Der CSR Risikochecker zeigt, welche Hürden Avocadohändler nehmen müssen

Der CSR Risk Checker ist jetzt in drei Sprachen verfügbar: Niederländisch, Englisch und seit kurzem auch in Deutsch. In diesem Jahr haben fast 20.000 Einzelbesucher die Risiken eines bestimmten Produkts, einer Branche oder eines Landes geprüft. Obst und Gemüse stehen auf der Liste der meistgesuchten Produkte. Wir haben uns auf die Avocado konzentriert, ein Produkt, das schnell an Popularität gewinnt und ständig nach neuen Ursprungsländern sucht. Wir haben die CSR-Risiken in Chile, Kolumbien und Peru geprüft und die Avocado-Händler zu ihren Erfahrungen in diesen Ländern befragt.



Chile
Der Avocado-Anbau in Chile besteht seit mehr als 30 Jahren und ist damit, zusammen mit Südafrika, der Gründer des kommerziellen Avocado-Anbaus. Der CSR Risk Checker berichtet unter anderem, dass eine wachsende Bevölkerung und eine zunehmende Nachfrage nach bestimmten Produkten das verfügbare Land unter Druck setzen. Dies kann nicht nur zu erheblichen Umweltschäden führen, sondern es können auch Konflikte auftreten. Beispielsweise sind viele Gebiete von indigenen Gemeinschaften bewohnt. Wenn die Rechte ihrer Eigentümer nicht staatlich anerkannt werden und keine angemessene Entschädigung angeboten wird, kann dies zu lokalem Widerstand gegen Projekte führen.

Das belgische Unternehmen Special Fruit erhält seine Avocados seit Jahren aus Chile. "Chilenen sind sehr strukturiert", sagt Evy van Gastel. "Der Anbau ist nicht so fragmentiert: Es gibt eine klare Top-5 der größten und besten Unternehmen. Sie haben die Erfahrung und das Wissen und es wird kontinuierlich in Themen wie Biodiversität investiert. Es besteht allerdings ein Risiko und das ist, dass nur ein begrenztes Wachstum möglich ist, da nur eine begrenzte Menge an Land zur Verfügung steht. Außerdem ist es weiter weg: Avocados aus Chile brauchen doppelt so lange, um nach Europa zu gelangen als beispielsweise das Produkt aus Kolumbien."

Kolumbien
Als Avocadoland ist Kolumbien das "new kid on the block". Viele Landwirte wechseln vom Kaffeeanbau auf Avocado-Anbau, da sich dies mehr rentiert. Der CSR Risk Checker zeigt, dass Kolumbien die zweit-reichste Biodiversität der Welt besitzt. Mehr als die Hälfte der Fläche besteht aus Wald. Interne Konflikte haben jedoch die Rechtsstaatlichkeit untergraben und der Druck auf die Umwelt hat zugenommen. Es gibt Abholzung, illegalen Drogenanbau und illegalen Bergbau. Darüberhinaus sorgt der Drogenhandel dafür, dass Korruption in Kolumbien ein ernstes Problem darstellt.

Floris Miedema von Solid Organic Link wächst und exportiert Avocados aus Kolumbien. "Es ist ein schönes Land, das viel erlebt hat. Die Menschen sind belastbar und offen. Das Klima ist auch perfekt für den Avocado-Anbau, obwohl das Wissen fehlt. Das größte Risiko bleiben jedoch die Drogen. Jeder kann Kokain in einem Avocado-Container verstecken. Um dies zu verhindern, arbeiten wir nur mit Lieferanten und Transporteuren zusammen, die BASC-zertifiziert sind. Das ist das Zertifikat für die Drogenkontrolle und das bedeutet, dass alles rund um die Uhr von Überwachungskameras aufgezeichnet wird, sodass man sicher ist, dass nichts Verrücktes passiert."

Kenia
Der CSR-Risiko-Checker zeigt an, dass die Macht europäischer Supermärkte groß ist. Sie stellen hohe ökologische und soziale Anforderungen, sind aber häufig nicht bereit, für die höheren Standards mehr zu zahlen. Infolgedessen können Kleinbauern oft nicht mit den großen Unternehmen konkurrieren, weil sie einfach nicht die Mittel haben, um beispielsweise in Infrastruktur oder Kenntnis zu investieren.

Sander Dijkslag besucht für das niederländische Unternehmen Eosta regelmäßig Kenia. „Es gibt viele Kleinbauern in Kenia, die kein Geld für Pestizide haben und daher oft "gezwungenermaßen biologisch" sind. "Wir können diese Bio-Avocados in den Niederlanden als Premiumware verkaufen. Man sieht die Auswirkung sofort: Die kenianischen Kleinbauern können plötzlich ein besseres Zuhause bauen, ihre Kinder zur Schule schicken und sich ein Moped leisten."

Schwierig ist, dass es in Kenia viele kleine Exporteure gibt, die besonders schnell Geld verdienen wollen und nicht über die Integrität des Produkts oder die Qualität nachdenken. "Infolgedessen gibt es viele Probleme auf dem Markt und es herrscht Streit um Geld, daher haben Avocados aus Kenia immer noch einen schlechten Ruf. Es müssten Organisationen kommen, an denen sich seriöse Exporteure beteiligen, die sich für Qualität engagieren. Sie können mit einer Reihe von Unternehmen ein besseres Image erstellen. Wenn die Exporteure die vereinbarten Regeln nicht einhalten, muss ihre Exportlizenz entzogen werden. Dann ist man auf dem richtigen Weg."

Wollen Sie wissen, welche internationalen CSR-Risiken Ihre Handelsaktivitäten darstellen? Machen Sie dann den (kurzen) Test auf  CSR Risico Checker.


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