach Bio-Kartoffeln aus Kalabrien. Ein Produzent: "Derzeit bearbeiten wir Bestellungen für Pflanzkartoffeln. Wir haben etwa 100 Tonnen im Lager, im Durchschnitt 20 Tonnen pro Sorte. "In diesem Fall handelt es sich um die Sorten Kennebec, Marabel, Desireè, Divaa, Spunta und Agria. Die Größen variieren zwischen 28 und 65. Im Gegensatz zu anderen Anbaugebieten in Europa gab es während der Blütezeit ausreichend Regen. In einigen Regionen führte der Regen zu Schäden von 20 bis 30%, aber "der Rest der Ernte ist von hervorragender Qualität."

Spanien hofft auf gewinnbringendes Frühjahr
Derzeit kommt die größte Menge an Kartoffeln aus Frankreich. Ausnahmen bilden einige traditionelle lokale Sorten im Süden, deren Nachfrage in diesem Jahr leicht zu steigen scheint. In Frankreich nahmen die Erträge ab, so dass die Preise recht hoch sind. Über die Qualität gibt es nichts zu beanstanden. Mit der aktuellen Situation denken die Erzeuger in Spanien, dass im Frühjahr die Ernte der ersten Frühkartoffeln in Sevilla und Cartagena zu hohen Preisen auf den Markt gebracht werden kann. Die Fläche in diesen Regionen wird im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich zunehmen. Damals wurde die Ernte durch die Dürre beeinträchtigt. Die Zahlen kommen somit mehr mit denen von vor zwei Jahren überein. 

Vereinigte Staaten: höherer Preis durch hohe Nachfrage
Das Angebot an heimischen Kartoffeln ist begrenzt, so dass die Preise leicht steigen. Ein Händler erzählt, dass es auf dem Markt in Wisconsin trotz der Ernte immer noch mangelt. "Wir hatten eine herausfordernde Vegetationsperiode und eine noch schwierigere Erntesaison, daher ist das Angebot geringer", so der Händler. Nach einem kalten und nassen Frühling folgte ein normaler Sommer. Während der Ernte war es unberechenbarer. "Es war 10 Tage heiß, dann hat es drei Wochen geregnet und dann fing es an zu frieren", fasst der Erzeuger die Situation zusammen. Er ließ 8 bis 9% der Ernte auf dem Feld zurück.

In Idaho erreichte die Ernte mit letztem Jahr ein ähnliches Volumen. Es gibt jedoch einige Probleme mit der Größensortierung. Bei den Narkotahs sind die Kaliber kleiner, wahrscheinlich aufgrund der Hitze. Gleichzeitig besteht eine gute Nachfrage nach frischen Kartoffeln. Neben dem heimischen Markt besteht auch eine erhöhte Nachfrage aus der internationalen Industrie.

Alle diese Faktoren zusammen ergeben einen Markt mit etwas höheren Preisen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise um 1 Dollar höher. "Der Preis ist etwa 10 bis 15% höher als im Vorjahr, wird aber voraussichtlich weiter steigen.

Chinesischer Konsument wählt frische Importkartoffel
China ist einer der größten Kartoffelproduzenten der Welt und die Gesamtfläche für die Kartoffelproduktion ist sehr groß. Die Kartoffelproduktion ist auf verschiedene Standorte in China verteilt und hat daher unterschiedliche Saisons pro Gebiet. Momentan werden die chinesischen Kartoffeln aus dem Kühllager verkauft, da die neue Ernte erst ab April beginnt. Der Preis für Kartoffeln ist jetzt auch höher, da auch die Kosten für die Kühlung berücksichtigt werden. Frische Kartoffeln schneiden jedoch besser auf dem Markt ab, weil die Qualität einfach besser ist als die Kartoffeln aus der Kühlung. So werden jetzt Kartoffeln aus Südasien importiert, um die Nachfrage nach frischen Kartoffeln zu decken.

Neben normalen Kartoffeln sind bis Februar auch chinesische Süßkartoffeln erhältlich. Süßkartoffeln erhöhen die Produktion und werden auch auf dem chinesischen und internationalen Markt immer beliebter. Der Preis für Süßkartoffeln ist sehr stabil und ändert sich nicht viel. Die Süßkartoffeln werden heutzutage hauptsächlich nach Europa, Südostasien und in die USA exportiert.

Australische Erzeuger bereiten sich auf Frühling vor
Laut der Potato Growers Association in Westaustralien ist die knappe Versorgung in den Wintermonaten mit dem Eintreffen des Frühlings etwas besser geworden. Dies führt auch zu besseren Ergebnissen für die Erzeuger, die auf zwei Jahre mit niedrigen Preisen zurückblicken. Der warme Frühling war nach einem Winter, in dem der Frost der Provinz das Leben schwer machte, willkommen. Der Zugang zum Markt an der Ostküste verbessert sich schnell für die Produzenten. Die Situation hat sich auch in Crookwell, New South Wales, verbessert. Dort ist es ein durchschnittlicher Frühling. Im Dezember gab es einige starke Hagel und Gewitter, in einigen Gebieten gab es Niederschlag von 50 Millimetern. Die Pflanzsaison läuft gleich der des Vorjahres. Die Anbauer beginnen früh, um der Hitze und Dürre des Sommers voraus zu sein.

Für das Jahr, das im Juni 2019 endet, wird eine Ernte von 1,3 Millionen Tonnen mit einem Wert von 717 Millionen Dollar gemeldet. Etwa 65% der Ernte werden an die Industrie geliefert. 59% des Exports von frischen Kartoffeln, knapp 35.000 Tonnen, sind für Südkorea bestimmt.


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