AgrarMarkt Austria: Marktbericht Obst und Gemüse, Oktober 2018

Apfelpreis auf Talfahrt, Außendhandel bei Zwiebeln angesprungen, Kartoffelpreise im Steigen

Rekordernte schickt Apfelpreis auf Talfahrt
Vorläufige Schätzungen gehen 2018 von über 220.000 t an bundesweit geernteten Äpfeln aus Erwerbsanlagen aus. Alleine die Steirer konnten heuer starke 190.000 t einbringen. Endgültige Zahlen und deren Interpretation werden nach Abschluss der Ernteerhebungen veröffentlicht.

In Folge von chronischen Mangel an heimischer Ware und hohen internationalen Preisen während der Sommermonate partizipierten heimische Apfelbauern noch im August mit einem Großhandelspreis von durchschnittlich 1,05 EUR/kg für ihre Frühsorten erfolgreich
am Markt. Spätestens mit dem Einstieg der Gala Gruppe und entsprechenden Verfügbarkeiten folgte dann die Trendumkehr. Alsbald ging der Großhandelspreis mit 0,61 EUR/kg für Tafeläpfel KL I auf Tauchstation. War das Niveau im August noch gefällige 48 % über dem Wert des Vorjahres, so spürten heimische Vermarkter schon ab September wohin die Reise gehen wird. Minus 34 % zum  korrespondierendem Vorjahreswert sprechen eine klare Sprache.

Natürlich folgte auch im Oktober keine Entspannung. Ganz im Gegenteil. In Jahren wie diesen, wo sich heimische Produzenten über ausreichend Ertrag in jederlei Hinsicht freuen könnten, manifestiert sich die wechselseitige Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage in
der Wertigkeit des Erzeugnisses. Der von der Agrarmarkt Austria erhobene, gewichtete Durchschnittspreis „ab Rampe“ für Tafeläpfel KL I betrug im Oktober nur mehr 0,48 EUR/kg und notierte damit bereits 49 % unter dem korrespondierendem Monat 2017.

Auch bei Pressobst sehen sich heimische Lieferanten mit äußerst mageren 4-6 Cent/kg konfrontiert. Vorausgesetzt die Abnehmer haben überhaupt noch freie Kapazitäten. Verständlich, dass so mancher Landwirt die Früchte gleich am Baum belässt.

Nicht zuletzt wegen der prognostizierten europäischen Rekordernte von 12,6 Mio. Tonnen und fehlender Alternativmärkte die Übermengen im großen Stil aufnehmen könnten, kennt der Apfelpreisindex zurzeit nur eine Richtung.

Aber zumindest die Versorgungsbilanz für Kernobst wird 2018/19 positiv ausfallen und dementsprechend dürfen Freunde von Apfel & Co. mit einer lückenlosen Versorgung an heimischen Früchten bis zur neuen Ernte rechnen. Dieser Tage, und darüber hinaus, müssen heimische Produzenten wie auch Konsumenten bitte kräftig reinbeißen und das Beste daraus machen. Sei es Profit, Kostendeckung oder Apfelstrudel.

Lesen Sie hier den vollständigen Marktbericht.

Österreichischer Karottenmarkt ausgeglichen, Exporteure bitte warten
Seit geschlagenen siebzehn Kalenderwochen notiert der Erzeugerpreis für Karotten laut niederösterreichischer Landwirtschaftskammer für Ware gepackt im 5 kg Gebinde auf
hohem Niveau bei durchschnittlich 42,50 EUR/dt. Um das Risiko von Lagerfäulnis zu minimieren verliefen die Einlagerungen, aufgrund der warmen Temperaturen, Anfang des Monats nur schleppend. Mitte Oktober endlich ein paar kühle Tage. Unverzüglich wurden die Erntearbeiten vorangetrieben, denn eine Überkalibrierung der Lagerware ist zu Gunsten der Vermarktbarkeit tunlichst zu vermeiden. Letztes Jahr konnten 98.000 t inkl. Industrie mit durchschnittlich 53 t/ha eingebracht werden.

