×
Erhalten Sie schon unseren täglichen Newsletter?
env Die Nachrichten auf unserer Website sind 24 Stunden und sieben Tage die Woche kostenlos für Sie zugänglich. Zudem können Sie unseren Newsletter, der fünf mal die Woche veröffentlicht wird, kostenlos abonnieren.

Abonnieren    Ich bin schon abonniert



Ankündigungen

StellenbörseMehr »

Top 5 - Gestern

Top 5 - letzte Woche

Top 5 - im letzten Monat

Andere NachrichtenMehr »

Wirtschafts-NewsMehr »



Aus Protest Apfelsinen gepresst
Türkische Sanktionen gegen die Niederlande?

Die Sanktionen, die der türkische Präsident Erdogan als Reaktion auf die Geschehnisse des letzten Wochenendes gegen die Niederlande ankündigte, schienen in erster Instanz hauptsächlich von politischer Art zu sein. Hiermit würde sich der wirtschaftliche Schaden in Grenzen halten.

Ankara hat das diplomatische Band mit Holland durchbrochen. Der Botschafter, der am letzten Wochenende bereits in Holland war, ist vorläufig nicht mehr willkommen. Diplomatische Flüge werden nicht zugelassen. Und ein Freundschaftsvertrag zwischen den Ländern wird höchstwahrscheinlich gekündigt. Hiermit ist die Beziehung zwischen den beiden Nationen bis weit unter dem Gefrierpunkt bekühlt. Verschiedenen Quellen zufolge droht die Türkei auch damit, um den Flüchtingsdeal mit Europa zu vertagen.


Quelle: Twitter DemokratHaber

Wirtschaftliche Sanktionen
Von wirtschaftlichen Sanktionen ist nach wie vor noch keine Rede. Die Effektivität der Sanktionen ist auf wissenschaftlichem Niveau umstritten. Und doch können Länder einander schwer treffen mit so einer Maßnahme, so wie durch den russischen Boykott von unter anderem Europa und letztes Jahr auch der Türkei, deutlich wurde. Die Auswirkungen der Sanktionen ist stark von der wirtschaftlichen Beziehung zwischen den Ländern abhängig.

Die Niederlande exportierten im letzten Jahr für insgesamt 5,37 Millarden Euro an Güter. Das waren vor allem chemische Produkte, Medizin, Plastik, Maschinen und Elektronik. Der Import aus der Türkei lag bei 2,8 Millarden Euro, zum größten Teil bestehend aus Fisch und Schalentieren, Obst und Gemüse, Ölprodukte, Textil und Kleidung. Obwohl es sich bei einem Teil dieser Exporte um Durchfuhr handelt, belegt die Türkei ungefähr 1 Prozent des holländischen Handels.



Neben den Gütern gibt es auch Im- und Export von Diensten, 772 Mio und 975 Mio Euro im Jahr 2015. Ein wichtiger Teil dieses Handels ist der Turismus. Nach dem mislungenen Putschversuchs im letzten Jahr nahm die Anzahl Buchungen in die Türkei mit 30 Prozent ab. Turismus ist ein wichtiger Sektor in der Türkei.

O&G Handel mit der Türkei
Der holländische Handel in Obst und Gemüse mit der Türkei weist große Unterschiede auf. Daten von Comtrade zufolge, war der Import und Export von Gemüse so gut wie in Balanz mit 2015. Holland exportierte für 17,6 Mio Dollar in die Türkei. Es wurde für 16,2 Mio Dollar importiert. Die Balanz im Obsthandel zeigt einen größeren Unterschied. Die Niederlande importierte im Jahr 2015 für 127,9 Mio Dollar an Obst. Der Export blieb bei 6,2 Mio Dollar hängen. 



EvoFenedex, Interessenvertreter von 15.000 Unternehmen in der Logistik- und Exportbranche, macht sich noch nicht so viele Sorgen. "Die Türkei hat ein Assoziationsabkommen mit der EU, wodurch es keine wirtschaftlichen Sanktionen durchführen darf, die ausschließlich die Niederlande treffen," reagiert die Organisation in der Volkskrant (Tageszeitung). Es kann natürlich so sein, dass sich Konsumenten gegen niederländische Produkte kehren.

Proteste und Gerichtsverfahren
Mitglieder der türkischen AKP, die Partei von Präsident Erdogan, äußerten ihren Unfrieden über die holländischen Aktionen des letzten Wochenendes, durch Apfelsinen zu pressen, auszuquetschen oder mit einem Küchenmesser zu stechen. Die einzige Verbindung zwischen der Apfelsine und Holland liegt in der Farbe des Obstes, orange.

Die türkische Regierung will auch bei der VN und der OVSE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) Beschwerden einlegen. Gestern gab die türkische Regierung bereits bekannt, zum Europäischen Gerichtshof für die Rechte des Menschen zu gehen.

Erscheinungsdatum: 15.03.2017

 


 

Weitere Nachrichten in dieser Branche:

20.02.2018 Verstärkter Obstkonsum trifft auf geringe Erntemenge deutscher Obstbauern
19.02.2018 Einführung des Mindestlohns verringert Anbau arbeitsintensiver Sorten
19.02.2018 Handelsabkommen zwischen EU und Peru kurbelt Avocado- & Heidelbeergeschäft an
19.02.2018 Rückgang des Orangen- und Apfelexports
19.02.2018 US Staaten mit einer größeren Wirtschaft als die Schweiz
19.02.2018 Keine Steuer auf Güter und Dienstleistungen mehr, sagen die Neuseeländer
16.02.2018 Fotoreportage der Fruit Logistica 2018
16.02.2018 Wachstum der Weltbevölkerung vom 1. Juli 2016 bis 1.Juli 2017
16.02.2018 Durchschnitt der Anzahl Frosttage pro Jahr in Europa
15.02.2018 Fotoreportage der Fruit Logistica 2018
15.02.2018 Christian Traumann von Multivac übernimmt Präsidentschaft der interpack 2020 in Düsseldorf
14.02.2018 Luftqualität Europa
13.02.2018 Staatssekretär Dr. Aeikens würdigt das Engagement der deutschen Obst- und Gemüsewirtschaft
13.02.2018 Mexiko strebt bis Ende Februar EU-Freihandelsabkommen an
12.02.2018 80 Tonnen Lebensmittel für die Berliner Tafel gerettet
12.02.2018 Die Fruchtbranche kennzeichnet sich durch Nachhaltigkeit und Regionalität
07.02.2018 FreshPlaza mit eigenem Stand auf der Fruit Logistica 2018
07.02.2018 Was ist ausschlaggebend beim Ankauf von Obst und Gemüse?
07.02.2018 Geldwäscherei im Obst- und Gemüsehandelsbetrieb aufgedeckt
06.02.2018 Obst war 2017 in Berlin-Brandenburg teurer