"Jemand anders sieht es vielleicht als Bedrohung, aber für mich ist es eine fantastische Herausforderung. Möglichkeiten gibt es sicherlich. In Ost- und Südafrika wird durch die Dürre eine grössere Nachfrage nach Importzwiebel kommen und auch ein Markt wie China hat, wenn die Handelsverträge geschlossen sind, viel Potential für die holländische Zwiebel. Das Problem in dieser Saison ist, dass die Qualität nicht fantastisch ist und die Zwiebeln relativ teuer sind. Letztes Jahr hatten wir eine aussergewöhnlich gute Qualität und war der Preis die Hälfte oder ein Drittel des jetzigen Preises. Viel Länder haben sich über die Konkurrenzkraft der holländischen Zwiebel erschrocken und das erklärt, warum mehrere Länder jetzt Importeinschränkungen haben, wie z.B. Panama und Kolumbien, um die lokalen Produzenten zu schützen. Wir müssen unsere Ärmel hochkrempeln, wollen wir in der zweiten Hälfte der Saison genug Absatz erreichen."
Brasilien
"Die Nachfrage aus Europa hat begonnen, aber noch nicht viel. Auch gibt es Nachfrage aus Brasilien, aber auch die Menge ist noch nicht hoch. Letztes Jahr haben wir mit Qualitätszwiebeln doch ein Stück festen Absatz in Brasilien erreicht, wodurch sowohl Supermärkte als auch Grosshändler nun die niederländische Qualität bevorzugen. Aber man muss ehrlich sein und wir müssen gut suchen, um diese Premiumqualität liefern zu können. Hinzu kommt, dass die Qualität der argentinischen Zwiebeln auch nicht optimal ist und möchten Erzeuger und Exporteure die Zwiebeln schnell los werden, da auch die Lagerfähigkeit nicht gut ist. Das setzt den brasilianischen Markt extra unter Druck", setzt Chayenne fort. "Auch gibt es zur Zeit keinen Markt der grosse Mengen mittelgrosse Sortierung abnehmen kann und das ist für viele niederländische Verpacker ein strukturelles Problem."
"Im ersten Teil hatten wir Wochen mit 30.000+ Tonnen Export und die Kapazität lief auf maximal. Nun liegen die Exportzahlen zwischen 15.000 und 18.000 Tonnen, drehen wir auf halber Kraft und gibt es Überkapazität. Das hat negativen Einfluss auf den Markt. Wir machen weiter, aber der Markt ist nicht mehr in Balanz und die Preise stehen dadurch unter Druck", so der Exporteur. "Man sieht, dass Unternehmen nicht mehr langfristig einkaufen. Das hat einerseits mit der Qualität zu tun und auch mit der instabilen Nachfrage. Bei den Verpackern gibt es keinen grossen Vorrat. Dasselbe gilt für rote Zwiebeln, wovon bisher noch nicht viel Handel gewesen ist, aber der Markt wird nun etwas aktiver. Der Schalottenexport ist gut mit höheren Preisen als in den beiden vorhergehenden Saison. Auch zu Ostern hin gibt es immer mehr Nachfrage in Schalotten, mit als Resultat, dass auch in Frankreich die Preise steigen".
"Bis Woche 4 gab es gute Stimmung, aber nun müssen wir flink schaffen, da wir noch ein forsches Volumen vor uns haben. Aber ich bleibe positiv, denn es gibt sicher Möglichkeiten. Nur sind wir in der zweiten Saisonhälfte zu abhängig von Problemen, die auf bestimmten Märkten entstehen. Früher konnten man sich auf den russischen Markt verlassen, aber jetzt müssen wir neue Märkte finden", endet Chayenne.
Chayenne Wiskerke
Wiskerke Onions
Tel: +31 -113-382210
[email protected]
www.wiskerke-onions.nl