Franz Allofs über die Kooperation mit Meijers Planten und den Markenschutz für Walbecker Spargel

Eine Zusammenarbeit die Spargel trägt

Der Spargelhof Allofs aus Geldern-Walbeck ist ein Traditionsbetrieb und war für viele Jahre sowohl im Anbau wie auch bei der Züchtung von Jungpflanzen der edlen Stangen aktiv. Die Aufzucht war sogar so erfolgreich, dass sie die Kapazitäten des Betriebes inzwischen überschritten hat. Seniorchef Franz Allofs und sein Sohn entschieden sich dann für eine Kooperation mit dem niederländischen Unternehmen Meijers Planten aus Posterholt.

"Unser Spargelbetrieb liegt sehr nah an der niederländischen Grenze und hat in den letzten Jahren die Fläche groß erweitert. Wir haben schon seit 15 Jahren eine Jungpflanzenvermehrung und im letzten Jahr hatten wir dann große Probleme die Arbeit zu bewältigen." Die Pflanzen zu ernten, zu Sortieren und per Spedition an die Kunden zu liefern wurde für den Betrieb zunehmend ein zu großes Unterfangen. "Der Aufwand der Vermehrung kommt immerhin zusätzlich zu unserem eigenen Anbau von Spargel in Mini-Tunneln." Im März war die Lieferung noch zu bewältigen, mit dem Beginn der Ernte jedoch war die volle Kapazität erreicht und man kam teilweise sogar in Verzug mit der Lieferung.

Ein gutes Team
René Meijers und Franz Allofs kannten sich bereits von der letztjährigen Ausgabe der ExpoSE und so wand Allofs sich an seinen Bekannten um in der Situation Abhilfe zu schaffen. "Damals haben wir schon über die Zusammenarbeit gesprochen, da wir allerdings bereits ausgesät hatten wollten wir in der Saison 2018 noch einmal selbst ausliefern." Im Frühjahr diesen Jahres gab es dann viel zu tun: "Wir haben es nicht geschafft unseren ganzen Spargel zu ernten, da wir zu wenig Helfer hatten um die Ernte einzufahren, sie zu sortieren und auszuliefern." Der Arbeitskräftemangel hatte auch eine Auswirkungen auf den Verkauf der Jungpflanzen: "Da alle mit der Ernte beschäftigt waren, kauften die Betriebe zwischen dem 10. und dem 24. April keine Setzlinge, da sie keine Zeit hatten zu pflanzen." Anfang Mai wurden die Pflanzen dann gerodet und von der Firma Meijers zum Sortieren und Ausliefern übernommen.

Der Spargelhof Allofs hat nun die gesamte Kundschaft vertrauensvoll an die Firma Meijers weitergegeben. "Ich selbst bin allerdings weiter im Verkauf und mache das als Rentner so lange weiter, wie ich darauf Lust habe." Auf den Geschäftsreisen durch Deutschland lernt Allofs viel über den Sektor: "Ich besuche schon seit 15 Jahren unsere Kunden und sehe mir die Anbauflächen an. So kann man sehr viel über die Branche lernen."

Walbecker Spargel (g.g.A.)



Der Spargelhof Allofs feiert nächstes Jahr 90-jähriges Bestehen und wird von Franz' Sohn Michael in der vierten Generation geführt. "Der Betrieb ist Mitglied der Spargelbaugenossenschaft Walbeck und Umgegend e.G, die 1929 durch Herrn Dr. Klein Walbeck gegründet wurde, und von meinen Großvater Alois Allofs als eines der ersten Mitglieder aufgebaut wurde." Franz Allofs war in dieser Genossenschaft selbst 25 Jahre Vorsitzender. Im Jahr 2005 besuchte er ein Seminar der Landesregierung und wurde dort zum Markenschutz informiert: "Ich dachte gleich, dass das eine gute Idee für unseren Walbecker Spargel ist. Wie sich herausstellte hatten wir als Spargeldorf mit langer Tradition die besten Voraussetzungen. Im August 2013 haben wir den Markenschutz für geografisch geschützte Angaben dann nach viel Planung bekommen." Dann wurden sämtliche Erzeuger im betroffenen Anbaugebiet auf eigene Kosten geschult, der Einzugsbereich wurde mit Hilfe von Bodenkarten (da sich der Boden auf den Geschmack auswirkt) angepasst, und es wurde eine Vermarktungsgesellschaft gegründet. "Heute vermarkten wir unseren Spargel als markengeschütztes, regionales Produkt."

Zurzeit werden in Walbeck auf 210 Hektar Spargel geerntet, und das Gemüse wird zu 95% innerhalb von Nordrhein-Westfalen verkauft. "Zudem gibt es 40 Hektar Neuanlagen. Seit unserem Markenschutz vor fünf Jahren wurde die Anbaufläche bereits um 80 Hektar ausgeweitet." Alle Erzeuger in diesem Gebiet sind Mitglieder der Vermarktungsgesellschaft.

Grüner Spargel
"Nichts ist beständiger als die Unbeständigkeit, daher würde ich den weißen Spargel nicht als unangefochten bezeichnen auf dem deutschen Markt. Grünspargel hat in Deutschland einen Anteil der Anbaufläche von ungefähr 8%." Der Experte sieht, dass weißer Spargel vorwiegend von älteren Menschen bevorzugt wird – die anthocyanfreien, grünen Sorten hingegen seien weniger faserig und haben einen milderen, nussigen Geschmack, der an Gemüsesorten wie Brokkoli erinnert. Das mache ihn auch bei den jüngeren Generationen beliebt. "Der Markt für Grünspargel ist noch nicht gesättigt, daher versucht man in der Branche durch Werbekampagnen das Interesse am Gemüse zu wecken. Ich persönlich glaube aber nicht, dass man dadurch einen maßgeblichen Wandel in der Marktsituation sehen wird."

Was die Länge der Saison angeht sieht Franz Alllofs nur wenig Bedarf an einer Ausweitung, zumal der deutsche Anbau sowieso auf ein Ende der Saison bis zum 24. Juni angewiesen ist. "Danach muss man nämlich den Pflanzen die Möglichkeit zum Austreiben und zur Regeneration geben."

Für weitere Informationen:
Franz Allofs
Spargelhof Allofs
Broecksteg 5
47608 Geldern-Walbeck
Tel.: +49 0 28 31 / 33 82
mail@spargelhof-allofs.de
www.spargelhof-allofs.de


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