Überschuss belastet die Stimmung auf dem europäischen Markt

Übersicht Weltmarkt Ananas

Überschüsse, niedrige Preise, geringe Nachfrage: In Deutschland wird der Ananasmarkt sogar als katastrophal bezeichnet. Doch diese Situation scheint nur dem europäischen Kontinent vorbehalten zu sein. Außerhalb von Europa, in Israel, erzielt die Ananas strukturell hohe Preise und auch weiter weg ist der Markt besser. Dennoch sind südamerikanische Produzenten besorgt über die Folgen der Überproduktion in der Zukunft. Wir analysieren die Situation in einigen Ländern weltweit.

Katastrophe auf deutschem Markt
Der deutsche Ananasmarkt ist derzeit katastrophal. In den letzten Wochen gab es einen Überfluss an Mengen, insbesondere aus Costa Rica/Honduras, Panama ergänzt mit Produkten aus Kolumbien/Ghana. Diese Situation ist seit Anfang Juni mit der üblichen Sommerflaute für exotische Früchte deutlich erkennbar. Angesichts der Umstände geben die Händler jedoch an, dass sie mit den Preisen bis Juni relativ zufrieden waren. Aufgrund aktueller erheblicher Regenfälle in Costa Rica werden aller Wahrscheinlichkeit nach etwas verminderte Mengen zur Verfügung stehen. Infolgedessen hoffen die Händler auf eine kleine Stabilisierung oder eine Wiederbelebung des Marktes.

Seit einigen Jahren bemerken die Händler, dass der Konsum von Standard Ananas abnimmt. Der Ertrag pro Hektar steigt dagegen allmählich an, was zu einem gewissen Preisdruck führt. Die Nachfrage nach Nischenprodukten wie Crownless Ananas ist jedoch stabil. Andere Varianten wie Bio-Ananas und Baby-Ananas spielen im Handel jedoch kaum eine Rolle und sind nur im Fachgroßhandel zu finden.

Niederlande: Leichte Auflebung nach dramatischem Markt
Der Ananasmarkt verlief in den vergangenen drei Wochen sowohl bei den Programmen als auch beim Spotmarkt dramatisch, mit Verkaufspreisen zwischen 3,50 € und 4,50 €. Seit letzter Woche sind Nachfrage und Umsatz leicht gestiegen. Die Preise stiegen auf 6 Euro und für Kw 30 erwarten die Importeure auf dem freien Markt Preise zwischen 6,50 und 7,50 Euro. Wegen der Lücke nach der natürlichen Blüte in Costa Rica werden ab August Preise um 8 Euro erwartet. Importeure sprechen ihre Hoffnung aus, dass der Ananaskonsum in Europa aufgrund der Sommertemperaturen ebenfalls steigen wird.



Frankreich: Balanz in Nachfrage und Angebot sorgt für gute Preise
In Frankreich sind Angebot und Nachfrage ausgewogen. Ein Händler in Rungis sagt: "Es ist wichtig, nicht zu viele Ananas anzubieten, die Marktlage ist im Moment stabil, die Ananas gehen zu guten Preisen (2,20 € - 2,30 € pro Kilo). Momentan bietet der Händler costa-ricanische, kolumbianische und ecuadorianische Ananas an, die alle mit dem Flugzeug transportiert werden.

Niedrige Preise in Italien durch Konkurrenz des Sommerobstses
Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen Probleme in der Produktion gemeldet wurden, ist das Angebot wieder normal. Es scheint sogar einen Überschuss zu geben. Die Preise sind im ganzen Land ein wenig zu niedrig, aber das ist nicht verwunderlich, denn die Saison für die Sommerfrüchte ist in vollem Gange. Verbraucher bevorzugen diese Früchte. Im Vergleich zu anderen Jahren sind abgesehen von der stagnierten Nachfrage keine Ausnahmesituationen zu erkennen. Die Preise variieren erheblich. Große multinationale Unternehmen bieten die Früchte zu einem Preis von 7,50 bis 8 Euro pro Karton an, aber es gibt Händler, die für 5 Euro pro Karton anbieten. Ananas wird das ganze Jahr über konsumiert und hat daher die Fähigkeit, sich aus diesem Tief zu erholen.

