Die Verzögerung durch die Scans sind ein extremer Kostenposten für die Händler. Ron berechnet seinen Schaden von letzter Woche Freitag auf 50.000 Euro. Johannes Lachi von Exotimex geht in seiner Reaktion von einem Schaden von 500,- Euro pro Container aus. "Von mir aus dürfen sie alles scannen, aber gib einen Zeitplan an, so dass wir wissen, wann ein Container freigegeben wird. Nun ist der Transport nicht zu planen und kommen viele Kosten hinzu," schreibt er in einer Reaktion. Die Undeutlichkeit über den Zeitplan eines Scans wird auch in anderen Reaktionen als großes Problem genannt.
'Externe Scans'
Bei Ankunft der Container im Hafen Rotterdam werden diese anhand von Risikoprofilen für das Scannen ausgewählt. Alle Händler wissen, wie wichtig das Scannen ist und es ist auch nicht das, worüber geklagt wird. Es geht mehr um die Prozedur und die Schnellheit, womit die Scans ausgeführt werden. Dem Zoll zufolge bekommen sie seit der Abschaffung der 'Externen Scans' im Februar 2016 auch derartige Beschwerden aus dem Obstsektor. Hiermit verfiel die Möglichkeit, dass AEO-zertifizierte Unternehmen die Container selbst zum Scan transportieren konnten. Diese Regel wurde abgeschafft.
"Beim externen Scannen ist es immer noch notwendig, dass die Ladung schnell freigegeben wird, um die Kosten für die Unternehmen so gering wie möglich zu halten," reagiert Gera van Weenum, Sprecherin des Zolls. "Wir verstehen absolut, dass die Unternehmen den Zoll dafür verantwortlich machen, eine bessere Lösung zu finden."
Notprozedur
Sie gibt hierbei aber auch an, dass an Externen Scans Risiken verbunden sind. "Die Sicherheit dieses Prozesses war nicht ausreichend, wodurch das Risiko bestand, dass Container den Terminal verliessen, ohne die notwenige Kontrolle. Extern Scannen ist jetzt nur noch möglich, wenn von einer Notprozedur die Rede ist. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass sie in der Regel erst über ihre Container verfügen können, wenn der Kontrollprozess abgerundet ist.
Diese Notprozedur gilt, wenn der Scan länger als 36 Stunden nicht ausgeführt werden kann oder in Ausnahmefällen. Der Zoll bestimmt, ob die Notprozedur eingesetzt wird. Diese Maßnahme ist allerdings nicht immer eine Lösung. Letzte Woche wurde deutlich, dass der Zoll sich strikt an die 36 Stundennorm hält. Es ist nicht möglich, um die Notprozedur früher zu starten, um den Container rechtzeitig beim Scan anbieten zu können. Desweitern war es hektisch beim Scan, wodurch dieser auch bei der Ausführung der Notprozedur nicht rechtzeitig ausgeführt werden konnte.
Schneller freigeben
"In einem Großteil der Fälle, wird der Scanprozess innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen," erklärt Gera. "Bei Hochbetrieb, wenn große Schiffe nacheinander ankommen, kann es sein, dass diese Frist nicht eingehalten werden kann. In Ausnahmefällen bekommt das Unternehmen die Möglichkeit, den Transport zum Scan selbst zu regeln. Vor der Abschaffung der externen Scans war dies anders. AEO zertifizierte Unternehmen konnten direkt nach Ankunft im Hafen die Ware selbst zum Scan bringen (lassen). Desweiteren gab es anfänglich keine zusätzlichen Kosten für Überschlag am Wochenende und Transportkosten von und zu den Scans. Die Beschwerden können wir uns nicht anders erklären."
Der Zoll gibt an, nach einer Lösung zu suchen. "In Verhandlung mit Deltalinqs, Fenex, VRC, den beteiligten Terminals und dem Zoll, wird momentan untersucht, auf welche Weise wir diesen Prozess verbessern und Container schneller freigegeben werden können. Es wird außerdem untersucht, unter welchen strengen Voraussetzungen das externe Scannen gestattet werden kann, wobei den Risiken vom Verschwinden von Sendungen vorgebeugt wird."