Übersicht Weltmarkt Orangen

Erzeuger auf der Nordhalbkugel bereiten sich auf das Ende der Orangensaison vor. Durch die Trockenheit im Sommer fallen die Kaliber in Europa kleiner aus. In Italien resultiert dies in eine wechselnde Stimmung auf dem Markt. Einige Produzenten sind zufrieden, andere sprechen über eine mäßige Saison. Der Preis für spanische Orangen erreichte ein sehr hohes Niveau, unter anderem durch Spekulationen über Knappheiten. Ägypten versucht Fuß auf Exportmärkten wie Europa und China zu fassen. Das Zitrus konkurriert was den Preis betrifft mit dem spanischen Angebot, aber die ägyptische Regierung investiert, um auch die Qualität auf ein höheres Level zu bekommen. Nach Jahren von Dürre freuen sich die südafrikanischen Erzeuger auf den Start der Saison. Man schätzt ein höheres Volumen, obwohl die Produktion noch nicht die Menge von vor der Trockenheit erreicht hat.

Deutschland: Ägypten verdrängt Spanien und Marokko
Es findet bei den Orangen derzeit ein Wechsel auf dem deutschen Markt statt. Das bedeutet, dass die spanischen und marokkansichen Lane Late und Navelate etwas in den Hintergrund gedrückt werden gegenüber den ägyptischen Produkten, die widerum in großen Mengen zur Verfügung stehen. Auf den lokalen Großhandelsmärkten schwanken die Preise zwischen 8,50 und 10.50 Euro, wobei die ägyptischen Früchte sich im untersten Preissegment befinden und die Spanischen eher auf dem Obersten. Die Ägypter bringen dahingegen auch viel mehr kleinere Kaliber auf den Markt, die eine sehr gute Abnahme finden.

Orangen sind kein ausgeprägtes Osterprodukt, weswegen der Absatz kaum vergrößern wird, erwarten die Händler. Bei den Blutorangen werden nur die italienischen Moro und Tarocco gehandelt: Hier ist der Umsatz nach wie vor stabil.



Südafrika erwartet gute Saison
Die soeben geschätzten Volumen für die kommende Saison sind positiv, vor allem für die Navels. Sogar in Regionen, die durch Trockenheit getroffen wurden, so wie Patensie (Gamtoos Tal) und der Westkap sieht man der kommenden Saison positiv entgegen. Nach einer katastrophalen Navelsaison am Ostkap im vorigen Jahr und einem etwas besseren Ergebnis am Westkap, erreicht das Volumen wieder um die 25,6 Mio Tonnen. Das ist immer noch weniger als normal, aufgrund der Dürre. Auch die Kaliber sind kleiner durch Mangel an Regen.

Die Navelsaison befindet sich in der zweiten Woche der Ernte in Letsitele. Alle frühen Navels werden ausschließlich für den lokalen Markt verpackt. Durch die Sommerhitze ist die Färbung nicht optimal und ist der Säuregehalt nicht hoch genug, um eine gute Haltbarkeit zu garantieren.

Die Schätzungen für die Valencia's sind etwas geringer als im letzten Jahr. Dieses Zitrus belegt den größten Teil der südafrikanischen Produktion mit 53,9 Mio Kisten von je 4 Kilo. In der Provinz Limpopo fällt nach einem trockenen Sommer wieder Regen, was den Größen der Valencia's zugute kommt. Beinahe ein Drittel der südafrikanischen Produktion kommt aus dieser Provinz. Die Saison beginnt im Norden in ungefähr einem Monat, aber auf die großen Mengen muss man noch bis Kw. 23 warten.

Mehr Nachfrage nach ägyptischer Zitrus
Die Saison begann Ende November. Der Start der Saison wird durch die ägyptische Regierung festgestellt. Es gab eine kleine Verzögerung durch eine langsamere Reifung der Orangen früh in der Saison, aber die Nachfrage stieg schnell. Um Weihnachten herum lief die Saison gut.

