Übersicht Weltmarkt Avocado

Der weltweite Avocadokonsum steigt jährlich mit guten drei Prozent. Der Produktion liegt hierzu jedoch einen Prozent zurück. Vorläufig ist der Markt also groß genug für die Mitspieler. Vor allem in Nordamerika und Europa nimmt der Konsum schnell zu. Momentan sind die Preise in Europa hoch durch geringeren Zustrom. In Amerika liegen die Preise auf gutem Niveau. China ist ein großer Importmarkt. Weltweit wird in die Fläche investiert.

Europa

Die westeuropäischen Märkte wählen vor allem die Hass Avocado Ready to Eat, wohingegen osteuropäische, griechische und italienische Kunden immer noch die greenskin Avocado, wie die Fuerte oder Pinkerton bevorzugen. Man erwartet, dass die Hass Avocado immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Die größte Herausforderung der kommenden Jahre wird bei sourcing liegen. In China wurden vor drei Jahren noch keine Avocados importiert und nun liegt das bei 30 Containern pro Woche. Importeure bereiten sich auf weltweiten Mangel in den nächsten Jahren vor. 
Die Saison in Chile endete im Februar. Demnach entsteht im März und April immer ein Lücke im Markt, das normalerweise aus Spanien und Israel mit hohen Preisen angefüllt wird, aber dort ist die Produktion wegen der Hitzewelle im Mai des vorigen Jahres zurückgeblieben. Letzten Monat kamen die ersten südafrikanischen Avocado's. Wegen Hagel ging man davon aus, daß die Produktion in Südafrika 25% niedriger ausfällt, aber neuen Anpflanzungen zum Dank bleibt das Gesamtvolumen erwartungsgemäß auf demselben Niveau wie im letzten Jahr.



Juni ist qua Anfuhr immer noch der Spitzenmonat. "Das wird dieses Jahr auch so sein, aber wo die Preise im Jahr 2014 im Juni noch bei 5-6 Euro lagen, war das im letzten Jahr schon nicht mehr so und erwarten Importeure, dass die Preise in diesem Jahr nicht unter 7,50 - 8 Euro kommen werden.

Benelux guter Markt

Ein belgischer Importeur erzählt, dass die Anschläge in der Hauptstadt sich im Absatz immer noch bemerkbar machen. Es kommen weniger Turisten nach Brüssel, was den Verkauf beeinflusst. Die Avocadopreise liegen momentan hoch, zwischen 14 und 18 Euro, abhängig von Sorte, Qualität und Reife. Die Anfuhr besteht vor allem aus Fuerte aus Peru und Hass aus Mexiko. Durch die hohen Preise lassen Konsumenten die Seite des Segments oftmals links liegen.
Während die Avocado in vielen europäischen Ländern schon länger bekannt ist, blieb der niederländische Markt zurück. Der Trend ist inzwischen umgeschlagen und hat diese Frucht auch bei holländischen Verbrauchern an Wertschätzung gewonnen. Avocado's werden auch die neue Tomate genannt. 

Britischer Markt wächst

Der britische Markt ist mit 30 % gewachsen und das Angebot kann der steigenden Nachfrage nicht gerecht werden. Im Moment sind spanische, israelische und marokkanische Avocado's auf dem Markt. Auch gibt es Angebot aus Peru, aber die Qualität der Früchte lässt zu wünschen übrig. Ein Händler: "Vor fünf Jahren hätten wir niemals gedacht, so viele Avocado's zu verkaufen, und das gilt nicht nur für den britischen Markt." Der Wechselkurs ist für britische Importeure ungünstig. Das britische M&S präsentierte kürzlich eine extra große Avocado, die seit zwei Wochen erhältlich ist. 

Schweden: steigende Nachfrage trotz hoher Preise

Der steigende Konsum in Schweden liegt einem Händler zufolge zwei Faktoren zugrunde. Zuerst die enorme Aufmerksamkeit über social media und Berichten über die Gesundheitsvorteile der Avocado. Außerdem werden mexikanische Taco's gern gegessen und machen die Schweden die Guacamole gern selbst. 

Das Geschäft läuft gut. Die Nachfrage steigt, trotz hoher Preise. Ein Importeur gibt an, sich Sorgen zu machen. Er befürchtet, dass Erzeuger zu früh ernten werden, um von den hohen Preisen profitieren zu können. 