Ananas Luxusprodukt in Israel
Ananas ist ein Luxusprodukt in Israel mit einem Preis von 9 bis 10 Euro pro Kilo. Die Israelis zahlen daher weltweit einen der höchsten Preise für Ananas. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren nicht geändert, weil die Ananas langsam an Popularität gewinnt. Dadurch wird der Situation mit den hohen Preisen in den Medien mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Hauptgründe für den hohen Preis sind die Einfuhrbeschränkungen und der begrenzte Inlandsanbau. Von den jährlich in Israel verbrauchten 4.000 Tonnen Ananas werden rund 500 Tonnen importiert, vor allem aus Mittelamerika und Südafrika. Importbeschränkungen sollen die Risiken von Krankheiten beim Import begrenzen. Der Import ist nur in bearbeiteter (geschnittener) Form erlaubt, was die Haltbarkeit erheblich einschränkt und die Transportkosten stark erhöht.

Die lokalen Erzeuger liefern die meisten Ananas. Der Anbau befindet sich im Osten des Jordantals und in den nördlichen Küstengebieten. Trotz guter klimatischer Bedingungen kämpfen die Anbauer mit hohen Bewässerungskosten. Darüber hinaus ist Ananas eine zweijährige Pflanze, was die Situation für die Erzeuger nicht verbessert.

In den letzten Jahren haben Züchter und Regierung in die Entwicklung resistenter Sorten und Anbaumethoden investiert. Der Gewächshausanbau auf Betten, in denen im Sommer gekühlt werden kann, ist derzeit die fortschrittlichste Entwicklung. Dies bleibt jedoch eine teure Option mit nur einer kleinen Verbesserung. Solange sich in diesem Bereich keine wesentlichen Verbesserungen ergeben, wird sich die Marktsituation nicht schnell ändern.

Südafrika: viel Regen resultiert in hohe Ernte
Der Ananasanbau konzentriert sich in Hluhluwe, im nördlichen KwaZulu-Natal und im subtropischen Ostkap. Die am meisten angebaute Sorte ist die Queen Ananas. Ausreichender und häufiger Regen hat dazu geführt, dass die Ernte groß ausfällt, was zu einem Überangebot führt und die Preise unter Druck setzt. Eine Kiste mit 10 Stück kostet zwischen 35 und 40 ZAR (2,26-2,58 Euro). Die kleineren Größen (14) kosten 25 bis 30 ZAR (1,60-193 Euro). Große Kaliber sind der neueste Trend auf dem Markt, was zu einem Mangel an kleinen Kalibern für den Export nach Dubai, Saudi-Arabien und den USA geführt hat.

Kolumbien will Ananasexport Colombia wil ananasexport anregen
Ananas steht auf einer Liste von Produkten mit einem Exportpotenzial, die von der Regierung zusammengestellt wurde. Dies bedeutet, dass die Regierung in diesen Markt investiert. Eine Produktion von 950.000 Tonnen wird für dieses Jahr geschätzt. Im Mai wurde ein Handelsabkommen unterzeichnet, mit dem die kolumbianische Ananas Zugang nach Argentinien erhielt. Damit hat die kolumbianische Regierung einen Schritt gemacht, um das Exportpotenzial zu erweitern und den Markt zu diversifizieren.

Der Großteil der Ernte (49%) wird frisch auf dem Inlandsmarkt verkauft. Weitere 49% finden ihren Weg in die inländische Industrie für Säfte, Marmeladen, Sirup und dergleichen. Die restlichen 2% werden exportiert. Laut Angaben des Ministeriums ist die Anbaufläche zwischen 2014 und 2017 um 32% gestiegen, während der Ertrag um 3% gestiegen ist. Letztes Jahr wurden 11 Millionen Dollar Ananas exportiert, fast 10% mehr als 2016. In diesem Jahr stiegen die Exporte im ersten Quartal um 4% auf 2,5 Millionen Dollar. Das Land hat unter anderem Zugang zu Chile, den Niederlanden, den Vereinigten Staaten, Frankreich und Italien.

Ecuador: Sorgen um Überschuss auf dem Weltmarkt
Europäisches Sommerobst ist ein wichtiger Konkurrent für ecuadorianische Exporteure. "Ich verstehe, dass Verbraucher in Europa während der Sommermonate lokale Früchte bevorzugen, aber es ist schwierig, tropische Früchte zu exportieren", sagt ein Händler. Ecuador ist ein kleiner Spieler auf dem Markt im Vergleich zu Costa Rica. Die Anbaufläche umfasst ca. 6.000 Hektar. Im April beginnt die Blüte der Ananas, die normalerweise bis Mai Anfang Juni dauert. Die Nachfrage aus Europa ist in den Sommermonaten gering. In diesem Jahr steht jedoch viel Volumen zur Verfügung, was zu Tiefstpreisen führt. Ein Händler hofft, dass die Preise ab Anfang August wieder steigen werden. Allerdings hat sich der Preis im letzten Jahr nicht erholt, so dass die Befürchtung besteht, dass sich dieses Szenario wiederholen wird. Ein Händler ist besorgt über das Anbaugebiet weltweit. Das Gebiet wächst jährlich in mehreren Ländern. Obwohl die Nachfrage ebenfalls zunimmt, sind diese Wachstumszahlen geringer als die Zunahme der Anbaufläche. Eine Lösung liegt in einer guten Risikostreuung über verschiedene Märkte hinweg.