Durch Schwierigkeiten in der ägyptischen Wirtschaft und Veränderungen in der lokalen Politik sind die Benzinpreise gestiegen. Auch die Preise für Arbeit und Verpackungen sind höher. Das hat negative Auswirkungen auf die Orangenpreise.

Die Orangen werden in die ganze Welt exportiert. Einige Exportmärkte sind: Niederlande, Deutschland, Rumänien, Polen, China, Sri Lanka, Bangladesch und Russland. Die Regierung hat kürzlich ein Programm gestartet, um der Ausbreitung von Krankheiten entgegen zu wirken und Zitrus mit einem höheren Standard auf dem Markt zu platzieren und damit allen Anforderungen zu genügen. Ein Händler berichtet, dass die Nachfrage in dieser Saison höher ist, da das spanische Zitrus mit schlechten Wetterbedinungen zu kämpfen hatte. Vor allem die nordeuropäischen Märkte, Irland, Dänemark und Polen fragen mehr Zitrus aus Ägypten.

Spanien: hohe Preise für die Erzeuger
Die erste Hälfte der Saison wurde durch sehr viel kleinere Volumen Mandarinen und Orangen in Valencia gekennzeichnet, wobei die Produktion in Andalusien mit der Saison 2016/2017 vergleichbar war. Obwohl die Preise in Spanien in dieser ersten Hälfte bereits hoch waren, trieben Spekulationen über eventuellen Mangel für den Export in der zweiten Hälfte der Saison die Preise nach oben. Durch den massalen Regen der letzten drei Wochen in Andalusien, wodurch die Ernte stillgelegt wurde, ist der europäische Markt nicht mit Orangen überspült.

Der Export von Orangen ist in den letzten Jahren gestiegen, vor allem der asiatische Markt wird ein wichtiger Bestimmungsort für das Zitrus. Sicher in der zweiten Hälfte der Saison ist dieser Markt gewachsen. Märkte wie China, Hong Kong, Malaisia, Indonesien, Japan, Südkorea, Australien, Brasilien und Kanada sind wichtig für den spanischen Export, erklärt ein Händler. Im Vergleich zu letztem Jahr hat sich der Export nach China verdoppelt, von 20.000 Tonnen auf 40.000 Tonnen.

China hat wegen dem niedrigen Preis auch angefangen mit dem Import von ägyptischen Orangen. Dem spanischen Handel zufolge wertschätzen chinesische Konsumenten die spanischen Orangen mehr. Konkurrieren können die spanischen Exporteure allerdings nur auf Qualitätsniveau mit den billigen ägyptischen Orangen. Durch die hohen Preise, die die Erzeuger bekommen, ist der Export schwierig.

Italien: viele kleine Kaliber, wechselnde Stimmung
Die Saison in Italien wird durch anhaltende Trockenheit gekennzeichnet, wodurch die Kaliber kleiner ausfallen. Die Saison für die Blutorangen ist beinahe beendet, wonach die blonden Sorten es übernehmen, um letztendlich den Kreislauf zu schließen mit Import.

Bis auf einige wenige Partien ist die Exportsaison vorbei, so ein Händler. Diese Partien sind vor allem für den skandinavischen und deutschen Markt bestimmt. Die Preisgestaltung ist in dieser Saison recht enttäuschend. Durch die großen Mengen kleiner Kaliber fällt der Preis niedriger aus als erwartet. Die Blutorangensaison war durchschnittlich, schlussfolgert ein Händler. Er hofft auf noch einige Regenfälle, bevor der Sommer beginnt. Andere Händler sind zufriedener mit der Saison. So ist die Nachfrage nach biologischen Orangen gut, trotz der kleinen Kaliber. Mitte April wird die Saison beendet sein. Verschiedene Händler informieren, dass die letzten Sorten in den kommenden Wochen geerntet werden.

