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Deutschland verzeichnet in 2016 einen Anstieg von 9,9 Prozent

Die biologische Industrie wächst weltweit weiter

"Nach vorläufigen Berechnungen liegt der Umsatz des globalen Marktes für Bio-Lebensmittel und Getränke im Jahr 2016 bei knapp 90 Mrd. USD. In allen wichtigen Regionen der Welt gab es hohe Zuwachsraten, vor allem in Nordamerika und Nordeuropa", sagte Amarjit Sahota von der Londoner Business-Beratung Ecovia Intelligence (vormals Organic Monitor).

Die Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit von organischen Rohstoffen nehmen jedoch zu. Helga Willer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in der Schweiz (FiBL) sagte: "Wir freuen uns sehr darüber, dass die Menge an biologischem Anbau in der ganzen Welt 2016 weiter gestiegen ist. In den meisten europäischen Ländern hat dies zwar zugenommen, jedoch nicht in jedem."

Sie und Julia Lernoud haben im Auftrag von FiBL und IFOAM - Organics International, der internationale Schirmverband der Bio-Landwirtschaft und der internationale Schirmherr der BIOFACH, seit vielen Jahren einen Überblick über die ökologische Ackerlandentwicklung auf allen Kontinenten zusammengestellt.

Europas führende Länder in Bezug auf das ökologische Ackerlandwachstum im Jahr 2016 waren Bulgarien, Kroatien und Zypern, mit Sprüngen von 35, 23 und 18 Prozent. Aber auch in den größeren Ländern wie Frankreich (+ 210.000ha), Deutschland (+ 75.650ha) und Spanien (+ 50.232ha) gab es erfreuliche Zuwächse. In Griechenland, Polen und Rumänien gab es jedoch Rückgänge von rund 130.000ha.

Veränderungen in Australien sind besonders auffällig, da hier sehr große Weideflächen sind. Dort wurden im letzten Jahr einige neue Bio-Farmen ergänzt. "Unsere Berechnungen deuten darauf hin, dass die Menge an biologischen Ackerflächen im Jahr 2016 um rund 5 Mio. ha gestiegen ist. Das ist ein hervorragendes Ergebnis", worüber sich Helga Willer, Julia Lernoud und Urs Niggli (Leiter des FiBL) sehr freuen.

Deutschland: kontinuierliches Wachstum
Der Bio-Markt in Deutschland ist traditionell stark und verzeichnete 2016 eine Wachstumsrate von 9,9 Prozent. Insgesamt wurden in den Vertriebskanälen des Landes Umsatzerlöse in Höhe von 9,48 Mrd. Euro erzielt und für 2017 werden über 10 Mrd. Euro vorhergesagt. Mit ihrem Sortiment der Bioprodukte und einer Umsatzsteigerung von 14,6 Prozent lag der Umsatz herkömmlicher Supermarktketten (Einzelhändler) mit 5,45 Mrd. Euro deutlich über dem Durchschnitt des Vorjahres.

Dies war darauf zurückzuführen, dass sie nicht nur angemessene Preise für Eigenmarken genommen haben, sondern auch eine größere Produktpalette als in den Vorjahren anboten haben. Der Umsatz bei Naturkost-Fachgeschäften stieg um 5 Prozent, auf 2,85 Mrd. EUR. Während die Hälfte der Bio-Produkte in Deutschland für konventionelle Lebensmittelhändler ausgegeben wurde, wurde knapp ein Drittel davon von Fachgeschäften bezogen.

Andere Vertriebskanäle wie Hofläden, Wochenmärkte und Metzgereien verzeichneten einen geringeren Anstieg, der insgesamt 2,2 Prozent ausmachte.

Österreich: Biologischer Umsatzanteil liegt bei fast 10 Prozent
Neben Dänemark und der Schweiz gehört Österreich seit jeher zu den führenden Produzenten in Europa. Seit über zwei Jahrzehnten werden besondere Anstrengungen unternommen, um insbesondere den biologischen Landbau in den Bergregionen zu unterstützen. Regionale Verarbeitung und Vermarktung sind daher sehr verbreitet und es ist kein Wunder, dass der biologische Anteil am gesamten Lebensmittelumsatz in Österreich stetig zunimmt.

Während es im Jahr 2013 noch bei 6,7 Prozent lag, stieg es Ende Juni 2017 auf 8,6 Prozent, nach einer von AMA Marketing durchgeführten RollAMA-Analyse. Bio-Kartoffeln machten 16 Prozent des Marktes aus, während Gemüse 14 Prozent ausmachte.