Norwegischer Markt wächst

Auch in Norwegen liegen die Preise hoch. Trotzdem steigt die Nachfrage, letztes Jahr stieg der Import mit 10 % im Gegensatz zu 2014. In den letzten 25 Jahren sind Avocado's von einem Nischenprodukt für die Gastronomie zu einem beliebten Supermarktprodukt geworden. Die Anfuhr kommt größtenteils aus Spanien. Aber es wird auch über die Niederlande importiert. 

Italien: stabiler Markt

Die Nachfrage nach Avocado's ist stabil. Obwohl es immer noch ein Nischenprodukt ist, sehen Händler wohl einen Wachstumsmarkt. Der Marktanteil Avocado's steigt ununterbrochen. Auch sehen die Italiener immer mehr in Qualität und den verschiedenen Sorten Avocado's. Die größte Gruppe Konsumenten besteht aus Italienern, die bewusst gesund leben und Vegetariern. 

Momentan sind Produkte aus Südafrika und Südamerika auf dem Markt. Die sizilianische Saison ist vorbei, diese überschneidet sich mit der aus Spanien und Israel. Das Angebot ist gering, wodurch die Preise hoch sind. Wo die Preise normalerweise um die 2 bis 2,50 Euro pro Kilo liegen, wird nun das Doppelte gefragt. Auf dem Großhandelsmarkt in Bologna ist das Produkt aus Chile und Peru erhältlich, aber diese Avocodo's sind empfindlich. In Kombination mit den hohen Temperaturen ist der Verkauf gering.
Die sizilianische Saison beginnt im September/Oktober und dauert bis April/Mai. Mit neuen Sorten wollen die Erzeuger die Saison bis Juni verlängern. 

Spanien steigt um auf Import
Die inländische Produktion nimmt ab, der Handel steigt um auf Import aus Peru, Südafrika, Kolumbien, Mexiko und Kenia. Es herrscht jetzt Mangel auf dem Markt, was die Preise nach oben treibt. Supermärkte, die nicht genug Verträge geschlossen haben, können die Regale nicht füllen. Die Anfuhr aus Peru ist träge. Hiervon profitiert Südafrika. 

Händler erwarten, dass Mexiko in den nächsten Jahren wegen der stabilen Qualität festen Fuß fassen werden. Auch Kolumbien hat große Mengen auf die iberische Halbinsel verschifft. Händlern zufolge, ist die Avocado die einzige Frucht, die sowohl in Volumen als auch im Preis einen steigenden Trend zeigt. 

Israel in Avocadotop

Der Sektor gehört zu den berühmtesten Exporteuren auf der Weltrangliste. Israel steht in der Top 10, mit einem jährlichen Export von 50.000 Tonnen. Das entspricht 6,2 % des weltweiten Avocadohandels. Außerdem ist auch der inländische Markt groß. Der durchschnittliche Konsum liegt bei 5 Kilo pro Einwohner pro Jahr. Damit gehört Israel auch zu den größten Konsumenten der Welt. Von den 80.000 Tonnen die jährlich produziert werden, wird 35 bis 40 % auf dem lokalen Markt abgesetzt. .

Europa ist der wichtigste Exportmarkt. In den Wintermonaten besitzt Israel den größten Marktanteil. Die Nachfrage steigt stetig. Das hat eine Flächenzunahme von ungefähr 250 Hektar pro Jahr zur Folge. Großer Vorteil für die Anbauer ist die Pflanzung verschiedener Gewächse, die zu verschiedenen Momenten produzieren. Hierdurch dauert die Exportsaison länger. Die beliebsteste Sorte bleibt die Hass, mit 35 % der bestehenden Fläche und 60 % der neuen Anpflanzung. Die anderen Sorten sind alle grün, wie die Ettinger, Fuerte, Pinkerton, Arddit, Nabal und Arad. Diese Sorten laufen vor allem auf dem lokalen Markt sehr gut, obwohl dort auch eine Verschiebung zur Hass hin bemerkbar ist. 

