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Mike Port:
"Höhere Standards in Supermärkten bieten Platz für Fairtrade Bananen"

Der Markt für Bio- und Fairtrade Bananen entwickelt sich sehr schnell. Seit Port International mit dem Import dieser Kategorie angefangen hat, hat das Unternehmen mehr Bio-Fairtrade Bananen, als herkömmliche Bananen. Mike Port stellt fest, dass die Nachfrage nach Fairtrade Bananen überall in Europa zunimmt. Das bietet auch Chancen für herkömmliche Fairtrade Bananen.

Mit kurzen, durch die zwei Weltkriege verursachten Unterbrechungen, importiert die deutsche Port Familie seit 1912 Bananen; die Familie war somit einer der Pioniere im Import dieser exotischen Frucht. In den 60er Jahren hat die Gesellschaft angefangen, exklusiv für Dole über die neue Gesellschaft Eurobana zu importieren. Am Ende des Jahrzehnts begann ihr eigenes Label: Golden B. 2001 wurden Bananenimporte von einer neuen, von der Familie besessenen, Gesellschaft übernommen: Port International Bananas für herkömmlichen Bananen und Port International Organics für biologische und Fairtrade Bananen.




Mike Port.

Erste  Bio-Fairtrade Bananen 
Port International importiert Bananen aus Ländern wie Kolumbien, Ecuador, Costa Rica, der Dominikanischen Republik und Nicaragua. Seine Beziehung mit Letzteren gehen zurück in die 80er Jahren, als der damalige amerikanische Präsident Ronald Reagan dem mittelamerikanischen Land ein Einfuhrverbot auferlegte. "Zurzeit importierten wir Schiffe, die voll sind mit Bananen aus Nicaragua über den Hafen Gents", erklärt Mike. "Das waren interessante Jahre."



1997 hat die Gesellschaft angefangen, Fairtrade Bananen zu importieren. 2000 wurden die ersten biologischen und biologischen Fairtrade Bananen importiert. "Wir haben mit einigen Paletten angefangen. Jeder hat über uns gelacht", erinnert sich Mike. Der Markt für Bio-Produkte war viel kleiner als heute. Außerdem wurde behauptet, dass biologische Bananen unmöglich zu erzeugen waren, wegen des feuchten Klimas in den Produktionsländern. Es wurde geglaubt, dass es immer einen Bedarf an Schädlingsbekämpfungsmitteln geben würde. Besonders Peru, die ecuadorianische Provinz von El Oro und die Dominikanischen Republik, haben ein trockeneres Klima, das die biologische Kultivierung in jenen Bereichen möglich macht.



Kleine Erzeuger, großes Wissen
"Viele Gesellschaften sind auf den Handel von herkömmlichen Bananen spezialisiert und machen das in großen Mengen. Wir haben beschlossen, bei Bio- und Fairtrade Bananen stark zu sein. "Das war eine gute Wahl. In den Jahren, die folgten, ist das Volumen von biologischen Fairtrade Bananen immer wichtiger geworden. "Wir sehen, dass unsere Kunden in Westeuropa viele Fragen über die Kombination von Bio und Fairtrade haben", sagt der Einfuhrhändler. "In Osteuropa gibt es besondere Nachfrage nach biologischen Bananen." Das hat teilweise mit dem niedrigeren verfügbaren Einkommen in diesen Ländern zu tun.

Der Handel mit biologischen Fairtrade Bananen ist schwierig. "Sie brauchen viele Kenntnisse. Es ist ein ganz anderer Markt, als der von herkömmlichen Bananen. "In Peru in einem Tal um den Fluss Chira, wo die meisten Bananen angebaut werden, gibt es ungefähr 4.000 Erzeuger. Die meisten von ihnen besitzen Land, das nicht größer ist als 1 Hektar. "Wir helfen den Erzeugern mit der Finanzierung und der technischen Unterstützung, der Qualitätskontrolle, der Verpackung … bei grundsätzlich allen, für den Versand notwendigen Schritten." Der deutsche Einfuhrhändler hat neun Angestellte, die den Erzeugern dauerhafte Unterstützung  zur Verfügung stellen.




Leistungsfähigkeit und soziale Projekte
Die meisten Erzeuger werden in einen der zwölf Konsumvereine und Vereinigungen im Gebiet aufgenommen, mit denen Port International zusammenarbeitet. Jeder Konsumverein oder jede Vereinigung hat zwischen 200 und 400 Mitglieder. "Wir fördern auch Projekte, um ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern. Da es so viele kleine Erzeuger gibt, helfen wir ihnen auch, Zertifikate, wie Global GAP und Fairtrade zu bekommen. Wir arbeiten an einer langfristigen Beziehung mit den Erzeugern."

