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Interview mit einem Produzenten
Logistik und Transport: In Italien bedarf es einer Erneuerung

"Der gekühlte Transport wurde durch uns Italiener erfunden. Heutzutage hat uns beinahe die gesamte Welt überholt. In den Niederlanden wird Logistik schon an junge Leute unterrichtet. Wir organisieren in der Zwischenzeit Manifestationen und eventuell Streiks. Gegen wen eigentlich?"

Massimo Savini, vom Logistikbetrieb RLA, ist seit Jahrzehnten im Sektor. Nach dem Lesen der Notiz über die in der kommende Woche stattfindenden Manifestation, hat er folgende Schlussfolgerung gezogen.

FreshPlaza (FP): Was denken Sie über die für den 18.März geplante Manifestation?
Massimo Savini (MS): Ich denke, es wird gut gehen, frage mich aber, wozu. Und vor allem, gegen wen... Es gibt drei Themen: Autotransport, Verbände, den Staat. Unsere Krisensituation ist Folge der ausländischen Unternehmen, die größtenteils effizienter als wir sind, da aggregiert und von bemerkenswerten Dimensionen. Ich glaube nicht, dass dagegen gestreikt wird.



FP: Es werden aber die gleichen Regeln für alle gefragt.

MS: Darüber gibt es keinen Zweifel. Die vorhandenen Gesetze werden respektiert. Falls nicht, müssen die Autoritäten und Ordnungskräfte einschreiten. Aber deshalb muss nicht gestreikt werden, sondern für Korrektheit zum einen und Kontrollen zum anderen. Was ich jetzt sage, meine ich als Provokation: Wenn alle die Regeln respektierten, würden dann die Kosten steigen? Ist die Welt des Obst- und Gemüseanbaus bereit, sie zu unterstützen? 

FP: Sie werfen mit Steinen durchs geschlossene Fenster. Gehen wir dem auf den Grund: Wodurch wird die italienische Logistik limitiert?
MS: Wir liegen hinten. Der gekühlte Transport wurde durch uns erfunden, und jetzt fürchten wir alle. In den Niederlanden wird das Fach Logistik den jungen Leuten gelehrt. In unserem Land fehlen die Ausweichbuchten, die die Basis für alles sind, ganz zu schweigen von einer Mentalität für die Logistik. Sogar die Migranten haben verstanden, dass ganz Italien eine Hafenbank ist, nur wir nicht. Tatsächlich gibt es wenige ausgerüstete Häfen, für den Warenumschlag von Obst- und Gemüseerzeugnissen.



FP: Was kann der Staat zur Unterstützung des Sektors tun?
MS: Es müssen Gesetze her, die adäquat der täglichen Realität sind. Ich glaube nicht an Geschenke oder Ausflüchte, sondern an Regeln. Wir müssen uns an eine sich verändernde Welt anpassen, da sich die Welt sicherlich nicht unserem lahmen Schritt anpasst.

FP: Wie müsste sich der Sektor ändern?
MS: Es müssten Aggregationen und Abmachungen gemacht werden, nicht nur auf nationalem sondern auch auf europäischem Niveau. Wir müssen uns Betriebe in anderen Ländern anschauen, um eine verzweigte Logistik zu kreieren, die uns hilft, die Kosten zu senken.



FP: Glauben Sie nicht an die Ermäßigung beim Dieselöl? Sind das nur beschwichtigende Maßnahmen? 
MS: Neben den Benzinpreisen glaube ich, dass Intelligenz und Weitblick nötig sind. In Italien haben wir vor Jahren, oder vielleicht auch nie vorhandene, ernste Politik zur Logistik aufgegeben. Wenn wir nachrechnen, kostet ein Transport von Sizilien nach Mailand mehr als eine Schiffsladung Obst- und Gemüse aus Afrika. Es ist also deutlich, dass es nicht allein eine Frage der Benzinkosten ist, sondern auch einer komplexen Organisation bedarf.

Kontakt:

Massimo Savini
Rete logistica agroalimentare
Via Dell'Arrigoni 308, Cesena, Italien
Tel: (+39) 0547/657840
E-mail: info@rlaitalia.it
Sito: www.rlaitalia.it

Erscheinungsdatum: 17.03.2017

 


 

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