Ecuador ist nicht für den Ananasanbau bekannt, aber laut einem Händler fällt die Frucht sicherlich nicht unter die costaricanische Ernte.

Mexiko: längere Saison Bio-Ananas als erwartet
Nach einer Saison, die länger als erwartet war, gibt es derzeit eine Verlagerung der Produktionsflächen für Bio-Ananas. Die Saison für die Bio-Ananas ist beispiellos lang. Normalerweise wird die letzte Ananas zwischen dem 25. Juni und dem 5. Juli geladen, aber dieses Jahr wurde in der Woche vom 16. Juli verschickt. Die Ernte verlagert sich in die Region Yucatan, die voraussichtlich bis Dezember auf dem Markt bleiben wird. Das nordamerikanische Land konkurriert mit den mittelamerikanischen Ländern und in den USA gibt es auch Lieferungen aus Hawaii.

Die Nachfrage nach Bio-Ananas in den USA ist gut. "Wir sehen die größte Nachfrage im Nordwesten der Ostküste", sagt ein US-Importeur. Darüber hinaus sind der Mittlere Westen und der Südwesten auch Regionen mit wachsender Nachfrage. Durch den Wechsel der Jahreszeiten sind die Preise leicht gestiegen. "Es ist eine kleine Erholung von einem oder zwei Dollar", fährt der US-Importeur fort..

Anbau in Kuba stellt sich nach Orkan Irma wieder her
In der Provinz Ciego de Avilla wird in mehr als 600 Hektar Ananasanbau und Anstieg der Produktion investiert. In der Provinz bevorzugen Erzeuger und Regierung den Anbau von Ananas und die Entwicklung der Exportmärkte. Das Gebiet wurde von Hurrikan Irma getroffen, aber der Anbau hat sich in den letzten Monaten gut erholt. MD-2, die beliebte Sorte für den europäischen Markt, wurde seit 2012 in diesem Teil Kubas angebaut. Die spanische rote Ananas, die auch in anderen Provinzen angebaut wird, kann auch in der Region gefunden werden.

China: viel Ananas verfügbar
Momentan ist auf dem chinesischen Markt eine Menge Ananas verfügbar. Wegen des guten Wetters in diesem Jahr ist die Ernte viel größer als im letzten Jahr und von guter Qualität. Das Wetter hat es einigen Produzenten in der letzten Saison schwierig gemacht, was zu Verlusten führte. Die Saison auf Taiwan begann im März und endet im Juli. Sie hatte einen guten Start mit tollen Preisen, aber nach dem Qingming Festival im April kamen auch Ananas von den Philippinen und Hainan auf den Markt. Dies führte zu einem Überschuss, der sich negativ auf die Preise auswirkte. Vor allem die Preise auf den Großhandelsmärkten gingen zurück, die Endkundenpreise blieben stabil. Im Allgemeinen besteht ein größeres Interesse daran, Ananas zu importieren. Mehrere Importeure geben an, dass sie das Sortiment im kommenden Jahr mit Ananas aus Übersee erweitern wollen.

Australien: gute Winterernte senkt Preise
Obwohl der Markt für Ananas in den Sommermonaten in der südlichen Hemisphäre normalerweise seinen Höhepunkt erreicht, mit einem absoluten Hoch rund um Weihnachten, ist das Obst das ganze Jahr über erhältlich. Einige Erzeuger in Queensland haben im Juli eine große Ernte, was bedeutet, dass derzeit ein großes Volumen in Geschäften im ganzen Land verfügbar ist. "Dieses Jahr haben wir gute Wachstumsbedingungen gesehen und wir haben eine gute Winterernte", sagt ein Händler.

Jedes Jahr werden in Australien rund 35 Millionen Ananas geerntet, die meisten davon im Südosten und Norden von Queensland. Um den Konsum und die Nachfrage zu erhöhen, investieren die Produzenten in Kampagnen mit der Winterernte. Im Geschäftsjahr 2017 (Ende Juni) wurden 77.482 Tonnen Ananas geerntet, so bestätigen die aktuellen Hort-Innovation-Zahlen. 41% davon wurden an die Industrie geliefert. Das Volumen war in diesem Jahr etwas niedriger, aber der Wert stieg um 3% auf 54,2 Millionen Dollar. Alle Ananas werden auf dem Inlandsmarkt verkauft und es wird nichts importiert.

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