Südtiroler Zulieferant erkundigt sich über polnischen Obstbau

''Heutige Qualitätsstandards im polnischen Anbau werden immer höher''

Der polnische Obstbau - und insbesondere die Apfelbranche - schreitet heutzutage in rasantem Tempo voran. Nicht umsonst werden die dortigen Landwirte dieses Jahr laut den kürzlich veröffentlichten APA-Prognosen die großte Ernte Europas auf den Markt bringen. Die stetige Entwicklung in Polen interessiert auch Experten und Zulieferanten aus den herkömmlichen Anbaugebieten Europas. Auf dem technischen Tag der Universität Warschau vergangene Woche waren viele Firmen aus ganz Europa vertreten.
Auch Raimund Genetti - Inhaber der gleichnamigen Firma in Südtirol und Lieferant von Dünger- und Schutzmitteln - war vor Ort um sich über die heutigen Entwicklungen zu erkundigen.

Strukturförderung
Der hohe Qualitätsstandard und der Mangel an Erntehelfern prägen den aktuellen Obstbau im drittgrößten Anbaugebiet der Welt (hinter der USA und China). Daher waren unter anderem Bayer, Syngenta und Belchim mit einer Delegation vertreten. Der Obstbau habe durch die Strukturförderung in Polen von bis 90 Prozent innerhalb von 20 Jahren einen enormen Boom erlebt. Lokale Sorten wir Ligol und Champion waren bis vor kurzem noch marktfähig: Nachdem die EU das Embargo gegen Russland - damals einer der wichtigsten Absatzmärkte - bekräftigte, vollzog sich eine große Veränderung im Apfelsortiment und wurden die 'bisherigen' Sorten durch vorwiegend europäischen Standard-Varietäten ersetzt, hieß es im Vortrag.


Die aktuelle Obstbranche produziert hauptsächlich Golden, Red Delicious und Gala sowie
 einige neuartigen Varietäten die im Einklang sind mit den (west)europäischen Marktvorgaben. Den Obstbau werde daher weitgehend von Baumschulen aus Italien und Frankreich bedient. ''Heute hat man durch die Warschauer Universtität einen großen Schritt in der Beratung gemacht, unter anderem in Zusammenarbeit mit niederländischen Beratern'', schildert Herr Genetti. ''Im Gegensatz zur deutschen und südtiroler Branche seien die polnischen Landwirte weitgehend auf Berater von einzelnen Firmen angewiesen, da eine gemeinsame nationale Richtlinie fehlt.'' 


Biologisch & rückstandfrei
Seit ca. 2 Jahren sei Rückstandanalyse ein heikles Thema innerhalb der polnischen Branche und auch gebe es derzeit Versuche das Angebot von Äpfeln in Bioqualität auf nationaler Ebene zu erweitern. Laut Herrn Genetti gibt es gerade in diesem Bereich noch ein gewisses Entwicklungspotenzial für die polnische sowie die weltweite Obstbranche: ''Der Konsument wird immer aufgeklärter und zahlt für regionales und umweltfreundlich produziertes Obst. Das sieht man aktuell auch in China, wo die Nachfrage nach biologischen und rückstandfreien Erzeugnissen rasch steigt.''

Südtiroler Branche als Vorreiter
Die Firma Genetti ECO ist seit ca. 30 Jahren im internationalen Obstbau tätig und versteht sich als Unterstützer der ökologischen Landwirtschaft. Der Lieferant von hochwertigen Schutzmitteln versucht dabei Alternative zu bisher verwendeten Herbiziden auf den Markt zu bringen zugunsten der landwirtschaftlichen Entwicklung. Die Region Südtirol etabliert sich dabei als Vorreiter: 1987 wurden in diesem Anbaugebiet die ersten Dispenser verwendet, die heute zum Standard im Obstbau geworden sind. Die Firma ist momentan dabei die Produktlinie EUVOC (Pflanzschutz) weiter auszubauen.

Weitere Informationen:
Genetti ECO GmbH 
Inh. Raimund Genetti
Goldeggstr. 2, 39011 Lana

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