Türkei: "Schlechteste Zitrusfrucht Saison die wir je hatten"

Die türkische Zitronen Saison ist nicht so gut zu sein, wie viele Bauern zuvor angenommen hatten. Durch die starke Konkurrenz zwischen den türkischen Exporteuren und dem Absturz der Türkischen Lira ist die Situation noch verzwickter. Und auch dass die Kaliber eher klein ausfallen hilft nicht gerade weiter.

Die Saison für türkische Zitronen läuft bereits seit einer Weile, sie ist am 20. August gestartet. Laut Mustafa Arslan, Exportmanagaer bei MDA Agricultural Products (MDA) hat die Saison sehr gut begonnen, sich dann aber schnell geändert: "Etwa Mitte September sind die Preise Woche für Woche gefallen. Der Grund für die Preissekungen sind die kleinen Kalibern und ein mangelhaftes Marketing. Das Problem ist, dass es eine große Konkurrenz zwischen den türkischen Exporteuren gibt."

"Als wir am 20. September mit der Enterdonat Sorte begonnen haben, sah die Situation ähnlich aus. Zu Beginn waren die Preise noch gut und auch die Nachfrage war gut. Allerdings setzen die türkischen Exporteure dann aus irgendeinem Grund die Preise herab und noch dazu kommt, dass der Euro und der US-Dollar immer wertvoller werden. Die Exporteure scheinen zu denken, dass sie wettbewerbsfähiger bleiben, wenn sie die Preise senken und das obwohl wir Probleme mit unserer Währung haben", sagt Arslan. "Natürlich werden der Euro und der US-Dollar irgendwann auch wieder sinken, aber die Preise bleiben gleich. Wir haben quasi für den LKW, den wir rausgeschickt haben, zwischen 1000 und 1300 Euro verloren. Und das gilt nicht nur für Zitronen, sondern auch für Mandarinen, Orangen und Grapefruits. Ich glaube, dass es die schlechteste Saison ist, die wir je hatten."

Die Situation lässt Arslan an die nächste Saison denken. Dann exportiert MDA normalerweise in die Balkanstaaten und sowohl nach West- als auch nach Osteuropa. Das Unternehmen sucht nach neuen Märkten: "Wir schauen auf den Arabischen Markt und Länder im Fernen Osten, weil die Situation hier jedes Jahr ein bisschen schlimmer wird. Insgesamt ist die Nachfrage in Europa und in den Balkanländern gut, sie soll aber Jahr für Jahr sinken. Deswegen haben wir keine Wahl, wir müssen uns an die fernöstlichen Länder halten", sagt Arslan. 

Während die meisten Länder, die Zitronen produzieren, Spanien als ihren größten Konkurrenten sehen, denkt Arslan, dass dies nicht so relevant für türkische Exporte sei. "Spanien ist nicht unser Konkurrent, weil die Türkei nur mit anderen türkischen Exporteuren konkurriert. Die spanischen Produkte sind immer besser als unsere. Sie leisten gute Arbeit und haben ein großartiges Marketing. Aus türkischer Sicht, ist das einzige 'gute' Marketing, das wir kennen, die Preise herunterzusetzen. Schlechtes Marketing, schlechte Preise und eine schlechte Qualität machen unserem Markt sehr zu schaffen. Beispielsweise sind die Preise in Polen und Holland viel niedriger als die Exportpreise in der Türkei. Wir müssen ein neues Marketingmodell schaffen, eine neue Möglichkeit für Exporteure, die Qualität zu kontrollieren - und das auf allen Ebenen. Vielleicht können wir dann eines Tages mit Spanien mithalten."

Eine Sache, die der Türkei helfen könnte wäre es, die Kaliber der Zitronen zu verbessern. Wie auch in Mexiko und Spanien hat die Zitronenernte in der Türkei eher klein begonnen. "Zu Beginn der Saison waren die Zitronen kleiner und deswegen sind die Preise in den Keller gegangen. Momentan sind die Kaliber aber sehr gut. Beispielsweise haben unsere Lamas Zitronen mit kleinen Kalibern gestartet, aber die meisten Zitronen haben nun eine Größe 3,4 oder 5. Das bedeutet, dass wir momentan eigentlich kein Problem mit den Kalibern haben. Das Problem liegt in der Vermarktung", sagt Arslan abschließend.

Für weitere Informationen: 
Mustafa Arslan
MDA Agricultural Products
Mobile: +90 541 348 39 09
Email: mustafa@mda-agro.com 
www.mda-agro.com 


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