Mexiko sieht schöne Zukunft
Der mexikanische Avocadosektor hat eine große Zukunft, denkt ein Händler. Die hohe Produktionskapazität des Landes und die klimatologischen und geografischen Vorteile ermöglichen ein ganzjähriges Angebot. Die Exportpreise in die VS sind in den letzten Jahren gesunken, aber der abnehmende Trend scheint sich zu stabilisieren. Wo Europa normalerweise niedrigere Preise als die VS erzielt, ist das dieses Jahr anders. Die Preise liegen auf beiden Märkten ungefähr gleich. 

Guatemala investiert ganzjährig
Das Land investierte in den letzten Jahren in den Avocadoanbau. In den letzten beiden Jahren ist die Produktion mit 42% gestiegen. Da der Zyklus geändert wurde, konnte die Saison von Dezember bis März verlängert werden. Der Export wurde ausgetestet, unter anderem in die Niederlande. Dieses Jahr wird das Volumen hoch genug sein, um den Export zu starten. Exporteure setzen auf die Lücke im Markt im Juli und August ein.

Costa Rica: Probleme nach Schließung der Grenze

Im Mai vorigen Jahres schloss Costa Rica die Grenzen für den Import aus Mexiko, was sofort dramatische Folgen auf dem Markt verursachte. Preisanstiege von bis zu 90% wurden gemeldet. Die Importströme wurden nach Chile verlegt, was 35% der weggefallenen mexikanischen Zufuhr ersetzen konnte. Außerdem läuft der Schmuggel aus Panama an.

Kolumbien arbeitet an Handelsabkommen VS

Die kolumbianischen Autoritäten arbeiten zusammen an einem Handelsabkommen mit den Amerikanern. Bisher wurde nur an die EU exportiert. Außerdem wurden Kokaplantagen gerodet und mit Avocado bepflanzt. Die Regierung stimuliert diese Entwicklung.

Peru: verspätete Ernte
Die Ernte ist durch El Nino mit einem Monat verspätet. Und doch sind die Erwartungen positiv; die Nachfrage ist hoch, genau wie die Preise. Die Regierung hat eine neue Qualitätskontrolle eingeführt, um die Qualität des Exportes zu garantieren.

Argentinien: vor allem Torre

Der Export besteht vor allem aus Torre, einer Sorte, die etwas größer als die Hass Avocado ist, allerdings mit einem kleineren Kern. Vor allem der britische und französische Markt bevorzugt diese Sorte. Die Ernte liegt in den Monaten September bis November. In diesen Monaten wird auch exportiert. Im Rest des Jahres ist die Produktion für den lokalen Markt bestimmt.

Brasilien setzt auf Wachstum

Die Anfuhr von Avocado's nach Europa läuft an. Dieses Jahr geht man von Verschiffung von 280 Containern nach Europa aus. Der Höhepunkt der Anfuhr liegt im April bis zur zweiten Woche im Mai. Für die kommenden Jahre wird auf Wachstum der Fläche gesetzt. Ein Unternehmen meldet Pläne, um ca 200 Hektar hinzuzupflanzen.

Südafrikanische Fläche nimmt zu

Es wird stark in den Anbau investiert. Ein Unternehmen berichtet von seinen Plänen, um die Fläche von 700 auf 2000 Hektar in den kommenden Jahren zu vergrößern. Die Gesamtfläche des Landes liegt bei 15.500 Hektar. Man erwartet, dass die Fläche in den kommenden Jahren mit 500 Hektar pro Jahr zunimmt. Die Schätzung für die kommende Saison liegt bei 12,8 Mio Kartons von 4 kg. Das sind gute 250.000 Kartons mehr als im vorigen Jahr. Trotz des Regens im Norden des Landes, macht man sich Sorgen über die nächste Saison. Die Hitze ist gut für die Qualität, aber es dürfte in der nächsten Zeit noch mehr Regen fallen. Der Regenfall verzögerte auch die Ernte, aber hiervon erfährt man nun keine Probleme mehr.

Der Großteil des Exportes geht nach Europa, außerdem geht ein Teil in den Mittleren Osten und nach Afrika. Man orientiert sich auf auf Märkte im Fernen Osten. In all diesen Märkten sehen die Händler einen steigenden Trend.

