Israelischer Paprikaproduzent blickt Richtung Nischenmärkte

Die Paprikasaison begann vor einem Monat in Israel. „Bis jetzt geht es in die gleiche Richtung wie letztes Jahr“, sagt Eyal Sahar, Vorstandvorsitzender und Gründer der israelischen Erzeugervereinigung Gilad Desert Produce. Er ist außerdem ein Paprikaerzeuger. “Unser Hauptmärkte sind Russland, Kanada und die USA, Europa und Großbritannien. Das liegt an dem Boykott der europäischen Produkte nach Russland. 70% der Paprika, die in Russland verkauft werden, kommen aus Israel.“

Er sagt: „Der Markt ist jetzt gespalten. Wir machen viele Geschäfte mit Russland. Spanien hat fast ganz Europa erobert, inklusive Osteuropa. Wir, wie immer, haben das gleiche schmale Zeitfenster in Nordamerika – November und Dezember. Wir haben zwei Monate, in denen wir sie beliefern können. Bis November beliefern Kanada, die Niederlande und Mexiko sie. Dann, Ende Dezember, beginnt Mexiko mit großen Volumina.“

Bio-Paprika werden nächste Woche verfügbar sein. „Da konkurrieren wir auf dem gleichen Markt wie bei konventionellen Paprikas“, sagt der Geschäftsführer und Erzeuger. „Mexiko ist unser Hauptkonkurrent auf dem US-Markt und Spanien in Europa. Man kann sehen, dass die Bio-Produktion jedes Jahr ansteigt.“

Die Paprika werden gewaschen, bevor sie sortiert werden.

Die Paprikasortierungslinie. Die meisten Angestellten sind aus Südostasien und Afrika. Studenten bekommen ein Arbeitsvisum für ein Jahr, andere ein Arbeitsvisum für fünf Jahre. Danach müssen sie in ihr Heimatland zurückkehren.

Eyal sagt, dass die hohen Transportkosten auch die Verkäufe in die USA hemmen. Er sagt, dass in den letzten zwei Jahren die Luftfracht sehr teuer geworden sei. „Der gewerbliche Onlinekauf kreiert einen enormen Druck auf den Transport von landwirtschaftlichen Produkten auf dem Luftweg. Gewerbliche Onlineunternehmen zahlen 5$/kg für die Luftfracht, wir 1,50$.”

Laut Eyal begannen viele Erzeuger in den Hauptanbauregionen der Paprika in Israel ihre Bepflanzungen dieses Jahr früher – Anfang Juli. „Die Bepflanzung beginnt normalerweise Ende Juli / Anfang August. Der Großteil der Erzeuger baut komplett in Erde und mit Netzhäusern an.

Nach dem Regen braucht man fast keine Bewässerung.

Links ist Eyal im Paprikagewächshaus seines Freundes Ori Porat Eyal, der auch Paprika auf 15 ha anbaut.

Netzhäuser

Einer dieser Erzeuger, Ori Porat, ist ein Freund von Eyal und baut gelbe, rote und orangene Paprika in seinen Netzhäusern an. Er hat eine durchschnittliche Produktion von 8kg/m². „Ich habe zwischen 60 und 65% rote, 25% gelbe und 10 bis 15% grüne Paprika“, erklärt der Erzeuger. „Ich liefere eine Menge nach England. Sie möchten allerdings mehr alle drei Farben, die sogenannte ‚Ampel‘.“

Eyal sagt, dass sie versuchten, Großbritannien mit der immer beliebteren Spitzpaprika zu beliefern, aber „die Preise sanken sehr schnell“. Laut ihm ist es logistisch günstiger, dass Spanien die europäischen Länder beliefert, inklusive Großbritannien. „Wir haben es in der Vergangenheit versucht; die Spanier machen da einen guten Job“, sagt er.

Der Weg zwischen den Paprika, den Spritzmaschinen benutzen, um durch das ganze Gewächshaus in ein paar Minuten zu kommen.

Neben Paprika baut Gilas auch rote und weiße Zwiebeln auf 6 Morgen an. Ihre Preise sind momentan sehr hoch.

Ein Yahav vom Wasserreservoir aus gesehen. Frischwaren werden auf insgesamt 600 ha angebaut.

Versuch, einen Nischenmarkt zu knacken

„Wir können nicht mit Spanien in Europa konkurrieren und es gibt bislang keine Alternativen“, sagt er. „Afrika ist ein wirklicher Nischenmarkt, also ist das keine Lösung für uns. Indien ist auch kein Paprika essendes Land.“ Er sagte allerdings, dass sie versuchen, die Chilischotennische in Europa zu knacken. „Ich bin sehr optimistisch. Die Versuchsperiode letztes Jahr lief gut.“

Die Gesamternte war in den letzten drei Jahren die gleiche, sagt Eyal. Trotz allem glaubt er, dass es eine Zukunft für israelische Paprikas gibt. „Die Menschen hier in Arava sind sehr tough. Sie haben keine andere Wahl. Es gibt eine spezielle Gemeinschaft für die Menschen dieser Gegend – fleißige, toughe Menschen, die hierbleiben möchten.“

Bei der Frage nach der größten Herausforderung der Paprikaproduktion für die Zukunft antwortet er: „Arbeit. Es ist sehr teuer; circa 30% der Erzeugerkosten hängen mit der Arbeit zusammen. Es gibt auch einen Mangel an Arbeitern.“

Grün in der Wüste

In der Vergangenheit war dieser Ort gefüllt mit Gewächshäusern, jetzt werden Dattelpalmen angebaut. Nach fünf Jahren wird die erste Ernte gehandelt werden, nach acht Jahren wird die Produktion ihre volle Kapazität erreicht haben. Ein ausgewachsener Palmenbaum produziert 100 Kilo Medjool-Datteln jährlich.

Für mehr Informationen:

Eyal Sahar Gm
Gilad Desert Produce Ltd
Tel: +972 8 6582515
www.giladltd.co.il 
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