Nach einer Veränderung der Regeln muss Orangensaft künftig nicht aus minimal 12 Prozent, sondern 20 Prozent Fruchgehalt bestehen. Diese neue Regelung wird sich vor allem für Länder wie Brasilien und Spanien, die viel Zitrus an die Industrie liefern, positiv auswirken. Ein Produzent auf Sizilien befürchtet, dass diese neue Regel negative Folgen für Italien haben wird, da das Land nicht genug Zitrus für die Verarbeitungsindustrie produziert. Dadurch wird der Anteil Import noch mehr zunehmen.

Kalifornien erwartet frühes Ende der Saison
Dieses Jahr wird die Saison für kalifornische Orangen laut Erwartung früher enden als im letzten Jahr. Die Ursache ist das kleinere Volumen, so ein Händler. "Der größte Konkurrent für die Orangen sind die Mandarinen, sowohl inländischer Anbau als auch Import", erklärt ein Händler. Er schätzt, dass Florida und Texas so gut wie am Ende der Saison sind.

Zum Ende der Saison hin werden die Kaliber wohl größer, was im April zu Herausforderungen führen kann. "Die Menge an mittleren und kleineren Kaliber wird ansteigen, desto größer die Kaliber im Allgemeinen werden." Ein Händler hofft, dass die Preise etwas ansteigen, sobald das Angebot der kleineren und mittelgroßen Maße kleiner wird. Im Vergleich mit historischen Daten ist der Preis in den letzten Wochen abgeschwächt, aber ein Händler differenziert dies: "Die gesamte Saison sind sie recht hoch gewesen." Der Großteil des kalifornischen Zitrus bleibt auf dem inländischen Markt, obwohl der Export nach Südkorea in den letzten Wochen zunimmt.

Franzosen wollen kleinere Kaliber
Auf dem französischen Markt herrscht viel Aktivität und ist die Nachfrage hoch. Bei einem französischen Händler, der Orangen aus Portugal importiert, dauert die Saison noch bis zum Ende des Sommers. "Die jetzige Sorte läuft noch bis Ende April. Danach wechseln wir auf die Valencia Late, die den gesamten Frühling und Sommer lieferbar ist."

"Die portugisische Ernte war normal und hierdurch sind die Volumen begrenzt. Es herrscht vor allem Mangel an kleinen Kalibern, von denen es auf dem französischen Markt viel Nachfrage danach gibt, da diese gut in eine Saftmaschine passen. Größere Maße passen nicht in diese Maschinen und die Nachfrage nach den Kleineren wächst zusehends."

Niederlande: Gute Preise spanische Orangen
Spanische Lieferanten fragen momentan viel Geld für ihre Orangen. Die Verkaufspreise liegen um die 12 bis 13 Euro für die dicken Größen. Da viel Spanier feste Preise fragen, ist es momentan für die Akteure auf dem freien Markt schwierig, um mitzuhalten. Die Situation ist schon eine Weile so. Inzwischen ist auch das Preisniveau der ägyptischen Orangen auf ein Niveau zwischen 9 bis 10 Euro gestiegen, obwohl die kleineren Sorten billiger sind. Marokko beginnt in Kürze mit der Lieferung der Navel und später die Valencia-Late. Ein großer Vorteil für den Orangenmarkt ist derzeit das kalte Wetter, das den Konsum deutlich stimuliert.

Australien setzt mehr auf Export
Der Höhepunkt der Valencia Saison war im Februar. Mit einem knappen Angebot bekommen die Erzeuger hohe Preise für das Zitrus. Damit folgte der Markt dem weltweiten Trend mit einem Mangel an Orangen, der hauptsächlich die Industrie betraf. Die australische Branchenorganisation ermutigt Erzeuger, um weiterhin Exportmärkte zu suchen. Im letzten Jahr wurde für mehr als eine Millarde Dollar exportiert, Zitrus hatte hierin einen Anteil von 42 Prozent. Der Großteil des Exportes ist nach Asien. Die Navels und andere Sorten haben ab Mai Saison, aber es ist noch zu früh für eine Einschätzung. Die Regierung fördert den Sektor stark im Kampf gegen Verbreitung von Krankheiten.

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