Üppige Erträge im Obstbereich, tiefe Preise und Qualitätseinbuße beim Gemüse

Gärtner und Landwirte in der Schweiz blicken auf ein Großerntejahr zurück.

Rekordhohe Zwetschgen-Ernte, überdurchschnittliche Erträge bei Äpfeln, Birnen, Kirschen, Aprikosen und Himbeeren. Nach den frost-bedingt schlechten Ernten des Vorjahres meinte es die Natur dieses Jahr besser mit den Obstbauern in der Schweiz. Gründe für das Großerntejahr: Die Bäume waren heuer in vielen Regionen weitgehend "ausgeruht", weil sie im letzten Jahr wegen des Frosts nur wenige oder gar keine Früchte trugen. Zum anderen herrschten ideale Bedingungen: anhaltend trocken-warmes Wetter, viel Sonne sowie ein geringer Krankheits- und Schädlingsdruck.

Volle Äpfel-Lager
Ende November 2018 lagen rund 60% mehr Äpfel an Lager als vor einem Jahr. Die wichtigsten Sorten sind Gala und Golden Delicious.

Randvolle Birnen-Lager
Ende November 2018 waren viermal mehr Birnen an Lager als im Vorjahr. Die wichtigsten Sorten sind Kaiser Alexander, Conférence und Gute Luise.

Große Aprikosen-Ernte
Die Aprikosen-Ernte 2018 liegt 17% über dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre. Hauptanbaugebiet ist das Wallis.

Zwetschgen: Rekord-Ernte
4'645 Tonnen: Noch nie haben die Obstbauern so viele Zwetschgen gepflückt wie 2018. Die Rekordernte liegt rund 50% über dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre.

Überdurchschnittlich viele Kirschen
Die Kirschenernte 2018 liegt mit rund 2.500 Tonnen knapp 20% über dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre. Heuer gab es nicht nur mehr Kirschen, sondern auch deutlich mehr große Kirschen (Durchmesser ab 28mm). Hauptanbaugebiet ist die Nordwestschweiz.

Erdbeeren: Kein gutes Jahr
Die Erdbeeren-Ernte 2018 liegt 11% unter dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre. Die Erdbeeren-Saison startete heuer früh, das warm-trockene Wetter hat die Reife beschleunigt.

Himbeeren: Gutes Jahr
Die Himbeeren-Ernte 2018 liegt 13% über dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre. Die Anbaufläche ist mit 168 Hektaren heuer um 3% größer als im Schnitt der letzten 5 Jahre.

Gemüse: Anspruchsvolles Jahr
Für die Gemüseproduzenten war 2018 ein anspruchsvolles Jahr. Es war geprägt durch tiefe Preise, vereinzelte Überproduktion und Trockenheit. Die Salatsaison startete laut dem Verband Schweizer Gemüseproduzenten später als im Vorjahr, die Mengen explodierten kurz nach Erntebeginn aufgrund des überaus warmen Frühlings. Trockenheit und Hitze sorgten im weiteren Jahresverlauf für Ausfälle. Groß fielen auch die Karottenmengen zum Saisonstart aus, die Abnehmer mussten zeitweise gar die Annahme stoppen.

Die Tomaten-Produktion lag heuer über dem Vorjahr, der Absatz der großen Mengen stockte, was auf die Preise drückte. Die Spargel-Ernte fiel heuer überdurchschnittlich aus. Die Gemüseproduzenten mussten vielerorts aufgrund des trocken-heißen Sommers großlächig bewässern, was die Produktionskosten in die Höhe trieb. Beim Lagergemüse zeichnen sich durchschnittliche bis leicht unterdurchschnittliche Mengen ab. Diese Ware wurde unter einem großen Arbeits- und Bewässerungsaufwand produziert.

Kartoffel: Gute Qualität
Die Kartoffel-Ernte 2018 liegt mit der von der Branchenorganisation Swisspatat geschätzten Menge von 446.978 Tonnen um gut 14.000 Tonnen unter dem Vorjahreswert und ungefähr im Schnitt der letzten 10 Jahre. Trotz Trockenheit liegt der Flächenertrag mit 403 kg pro Are nur knapp unter dem Vorjahr.

Die Bäuerinnen und Bauern pflanzten die Kartoffeln wegen der tiefen Temperaturen dieses Jahr erst spät. Weil der Frühling sonnig und warm war, holten die Kartoffeln auf, so dass je nach Region um 1 bis 2 Wochen früher als üblich geerntet werden konnte. Die Qualität ist mehrheitlich gut, obwohl in einigen Regionen die Trockenheit den Kartoffeln zu schaffen machte - dies vor allem im Nordosten des Landes. Trockene Böden erschwerten zudem die Erntearbeiten.

Quelle: lid


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