Heuer dürften die Hektarerträge vor allem auf unbewässerten Schlägen, mehr als unterdurchschnittlich ausfallen und so auch die Ernte gesamt. Was hatte sich am Verbrauchermarkt getan? Die saisontypisch ruhige Nachfrage konnte zu jeder Zeit problemlos befriedigt werden. Überhänge gab es nicht. In Folge spielten auch Exporte, wenn überhaupt, dann nur eine untergeordnete Rolle.

Außenhandel bei Zwiebeln angesprungen, Preise stabil auf hohem Niveau
Der Erzeugerpreis bei Zwiebeln lose, sortiert in Kisten hält stabil auf 30 EUR/dt und erfreut entsprechend die Gemüter. Mit einer satten Wertsteigerung von 114 % zum korrespondierendem Monat des Vorjahres konnten die Produzenten durchaus zufrieden sein. Leichte Abschläge wurden hingegen bei Großhandelspreisen gemeldet. Aber selbst mit einem Minus von 8,5 % zum Vormonat notiert der „ab Rampe“ Preis für Oktober immerhin noch 37,5 % über dem Vorjahr. Es kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Preisrally des vielseitigen Feldgemüses weitergeht. Erfahrungsgemäß werden sich mit weiteren Sinken der Temperaturen auch die Zugriffe am POS intensivieren, Einlagerungsaktionen inklusive. Angesichts einer europaweit unterdurchschnittlichen Zwiebelernte herrschten, auch über die
politischen Grenzen hinweg, durchaus rege Handelstätigkeiten. Große Kaliber sind dabei besonders gefragt und werden entsprechend vergütet.

Kartoffelpreise im Steigen, Engpässe nicht ausgeschlossen
Wie die Agrarmarkt Austria wiederholt berichtete, ist es um die heurige Kartoffelernte schlecht bestellt. Vor allem DIE österreichische Anbauregion Niederösterreich war von Schadquellen aller Art besonders betroffen. Der einzige Vorteil der geringen Niederschläge
war die beinahe völlige Abwesenheit von Krautfäule. Die Folgen des trockenen, heißen Sommers machen sich nun bei jeder Sortierung erneut bemerkbar und Ausfälle von bis zu 40 % und mehr drücken massiv auf die Nettoerträge. Nachdem sich die Erzeugerpreise im
September noch träge gezeigt hatten, kam im Oktober endlich Bewegung ins Spiel. Dass diese anziehen werden war abzusehen. Die Frage war nur wann.

Ende Oktober hatte sich die Situation weiter zugespitzt und die tatsächlichen Verluste allzu offensichtlich. Das Preisniveau war nicht mehr zu halten. Erdäpfel aller Güteklassen
gewannen an Wert. Mit 22,00 EUR/dt oder Plus 22 % für mittelfallende Ware hatte sich der Preis gegenüber September um 22 % gesteigert. Übergrößen wurden mit 20,00 EUR/dt bzw. für 14% mehr abgesetzt. Einwandfreie, schalenfeste Premiumware mit AMA
Gütesiegel wurde für 24,00 EUR/dt gehandelt. Preismeldungen aus der Bundesrepublik jenseits der 30 EUR/dt für Speisekartoffeln, mittelfallend lassen darauf schließen, dass auch hierzulande das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Dadurch inspiriert werden immer öfter nicht kontrahierte, schalenfeste Chargen von heimischen Landwirten für einen späteren Vermarktungszeitpunkt zurückgehalten, um von einem weiteren Preissprung zu
profitieren. Wer kann es Ihnen verübeln. Es ist nicht auszuschließen, dass bereits ab Frühjahr 2019 im großen Stil um sehr teures Geld Ware importiert werden muss. Von wo sei dahingestellt. Was bleibt ist die Hoffnung, dass auch im nächsten Jahr ausreichend österreichische Landwirte die Herausforderung annehmen und Kartoffelbau betreiben. Ein fairer Preis und wo benötigt Sonderregelungen im phytosanitären Bereich könnten in der
Entscheidungsfindung der Produzenten den Ausschlag für diese, für den heimischen Standort so wichtige und hochgeschätzte Kulturpflanze geben.

Lesen Sie hier den vollständigen Marktbericht.


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