Wohin geht die Reise bei Bio-Möhren, Bio-Zwiebeln und Bio-Kartoffeln?

Bio-Gemüse: Erzeugerpreise bleiben hoch

200 Marktexperten, Bündler, Händler und Erzeuger diskutierten auf dem „3. Bio-Fachforum Gemüse und Kartoffeln“ in Visselhövede die aktuelle Situation und mögliche Folgen.

Der Frische-Absatz von Bio-Gemüse im Lebensmittelhandel wächst seit Jahren. In den ersten drei Quartalen 2018 jedoch gab es Rückgänge, sowohl bei Bio-Gemüse wie bei Bio-Kartoffeln. Die Haushalte kauften 5,2% weniger Bio-Gemüse ein als im Vorjahreszeitraum. Der Absatz von Bio-Kartoffeln stieg in den drei Quartalen des Jahres 2018 zwar um 2,8%, der Umsatz jedoch sank um 9,1%.

Den Grund sieht Dr. Hans-Christoph Behr, Agrarmarkt-Information-Gesellschaft (AMI), in den wetterbedingt schlechten Ernten. Viele Bio-Gemüseanbauer besonders im Norden hätten unterdurchschnittliche Mengen und Qualitäten eingefahren. Bei den Bio-Kartoffeln halten sich die Erntemengen im „normalen Bereich“, aber die Qualitäten ließen zu wünschen übrig. Für die Erzeuger, so Behr, bedeutet das: Die Preise sind hoch und bleiben stabil.

Die Bio-Gemüse-Anbauflächen in Deutschland sind von 2016 auf 2017 um 1050 ha auf 13.700 ha gewachsen. Die größten Bio-Anbauflächen in Deutschland belegen Möhren, 2.100 ha, vor Erbsen, Spargel, Kürbis (je 1.300 ha) und 900 ha Zwiebeln. Die Reihenfolge der Top-Bio-Gemüsekulturen spiegelt sich auch in den niedersächsischen Anbauflächen 2018 wider: Bio-Möhren, 410 ha; Bio-Zwiebeln, 190 ha; Bio-Freiland-Fruchtgemüse 170 ha; Bio-Betagemüse (Rote Bete) 170 ha; Bio-Spargel 150 ha und 140 ha Bio-Kohl. Mit rund 1.870 ha Gemüse-Anbaufläche steht Niedersachsen auf Platz drei der deutschen Bio-Gemüse-Anbauländer.

Deutsche Bio-Möhren Weihnachten ausverkauft
Johannes Blum vom Bündler „Brocker-Möhren“ erwartet, dass die deutschen Bio-Möhren Ende dieses Jahres komplett vermarktet sein werden. In anderen Jahren reichten sie bis Februar. Die knappe Ernte und witterungsbedingt weniger gute Lagereigenschaften der Ernte 2018 lassen weiterhin feste Preise erwarten. Mit Blick auf den hohen Importanteil sieht er für Landwirte gute Absatzchancen, wenn sie geeignete Böden haben.

Jede zweite Zwiebel wird importiert
Für Händler Reinhard Meyer vom ÖkoKontor Uelzen ist die Bio-Zwiebelernte 2018 „annehmbar“. Die großen Erzeuger in Niedersachsen hätten Beregnungsanlagen. Wenn man über Zwiebeln spreche, müsse man immer auch die Niederlande im Blick behalten, sagte Meyer. Wegen moderner Produktions- und Lagertechnik könnten die niederländischen Zwiebel-Erzeuger günstig produzieren und Ware bis Juni anbieten. Der Preis für Bio-Zwiebeln wird hoch bleiben und bei Bio-Zwiebeln fehle dem Handel das breite und ganzjährige Angebot.

Bio bei Konserven unterrepräsentiert
Der Bio-Anteil bei Tiefkühl-Gemüse rückt mit 8,3% dem Bio-Anteil bei Frischgemüse, 9,8%, weiter näher. Nachholbedarf gibt es bei den Konserven, zu denen auch die Rohkostsalate zählen. Hier hat Bio erst einen Anteil von 2,7%.

Auf 3,6% der deutschen Kartoffelfläche wachsen Bio-Kartoffeln
Das bedeutendste Kartoffelland ist Niedersachsen mit 2.400 Hektar. Jede vierte Bio-Kartoffel wächst in Niedersachsen. Von 2017 auf 2018 sind 65 ha Bio-Kartoffeln dazugekommen. Weitere Bio- Kartoffeln, die zwei bis drei Jahre nach der Umstellung als A-Ware auf den Markt kommen werden, gut zu integrieren, sei eine Herausforderung, sagte Reinhard Meyer vom ÖkoKontor auf dem „Bio- Fachforum“. Zum Problem wird 2018 die schlechte Lagerfähigkeit der Kartoffeln aufgrund des erlittenen Hitzestresses. Experten rechnen mit rund 30% aussortierten Kartoffeln.

Das „Bio-Fachforum Gemüse und Kartoffeln“ wird seit drei Jahren vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) organisiert. Die nächste Veranstaltung ist für Anfang November 2019 geplant.

Quelle: Gabot


Erscheinungsdatum:



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