Port International unterstützt deswegen jedes Jahr mehrere Projekte, um lokalen Gemeindenzu helfen. Im letzten Jahr haben wir um Beispiel in neue Unterkünfte investiert, nachdem ein Erdbeben in Ecuador viele Familien heimatlos gemacht hat. Seit 2015 unterstützen wir ein Fußballprojekt in Peru. Dieses Projekt hat zum Ziel, Kinder eine tolle  Freizeit anzubieten und sie daran zu hindern, in den Straßen herumzulungern.




Das Haitit Projekt
Vor zwei Jahren hat Mike Port angefangen, Bananen aus Haiti zu importieren. Das Projekt ist für einige Zeit wegen der politischen Unruhe im Land auf Eis gelegt worden, aber er hofft, es in diesem Jahr wieder aufnehmen zu können. "Der neue Präsident, eingeschworen Anfang Februar, unterstützt die Bananenproduktion und die Landwirtschaft im Allgemeinen. Er wird für die Entwickelung des Exports von landwirtschaftlichen Produkten eintreten", erklärt Mike. "Wir glauben, dass es einen Markt für jene Bananen gibt, und dass wir die Lebensstandards der Bevölkerung dadurch verbessern werden. Es ist kein leichtes Projekt, aber es lohnt sich." Ein Vorteil besteht darin, dass viele Haitianer auf Bananenplantagen in der benachbarten Dominikanischen Republik arbeiten. "Die Kenntnisse sind da; sie wissen, wie man mit Bananen arbeitet", fährt Mike fort. "Wir sind bereit, dem Projekt eine zweite Chance zu geben. Es ist eine große Herausforderung, aber es gibt auch viel Potenzial."

Neuer Standard für Supermärkte
Es gibt sicher viel Konkurrenz auf dem herkömmlichen Bananenmarkt. Außerdem sieht Mike, dass sich dort die Wichtigkeit der Qualität vergrößert. Das wird sich in der Zahl von erforderlichen Zertifikaten widerspiegeln. Außer dem Global Gap sehen wir jetzt eine Tendenz dazu, dass Lebensmittelgeschäfte auch ein Rainforest Alliance Zertifikat wollen. "Das scheint der neue Standard für Supermärkte zu sein."



Wegen der höheren Standards behauptet der deutsche Einfuhrhändler, dass es auf dem Markt Platz für herkömmliche Fairtrade Bananen gibt. "In den Niederlanden, Großbritannien und der Schweiz gibt es eine Angebot von Fairtrade Bananen, aber viele Länder haben noch keinen Zugang dazu." In Deutschland werden nur sehr kleine Mengen von herkömmlichen Fairtrade Bananen verkauft. "Es gibt Platz für einen Supermarkt, der sich auf Fairtrade Bananen spezialisiert, um in bestimmten Ländern der Erste zu sein. Sie können eine Marke mit Fairtrade Bananen aufbauen." Der preisliche Unterschied zwischen herkömmlichen Bananen, die Global Gap und Rainforest Aliance zertifiziert sind, ist geringfügig.



Mike Port glaubt nicht, dass Einzelhändler, die die Möglichkeit des Importierens erkunden, direkt  eine Bedrohung sind. "Es ist wichtig im Stande zu sein, Mehrwert anzubieten", argumentiert er. Als ein Beispiel nennt er den Import von biologischen Fairtrade Bananen. Port International handelt mit ungefähr 70 Container pro Woche. Wenn es ein Problem in einem Produktionsbereich gibt, könnte einer Knappheit mit Produkten aus anderen Produktionsbereichen begegnet werden. "Wenn ein Einzelhändler ein kleineres Volumen importiert und dabei etwas geschieht, wird dieser Supermarkt sofort ein Problem haben." Die Flexibilität, die die Gesellschaft hat, liegt teilweise an seiner Struktur. Port International importiert Bananen, aber hat keine Möglichkeiten, diese reifen zu lassen. Infolgedessen sind sie im Stande, dem Kunden das zur Verfügung zu stellen, was er braucht. "Wir arbeiten in Partnerschaft mit einigen guten Unternehmen, die reifen lassen, und wenn ein Einzelhändler selbst in Reife- Räume investiert, können wir die grünen Bananen liefern. Wir haben die Freiheit, diese Entscheidungen zu treffen."

Mehr Informationen:
Port International
Mike Port
Lippeltstrasse 1
20097 Hamburg Germany
T: +49-40-30 10 00 – 0
F: +49-40-30 10 00 – 66
E: info@port-international.com
W: www.port-international.com

Erscheinungsdatum: 03.03.2017

 


 

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