Kenia will Position auf dem Markt

Die Saison, die von März bis Juli läuft, hat kürzlich angefangen. Der heftige Regenfall verursachte Probleme im Sektor. Die Produktion ist gut und die Nachfrage zeigt einen steigenden Trend. Die Größen der Hass sind klein, auch weil die Erzeuger früh ernten, um so von den guten Preisen profitieren zu können. Der wichtigste Absatzmarkt ist Europa, vor allem die Niederlande. Ein Händler hofft, um von der geringeren Erwartung aus Südafrika profitieren zu können.

VS: Zustrom Mexiko hält Preise tief

Die VS importiert die Avocado aus allen produzierenden Ländern. Ein mexikanischer Exporteur erwartet, dass der Markt in der VS den internationalen Marktpreis bestimmen wird. Der mexikanische Import hält die Preise der kalifornischen Produktion in Grenzen. Laut Schätzungen wird die Ernte in dem amerikanischen Staat höher liegen als letztes Jahr. Durch die hohe Anfuhr liegen die Preise unter dem Niveau des vorigen Jahres. Am 12. April brachten kalifornische Avocado's (Hass, 32s) zwischen 23,25 Dollar und 25,25 Dollar ein. Die mexikanischen Avocado's (Hass, 32s) brachten 20,25 bis 23,25 Dollar auf.
In den kommenden Monaten wird der Import abnehmen mit einem Tiefpunkt in den Sommermonaten. Dies wird durch die Produktion in Kalifornien kompensiert. Richtung Sommer wird die Nachfrage weiter zunehmen. 

Kanada bevorzugt Ware aus Mexiko

Der kanadische Markt bevorzugt Import aus Mexiko. Ca. 90 % der importierten Avocado's kommt aus Mexiko. Das kommt überein mit 63.000 Tonnen Avocado's, die im letzten Jahr von Mexiko nach Kanada verschifft wurden. In den letzten zwei Jahren ist der Import mit 27 % gestiegen. Jährlich konsumieren die Kanadier 250 Mio Tonnen Avocado's. 

Australien sieht Möglichkeiten
Der Markt hat sich in den letzten Jahren besonders gut entwickelt. In den Sommermonaten übersteigt die Nachfrage oftmals das Angebot, was in gute Preise für die Produzenten resultiert. Die Kehrseite hiervon sind höhere Preise im Supermarkt, was Konsumenten widerum davon abhalten kann, um Avocado's zu kaufen. Der Wachstum auf dem Markt kommt einerseits durch die gesunden Eigenschaften der Frucht, andererseits wurden in den letzten Jahren erfolgreiche Marketingaktionen durchgeführt, um den Konsum zu steigern. Drittens sind die Avocado's ganzjährig verfügbar. Neben lokaler Produktion gibt es Anfuhr aus Neuseeland. 

Auch im Handel wird auf die Wünsche des Konsumenten eingegangen. Größen, die nicht beliebt sind, werden exportiert, was den inländischen Markt stimuliert. Man macht sich wohl Sorgen über den Import aus Chile, Peru und Mexiko. Auf Regierungsniveau wurden Sorgen geäußert über die Risiken für die Landwirtschaft, die durch den Import von unter anderem Avocado's aus Mexiko entstehen können. 

China Wachstumsmarkt
Im Süden von China, in den Provinzen Guangzhou und Hainan, gibt es einen kleinen Avocadoanbau. Die Pflanzungen sind begrenzt und es gibt keine kommerzielle Produktion. Die Avocado ist ein beliebtes Stück Importobst geworden, vor allen in den großen Städten an der Ostküste. Mexiko und Chile haben Zugang zum chinesischen Markt. Peru bekam letztes Jahr Exporterlaubnis. Damals erwartete der peruanische Minister, dass China ein Potential von 50 Mio Dollar hat. 
Neu auf dem Markt sind die ready-to-eat Avocado's, die kürzlich eingeführt wurden. Es wird in Reifeeinrichtung und Marketingaktionen investiert, um weiter auf diesem Markt vorzustoßen. 

Jede Woche publiziert FreshPlaza eine Übersicht der Marktsituation eines Produktes im weltweiten Sinn. Mit diesen Artikeln möchten wir ein Bild des Weltmarktes geben, der durch Globalisierung immer kleiner wird. Nächste Woche steht Ingwer zentral.

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