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Bio Kartoffel Erzeuger e.V.

Bio Kartoffeln - 100 Tage extreme Trockenheit

Früher als in anderen Jahren hat die Ernte von Bio Kartoffeln schon vor 2 Wochen
bundesweit begonnen. Die Flächen in den Frühkartoffelgebieten, wie der Pfalz und dem
Niederrhein sind weitgehend geräumt, die Erträge und die Qualitäten waren 
zufriedenstellend, da der Pflanzzeitpunkt deutlich früher als in den klassischen Anbauregionen liegt und bei den Qualitäten musste durch Drahtwurmbefall leichte Abstriche gemacht werden. Einige Landwirte haben daher ihre Bio Kartoffeln zur Qualitätssicherung in ein Lager roden müssen, für Frühkartoffelanbauer eine
ungewöhnliche Maßnahme.

Nach der ungewöhnlichen Trockenheit in ganz Nordeuropa konnte nur durch intensive
Beregnung der Ertrag und die Qualität gehalten werden. Betriebe, die über keine
Beregnungsmöglichkeit verfügen, müssen erhebliche Ertragseinbußen hinnehmen, auf
einigen Flächen kommt es sogar zum Totalausfall. Auch auf sehr guten Standorten, wo die Böden lange das Wasser halten können, gibt es keine Bodenfeuchte mehr, da es in vielen Regionen 18 Wochen kaum noch geregnet hat. Dazu kamen sehr hohe Temperaturen und Wind, die den Boden zusätzlich austrocknen, das hat es in der Kombination bisher kaum gegeben.

Für das reguläre Wachstum benötigt ein Kartoffelbestand ca. 450-500mm Feuchtigkeit über den gesamten Vegetationszeitraum (Quelle Wilfried Dreyer Naturland Kartoffelberatung), die durch die Bodenfeuchte, Morgentau und Regen zur Verfügung steht. Durch die ausbleibenden Niederschläge und die extreme Hitze über Wochen wurde
laut Fachverband Feldberegnung e.V. eine negative Wasserbilanz von über 400mm seit April 2018 in weiten Teilen Deutschlands gemeldet.

Dieses Defizit konnte nur mit intensiver Beregnung bedingt ausgeglichen werden. In den vergangenen trockenen Jahren wurden die Bestände 3-4 Mal beregnet, in diesem Jahr waren es bis zu 10 Durchgänge. Dieser hohe Aufwand, kombiniert mit guten tiefgründigen Bodenstrukturen durch nachhaltige Wirtschaftsweise im ökologischen Anbau, konnte den Ertrag bei den meisten Betrieben mit einer Beregnungsmöglichkeit absichern. Trotzdem kommt es immer wieder zu leichtem Schorf auf der Oberfläche und zu Löchern durch den Drahtwurm. Ab 25°C reagiert die Kartoffelpflanze mit Wachstumsstress. Da es schon im Mai sehr warm war, haben viele Sorten deutlich weniger Knollen angesetzt als sonst üblich.

Der Boden darf nicht trocken werden, da sonst zu viel Sauerstoff eindringen kann und
damit die Schorfbildung auf der Schale begünstigt wird. Die meisten gängige Sorten neigen bei Trockenheit zu Wachstumsrissen oder „Verpuppungen“. In den Sortenversuchen der Landwirtschaftskammern und der Beratungsringe haben fast alle Sorten durch Fehlbildung mit optischen Mängeln auf die hohen Temperaturen und den latenten Wassermangel reagiert.

Die meisten Erzeuger mussten sich entscheiden wo die vorhandenen Beregnungskapazitäten eingesetzt werden, da die Intervalle deutlich kürzer sein mussten. Wer also seinen Schwerpunkt auf die Kartoffel gesetzt hat, muss die anderen Kulturen weitgehend ertrocknen lassen. Vielerorts wird schon jetzt, üblich ist Ende September, der Mais gehäckselt, da sonst nur noch Stroh übrig bleibt.

Zusammenfassend gehen wir mit dem Wissen von heute von einer leicht unter
durchschnittlichen Ertragserwartung aus. Im Hinblick auf die extremen Wachstumsbedingungen und die dadurch entstandenen optischen Defizite wird die Nettomenge kleiner sein als in den vergangenen Jahren.

Kontakt:
Dr. Heiko Dreyer
Pressesprecher BKE
Bioland-Hof Agena/Dreyer
Hagenpolder 1
26736 Krummhörn
Mobil: 0174 64 24 154

Monika Tietke
Geschäftsführerin BKE
Gross Breese 3
29494 Trebel
Mobil: 0160 78 30

Erscheinungsdatum:



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