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2015: Der Russische Boykott, ein Rückblick

Verlängerung, Vernichtung und Erwartung

Das letzte Jahr stand im Zeichen der Neuigkeiten rundum Russland und dem Boykott des Westens. In dieser letzten Ausgabe des Jahres blicken wir zurück; wir trennen die Spreu vom Weizen, den Sinn vom Unsinn und was überbleibt, ist eine anhaltende politische Spannung und vielleicht sogar Resignation. Vervollständigt mit dem Anfall auf die Türkei von russischer Seite.

Regelmäßig schickte Russland Tonnen Obst und Gemüse zurück wegen Problemen mit den Exportdokumenten. Undeutlichkeit über das Ursprungsland ist, schon ausreichend, um die Produkte zur Untersuchung festzuhalten. Für Produkte aus nicht boykottierten Ländern gilt, dass diese oftmals gestoppt werden aufgrund fytosanitärer Übertretungen.



Hoffung auf Verhandlung
Anfang des Jahres gab es einige Hoffnung, dass Europa die Sanktioinen nicht verlängert. Russland sprach über Verhandlungen und auch Europa war positiver gestimmt. Und doch wurden die Sanktionen im März mit einem halben Jahr verlängert, und zum Sommer hin folgte eine weitere Verlängerung von einem halben Jahr. In diesem Monat wird noch eine Dritte folgen. Trotz regelmässigen Versuchen aus verschiedenen europäischen Ländern, wie Frankreich, Deutschland und Italien, um hierüber zu diskutieren, blieben die Sanktionen von Kraft.

Durchschlaggebend hierbei ist die Ausführung der Minsk-Abkommen. Dieser Vertrag beinhaltet eine Anzahl Regelungen, um die Ruhe in der Ost-Ukraine wiederherzustellen. Neben dem Rückzug der streitenden Parteien, müssen auch internationale Truppen das Konfliktgebiet verlassen. Europa ist davon überzeugt, dass Russland militär aktiv ist in der Ost-Ukraine und das wird durch den Kremlin nicht verleugnet.

Sanktionen verlängert
Wie zu erwarten war nach der Verlängerung der Sanktionen durch Europa, verlängerte auch Russland letzten Sommer den Boykott. Russland packt es gleich kräftig an und hält die Grenzen für europäische Produkte noch ein Jahr geschlossen. Im Sommer 2016 wird erneut eine Entscheidung getroffen.

Russland bleibt dabei, dass das Land selbstversorgend werden will und laut eigenen Statistiken und vielen Investitionen sind sie auf gutem Kurs. Die allgemeinen Wirtschaftszahlen, vor allem entstanden durch erhöhte Inflation, stets schwächere Position des Rubels, niedriger Oelpreis, steigende Preise in Supermärkten und immer mehr Russen die unter der Armutsgrenze leben, geben ein anderes Bild; das Ziel ist auf jeden Fall noch nicht erreicht. Auch war es schwierig für den russischen Handel, um die durch den Boykott fehlenden Produkte zu ersetzen mit Produkten aus nicht boykottierten Ländern. Für lang nicht alles konnten neue Lieferanten gefunden werden.

Die Reihe Länder, die es nicht abwarten können, um den Export nach Russland zu erhöhen, sind vor allem frühere Sowjetrepubliken wie Georgien, Aserbaidschan und Armenien. Ausserdem hat Ägypten immer noch Interesse im Russischen Markt. Andere Länder wie Marokko und Isreal sind vorsichtiger. Sie sehen das Potential absolut, aber machen sich Sorgen über die finanzielle Abwicklung des Handels.

Mitgliedsstaaten flirten mit Russland
In Europa scheint der Handel sich nach dem Wegfallen des russischen Marktes zu beruhigen. Es wurde eingesetzt auf neue Märkte und auch wurde die gebotene Kompensierung nicht ganz verbraucht. Wichtige Ursache hierfür war, dass die Entschädigung unter dem Marktpreis lag. Laut den Zahlen der FAO verursachte der Boykott eine Verschiebung der Handelsströme weltweit. 
In der ersten Hälfte diesen Jahres flirteten einige europäische Länder mit Russland. Athen veröffentlichte, die Sanktionen nicht weiter zu unterstützen. Das Land wollte sogar ausgeschlossen werden vom Boykott, um den Handel wieder aufnehmen zu können. Auch Ungarn, Zypern, Italien und Spanien wollten die Gunst von Russland erwerben. Moskau winkte zuerst mit einem Köder, aber blieb letztendlich unnachgiebig: Die Grenzen bleiben geschlossen.

Vernichtung und Verschärfung
Im Frühjahr wurde ein neues Gesetz angenommen, womit die russische Inspektion den Freibrief bekam, um beschlagnahmte Produkte zu vernichten. Die Inspektion vernichtete Tonnen illegal importierter Nahrungsmittel, zum Ärgernis einiger Russen. Es gab verschiedene Vorschläge, um die Lebensmittel anderweitig zu nutzen, aber ohne Ergebnis. Die letzten Monate sind die Berichte von vernichteten Lebensmitteln weniger geworden.

Um Schmuggel von illegalen Produkten zu stoppen, verkündete Russland im Herbst verschärfte Kontrollen an der Grenze mit Weissrussland. Weissrussland ist in kurzer Zeit Hauptlieferant von Gemüse und Obst nach Russland geworden, wobei auch Produkte aus boykottierten Länder die Grenze überqueren. Diese plötzliche Steigerung entging auch den Russen nicht und diese entschieden die Papierkontrolle zu verschärfen. Jede Ladung muss mit einem originellen Fyto-Zertifikat versehen sein. Das dies zu ernsthaften Problemen führt, wurde Ende Dezember deutlich, als die ersten Meldungen eintrafen über Lastwagen die die Grenze wegen nicht vorhandener Dokumente nicht überqueren durften. 

Auch Türkei boykottiert
Schliesslich gab es noch den Vorfall vom 24. November, wobei Türkei ein russisches Militärflugzeug aus der Luft schoss. Der Kremlin reagierte heftig mit sofortigen wirtschaftlichen Massnahmen. Neben Sanktionen in verschiedene Sektoren wurde die Grenze für eine Liste von türkischen AGF geschlossen. Dabei handelte der Kremlin mit grosser Sorgfalt; Zitronen z.B, die in grossen Mengen importiert werden und nicht so einfach zu ersetzen sind, wurden verschont. Ausserdem vertagte Moskau den Boykott auf das neue Jahr. In der Praxis wurden seit dem Ereignis bemerkenswert viele Parteien wegen fytosanitären Übertretungen in die Türkei zurückgeschickt. Auch gab es Meldungen, dass türksiche LKW's die Grenze nicht überqueren durften. 

In der Türkei entstand direkt Panik in dem Sektor. Zitronenzüchter baten die Regierung um Hilfe und Händler meldeten Preisrückgang. Wie es scheint, ist Ägypten der Nachfolger der Türkei, das Land ist sehr interessiert in den russischen Markt. Auch Iran wird oftmals genannt. Dann gibt es noch Marokko und Israel, aber die Händler in diesen Ländern sind vorsichtig. Nach dem Boykott von Europa schien Russland ein interessanter Markt, bis der Rubel fiel und die Händler mit den Scherben zurückgelassen wurden.

Lies hier alle Artikel aus dem Russland Dossier 

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