Die Zahl der Bio-Betriebe in Österreich ist seit Jahren relativ hoch. Bis Mitte der 1990er Jahre waren es bereits rund 20.000, 2015 waren es noch 20.779, so dass es seit zwei Jahrzehnten weitgehend unverändert geblieben ist. Der Gesamtumsatz von Bio-Produkten in Österreich im Jahr 2016 betrug 1,6 Mrd. EUR. 75 Prozent davon ist auf konventionelle Lebensmittelhändler zurückzuführen, 19 Prozent davon auf Fachgeschäften und die restlichen 6 Prozent im Gastronomiebetrieben.

Italien: starkes Wachstum im Jahr 2016
Italien verzeichnete im Jahr 2016 erfreuliche zweistellige Zuwachsraten, sowohl in der Menge an ökologischem Landwirtschaftsflächen, als auch in der Anzahl der ökologischen Landwirtschaftsbetriebe.
Ende des Jahres wurden auch 300.000 ha in biologisches Ackerland umgewandelt, wobei die Gesamtmenge an biologischem Land auf 1,8 Mio. ha anstieg. Die Flächen für Gemüse, Getreide, Oliven und Keltertrauben verzeichneten mit 49, 32 und 23 Prozent besonders starke Zuwächse, wobei die Regionen Sizilien, Apulien und Kalabrien am stärksten wuchsen.

Nach einer Analyse des Sinab-Instituts sind 14,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Italiens inzwischen biologisch. Von den 72.154 Unternehmen, die Bio-Produkte verkaufen oder produzieren, sind fast 56.000 Biobetriebe. Auch der Gesamtumsatz mit Bioprodukten hat sich im Jahr 2016 mit 14 Prozent zum Positiven verändert. Der Anstieg des biologischen Umsatzes im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel lag mit 16 Prozent leicht über dem Durchschnitt, bei Naturkostläden lag er bei 3,5 Prozent und bei Zustelldiensten, Wochenmärkten und Hofläden bei 13 Prozent.

Das Marktforschungsinstitut Nielsen und der Bio-Produzentenverband AssoBio sagen, dass der Gesamtumsatz mit Bio-Lebensmitteln in Italien im Jahr 2016, einschließlich der Einnahmen in Hotels, Restaurants und anderen Gastronomiebetrieben, somit 3 Mrd. EUR betrug.

Frankreich: starker Umsatzanstieg
Laut einem Bericht der halbstaatlichen Agence Bio, mit Hauptsitz in Paris, haben französische Naturkostläden, konventionelle Lebensmittelhändler und Hofläden im Jahr 2016 eindrucksvolle 1,2 Mrd. Euro Umsatz mit Bio-Produkten erzielt.

Damit wuchs die Branche um 21,7 Prozent und erwirtschaftete insgesamt einen Umsatz von 6,7 Mrd. Euro. Auch Hotels, Restaurants und andere Catering-Betriebe erzielten einen biologischen Umsatz von 411 Mio. Euro. Die Produktkategorien mit dem größten Wachstum waren Obst und Gemüse, mit 33 Prozent, und Trockenfutter, das um 24 Prozent anstieg.

Schweden: Bio-Marktanteil ist mit der höchste auf der Welt
Der starke biologische Trend in Schweden läuft bereits seit vier Jahren. Das Land verzeichnet seit 2014 jedes Jahr hohe Wachstumsraten, die zwischen 30 und 40 Prozent liegen. Allein zwischen 2014 und 2016 verdoppelte sich sein Bio-Markt auf 2,6 Milliarden Euro.

Im Moment hat sich das Wachstum des Marktes wieder etwas verlangsamt. Dies liegt einerseits an einer Marktsättigung, aber auch an den Herausforderungen bei der Versorgung mit biologischen Rohstoffen. Cecilia Ryegård schätzt, dass der Markt im ersten Halbjahr 2017 um 7 bis 8 Prozent gewachsen ist.

Frau Ryegård ist zuständig für das Internet-Spezialportal Ekoweb und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Zahlen und Informationen zur schwedischen Bio-Branche. Bemerkenswert ist die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der der Bio-Produktanteil in Schweden in den letzten Jahren gestiegen ist. Er beträgt derzeit 9,3 Prozent, was Frau Ryegård zu den höchsten der Welt zählt.

Für weitere Informationen besuchen sie www.biofach.de

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