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Österreich: IGP übt heftige Kritik an Greenpeace-Apfeltest

Als "Panikmache und unangebrachten Versuch der Skandalisierung" bezeichnet der Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP), Christian Stockmar, den Greenpeace-Apfeltest, der heute unter dem Titel "Pestizid-Cocktails in Supermarkt-Äpfeln" veröffentlicht wurde. "Dieser Test ergab, dass alle Pflanzenschutzmittel-Rückstände deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten lagen", so Stockmar. "Die Entwicklung eines Wirkstoffs dauert zehn Jahre. Für die Zulassung müssen die Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und Tier umfassend untersucht werden. Insgesamt reicht ein Unternehmen für einen einzelnen Wirkstoff mehrere Hunderttausend Seiten ein", gibt er IGP-Obmann zu bedenken und fordert "mehr Sachlichkeit und wissenschaftliche Seriosität in der öffentlichen Debatte". Auch Obstbauexperten weisen die Greenpeace-Kritik zurück und betonen, die heimischen Betriebe würden ohnehin im Rahmen der guten landwirtschaftlichen Praxis produzieren. Das erklärte Ziel bleibe auch in der konventionellen/integrierten Produktion die Erzeugung möglichst rückstandsarmer bis -freier Äpfel.

Greenpeace hat in elf EU-Ländern 126 Apfelproben auf 500 Pestizidrückstände untersucht. Bei 83% der konventionell angebauten Äpfel konnten Rückstände nachgewiesen werden. In Österreich wurden zehn Apfelproben getestet, acht davon waren "belastet". Greenpeace gibt zwar zu, dass es bei den Pflanzenschutzmittel-Rückständen zu keiner Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte kam, stellt aber gleichzeitig fest, über die Wechselwirkung von mehreren Wirkstoffen sei noch wenig bekannt, daher müsse der Einsatz dieser Mittel stark reduziert werden.

Bei weiteren Verboten drohen Indikationslücken und höherer Schädlingsdruck
"Die Pflanzenschutzmittel-Hersteller unterwerfen sich einem strengen gesetzlichen Zulassungsverfahren. Sollte es zu weiteren, unvorhersehbaren Verboten kommen, drohen ein Innovationsstopp und in der Folge gefährliche Indikationslücken in der Phytomedizin. Dann wird es uns nicht mehr möglich sein, Pflanzen und damit auch die Ernte vor Schädlingen zu schützen", warnt Stockmar. Schon jetzt gebe es zahlreiche Schädlinge und Krankheiten, gegen die kein Heilmittel verfügbar sei. "Die Notwendigkeit weiterer Innovationen in Phytomedizin und Pflanzenschutz zu leugnen, ist zynisch und gefährdet mittelfristig die Ernährungssicherheit der Bevölkerung", unterstreicht der IGP-Obmann. Aktuelles Beispiel einer unheilbaren Pflanzenkrankheit sei die durch das französische Landwirtschaftsministerium bestätigte zunehmende Verbreitung des Bakteriums Xylella Fastidiosa. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Bakterium in Italien mehr als 1 Mio. Olivenbäume befallen. Gefährdet seien zudem Wein, Oliven und Zitronen, aber auch größere Baumarten wie Eichen oder Ahorn, so Stockmar.


Quelle: aiz.info

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