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Lebensmittelhandel

Europaparlament wehrt sich gegen unfaire Handelspraktiken

Landwirte werden vom Lebensmitteleinzelhandel über den Tisch gezogen. Dieser Ansicht ist der Agrarausschuss des Europaparlaments (EP). Der LEH verlange Listungsgebühren von seinen Lieferanten, beklagen die Abgeordneten in einer Stellungnahme. Zudem würden die mächtigen Supermarktketten Verträge rückwirkend abändern, verspätet zahlen oder Abschläge bei Zahlungsrückständen durchsetzen. Landwirte könnten sich gegen unfaire Handelspraktiken wegen ihrer schwachen Stellung innerhalb der Lebensmittelkette kaum wehren. Um ihre Position zu verbessern, verlangt der EP-Agrarausschuss die Möglichkeit anonymer Beschwerden. Zudem sollte eine Schiedsgerichtsstelle eingerichtet werden. Es brauche "schärfere Maßnahmen gegen die Erpressung der Landwirte durch Supermarktketten", formulierte es Elisabeth Köstinger, ÖVP-Landwirtschaftssprecherin im Europäischen Parlament.

Schiedsrichter sollten in Konflikten zwischen Landwirten und Lebensmitteleinzelhandel vermitteln und auch über Sanktionsmöglichkeiten verfügen, um ihre Urteile durchsetzen zu können. Freiwillige Initiativen zur Verbesserung der Kooperation innerhalb der Lebensmittelkette reichten nicht, betonte EP-Berichterstatterin Mairead Mcguinness. Die irische Abgeordnete von den europäischen Christdemokraten fordert deshalb einen Gesetzesvorschlag von der EU-Kommission zur Eindämmung von unfairen Handelspraktiken. Ihre Stellungnahme fand im EP-Agrarausschuss große Unterstützung. Allerdings bleibt fraglich, ob auch das Plenum des EP der Kritik am Lebensmitteleinzelhandel in dem Maße folgen wird.

Quelle: aiz.info

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