Export, Import und Bilanz gingen zurück (-12,5%)

Italien: Fruitimprese weist auf beunruhigende Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit des italienischen Gartenbausektors hin

Fruitimprese informierte über die ersten 9 Monate der Vermarktung italienischer Produkte im Ausland. Sowohl die Ausfuhr (-12,2% Menge und -3,5% Wert) als auch die Einfuhr (-1% Menge und -1,6% Wert) sanken. Die wirtschaftliche Bilanz ist positiv (522 Millionen Euro, -12,5% gegenüber September 2017) und das Volumen negativ (62.577 Tonnen).

In den ersten 9 Monaten des Jahres 2018 liegt der Exportwert bei 3,3 Milliarden Euro und die Menge bei 2,6 Millionen Tonnen. Viele Werte sanken (frisches Obst -6,9%, Hülsenfrüchte und Gemüse -1%), während Zitrusfrüchte im Wert (+15,9%) und in der Menge (11,7%) anstiegen.

Bei den Einfuhren importierte Italien Waren im Wert von 2,7 Milliarden Euro bzw. 2,6 Mio. t (mit einem Rückgang von 1,6% bzw. 1%).

Marco Salvi, Präsident von Fruitimprese, kommentierte: „Der diesjährige Trend zeigt die Lebendigkeit der Branche und die exportorientierte Haltung. Gleichzeitig stiegen die Einfuhren (+62.000 Tonnen), es gibt einige Bedenken hinsichtlich der immer noch positiven Handelsbilanz, sie wird nicht auf dem Niveau von 2017 liegen - als sie noch bei mehr als 1 Milliarde Euro lag".

Der Vergleich zwischen den Langzeitdaten des Auslandsmarktes (2000-2018) wirft noch mehr Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit des italienischen Systems auf.

Salvi fuhr fort: „In weniger als 20 Jahren haben wir den Export reduziert und den Import erhöht. Letzterer ist um 142,5% gewachsen, wir importieren eine Million Tonnen Produkt mehr. Der Import von Zitrusfrüchten ist um 214%, von Hülsenfrüchten und Gemüse um 114,5% gestiegen. Diese Produkte konkurrieren direkt mit unseren, da sie aus Ländern stammen, die auf den internationalen Märkten unsere Konkurrenten sind. Im gleichen Zeitraum exportierten wir weniger als 100.000 Tonnen Leguminosen/Gemüse und verloren 73.000 Tonnen Frischobst".

Marco Salvi, Vorsitzender von Fruitimprese

Italien muss die Märkte öffnen, es muss Produkte exportieren, deren Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation nicht zu schlagen sind. Salvi fuhr fort: „Das russische Embargo war ein fataler Schlag für unseren Export und hat unweigerlich das innereuropäische Marktgleichgewicht im Gartenbau destabilisiert. Anstatt sich für die Aufhebung dieses Embargos einzusetzen, scheint es, als ob die Märkte es allgemein akzeptiert hätten. Das Gleichgewicht ändert sich: Die Niederlande und Belgien fördern ihre Birnen aggressiv und bereiten uns damit viele Probleme, und Griechenland tut dasselbe in Bezug auf Kiwis. Die polnischen Unternehmen, die ihre Äpfel hauptsächlich in Russland verkaufen, haben den europäischen Markt mit ihren Produkten überflutet, mit sehr gravierenden Folgen für die Preise und insbesondere für unsere Äpfel".

Salvi fuhr fort: „Wir werden nie aufhören, darauf hinzuweisen: Wir müssen neue Märkte für unsere Produktion öffnen - die traditionellen sind jetzt gesättigt. Wir müssen auf bilaterale Abkommen drängen, wie z.B. pflanzengesundheitliche Protokolle in China, Mexiko und anderen Ländern des Fernen Ostens. Auf diese Weise ist es möglich, unseren Export zu unterstützen und die europäischen Märkte nicht zu belasten. Wir brauchen die Unterstützung der Regierung, um Gespräche mit den weit entfernten Märkten aufzunehmen, in denen unsere Wettbewerber aktiver und leistungsfähiger sind als wir. Kürzlich hat Spanien ein Abkommen mit China für den Traubenexport unterzeichnet und die Niederlande können ihre Birnen nun nach China, Brasilien, Mexiko, Indien, Vietnam und Kolumbien exportieren. Uns sind die Hände gebunden. Andere Länder wie Frankreich versuchen, neue Systeme zu organisieren: Das neue „Maison des Fruits & Légumes" wurde in Paris mit einer Investition von 40 Millionen Euro geschaffen. Dies war notwendig, um drei unabhängige Unternehmen zusammenzuführen: Interfel, Ctifl und Arpifel, im Namen des gesamten französischen Obst- und Gemüsesektors".

Salvi sagt abschließend: „Die Regierung muss Gespräche mit den Unternehmen aufnehmen, damit wir im Dialog die Prioritäten festlegen können: Aktualisierung der Produktionsregister, Aktualisierung der wichtigsten pflanzengesundheitlichen Unterlagen, um unseren Export in die Zielländer zu fördern, und die Unterstützung der Regierung bei den Kommunikationsstrategien. Die Verschlechterung unseres Austauschs mit dem Ausland betrifft das gesamte italienische System: Der Obst- und Gemüsesektor ist eine der wichtigsten produktiven, wirtschaftlichen und sozialen Säulen Süditaliens und der am zweitmeisten exportierende Zweig unseres Agrar- und Ernährungssektors.

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