Der Anstieg ist am höchsten bei Blaubeeren und Himbeeren, mit einer Konsumzunahme von 6 bis 7 %. Der Erdbeermarkt, mit einer kleinen Zunahme von 2% ist gesättigt. Die am schnellsten zunehmenden Märkte im Konsum von Blaubeeren sind Großbritannien und Deutschland. Der Anstieg ist überdurchschnittlich. Andere Länder in denen die Blaubeere an Beliebtheit gewinnt sind die Niederlande, Dänemark, Schweden, Polen und Tschechien. Bei Erdbeeren sind es vor allem die Schweden, Dänen und Spanier, die dieses Obst mehr konsumieren.
Amerikanischer Konsum
Auch auf der anderen Seite des Ozeans ist der Markt in Bewegung. Wo im Jahr 2005 noch 90% des Konsums von frischem Weichobst aus Erdbeeren bestand, und nur 7% des Marktes Blaubeeren waren, hat sich dat Bild im Jahr 2014 stark verändert. Erdbeeren sind immer noch am beliebtesten mit 76%, aber die anderen Weichobstsorten werden immer mehr gegessen. In absoluten Zahlen kommt dies auf 700 Gramm Blaubeeren und 3,5 Kilo Erdbeeren pro Kopf pro Jahr. Blaubeeren erobern einen Marktanteil von 15% und auch Himbeeren und Brombeeren zeigten steten Anstieg. Wo Himbeeren im Jahr 2004 noch 2% des Marktes belegten, war das 2014 5%. Für Brombeeren, obwohl immer noch in kleine Mengen, ist der Anstieg auch spektakulär. Der Marktanteil stieg von 1% in 2004 auf 4% in 2014.
"Es gibt Möglichkeiten im Sektor," erzählt Cindy. "Bessere Sorten, längere Saison, Zusammenarbeit in der Kette können den Konsum noch mehr erhöhen." Aus einer amerikanischen Untersuchung wird deutlich, daß 85% der Amerikaner nie Blaubeeren oder Himbeeren kauft. Eine andere Untersuchung hat sich in die Preiselastizität des Weichobstes vertieft. Laut dem Report kommt eine Preisabnahme von 10% mit einer Zunahme der Nachfrage von 10 bis 20% überein.
Biologischer Aufmarsch
Eine andere Entwicklung ist der Aufmarsch des biologischen Anbaus. Diese ist vor allem in Osteuropa zu finden. In den Zahlen sind Erdbeeren nicht mit vertreten. Polen ist weitestgehend der größte Produzent von Biobeeren. Die biologische Anbaufläche hier kommt auf 14.000 bis 15.000 Hektar. Zweiter auf der Liste ist Litauen mit einer Fläche von 4.000 Hektar. Spanien nimmt den dritten Platz ein, was betrifft die Anzahl Hektar und die Spitzenposition von schnellsten Steigern. Das Land hatte im Jahr 2008 ca 1.000 Hektar biologische Beerenzucht. In 2014 betrug dies 4.000 Hektar. Andere Länder, mit Flächen unter 2.000 Hektaren, die auch noch die Top füllen sind Deutschland, Estland, Bulgarien, Ungarn, Tschechien und Italien. Auch auf der Seite des Absatzes ist der Wachstum in biologischen Beeren zu sehen. Tesco meldete kürzlich eine Zunahme von 34% im Verkauf von biologischem Weichobst.
Das alles bedeutet nicht, daß es keine Herausforderungen gibt. Nachhaltigkeit und Kontrolle von Krankheiten sind immer ein Thema. Was dem Sektor auch schaden kann ist eine zu niedrige Qualität des Weichobstes und auch Konkurrenz. "Es klinkt vielleicht komisch, aber Konkurrenz kann auch Verbesserungen bringen," erklärt Cindy. "Aber wenn durch Konkurrenz die Preisspanne unter Druck steht und Preisverfall entsteht, ist das schädlich."
"Südafrika, Peru, Marokko, Rumänien, Portugal und Spanien" nennt Cindy als einige Länder die sehr in Weichobstanbau investieren. Länder auf der südlichen Halbkugel sind Chile und Argentinien die absolute Nummer 1 und 2. Die Produktionszahlen kommen auf 90.000 Tonnen für Chile und knapp 20.000 Tonnen für Argentinien. Peru und Südafrika rücken vor. In Südafrika wuchs die Produktion von noch keine 500 Tonnen in 2008 auf 1.500 Tonnen in 2014. Der Anstieg in Chile ist noch beeindruckender. 2012 gab es noch keine Beere aus Peru, zwei Jahre später stand die Produktion auf ungefähr 3.000 Tonnen.
Gewächshauserdbeeren, Brombeeren und Himbeeren
Im Erdbeermarkt sieht man eine bemerkenswerte Verschiebung, die direkt aufzeigt, was Trendwatcher schon länger sagen: Der Konsument ist bereit mehr für gute Qualität zu zahlen. Holländische Gewächshauserdbeeren bringen ca 5,74 Euro pro kg auf, während die spanischen und marokkanischen Erdbeeren für um die 2 Euro pro Kilo verkauft werden. "Wir sehen einen Anstieg in der Nachfrage nach holländischen Erdbeeren, unter anderem durch den Qualitätsunterschied," berichtet Cindy. "Der Preis ist nicht mehr ausschlaggebend für den Verbraucher. Außerdem wird in Holland viel in Erdbeeren aus belichteter Zucht investiert."
Der Welthandel in Himbeeren und Brombeeren ist innerhalb von zehn Jahren auch enorm gestiegen. Wo in 2004 noch keine 120.000 Tonnen über die Weltmeere verschifft wurden, stand der Zähler in 2014 knapp unter 180.000 Tonnen. Fünf Länder mit großen Flächen sind Spanien, Portugal, Polen, Serbien und Marokko. Von diesen Länder ist nur in Polen die Fläche von 20.000 in 2004 auf weniger als 20.000 Hektar in 2014 gesunken. Spanien verzeichnete einen Anstieg von 15%, in Serbien hat die Fläche mit 10% zugenommen. Der größte Anstieg ist allerdings in Portugal zu finden mit um die 50% und Marokko, wo das Areal mit beinahe 70% zunahm.
Und wie die Zukunft aussieht? "Ich erwarte, daß ca 15 große Mitspieler überbleiben, die ganzjährlich an den Handel liefern werden," denkt Cindy. "Für Erzeuger ist es wichtig, daß große Volumen angebaut werden und daß die Qualität gut ist. Kleine Erzeuger können sich besser auf Nischenprodukte richten, wie z.B. die Kiwai."
Zuvor wurden über den Global Berry Kongress 2016 folgende Artikel publiziert:
Ende des Wachstums auf dem Blaubeerenmarkt ist nicht absehbar
Back to the Future": Was erwartet den Blaubeersektor?
Supermärkte müssen auf 'food experience' setzen
Wachstum Brombeeren möglich, aber Qualität und Winterzustrom lästig
Konsument akzeptiert Saisonsprodukt nicht mehr