European Convenience Forum Hamburg: Erfolgreiche Erstausgabe

Der FreshCut-Sektor blüht in Deutschland und anderswo in Westeuropa

Der Sektor blüht in Deutschland und anderswo in Westeuropa: mit dieser Aussage wurde die Erstausgabe des European Convenience Forums in Hamburg am 7. Juni angestoßen. Die gut besuchten Vorträge und die damit verbundene Vernetzung im Mövenpick Hotel Hamburg, wo viele Händler und andere wichtige Akteure aus In- und Ausland anwesend waren, zeigten, dass der Sektor sowohl in Deutschland als auch in anderen westeuropäischen Ländern rasch an Bedeutung gewinnt.



Der Stand der Food Freshly GmbH mit Herrn Benjamin Singh (rechts)

Nachdem die beide Veranstalter Fruchthandel Magazine und das AMI die Zuhörer begrüßt hatten, schilderte Hans-Christoph Behr (AMI) die deutsche Convenience-Branche. Obwohl FreshCut in verschiedenen deutschen Regionen nach wie vor als die herkömmlichen Schnittsalate bekannt sind, treffen andere Formen allmählich im Markt ein. Unter anderem Obstsalate und Smoothies etablieren sich heutzutage zunehmend im deutschen Einzelhandel. Auch die sogenannte Systemgastronomie - ein absoluter Wachstumsmarkt in Deutschland - werden FreshCuts zunehmend zur Vervollständigung des bestehenden Sortiments an vorwiegend geschnittenen Salatsorten dargestellt. Damit zeichnen sich allerdings auch die wichtigsten Herausforderungen für die Branche in den kommenden Jahren ab: Dies ist vor allem der rasant zunehmende Wettbewerb, da immer mehr (Handels)Firmen den FreshCut-Sektor als Wachstumsmarkt anerkennen. Darüber hinaus ist der Transport von Kleinstmengen und gemischter Warenpaletten eine logistische Herausforderung. Schließlich sind die individuellen Produktanforderungen, die von Kunden zu Kunden variieren, auch im Convenience-Bereich ein interessanter Faktor.


Rahmenprogramm
Michael Möhring von Erfa Food Service präsentiert eine interessante Aussage: 'Gemüse ist das neue Fleisch', wobei er auf die kulinarische Berücksichtigung von Obst und Gemüse im aktuellen Zeitgeist hinweist. Demnach haben die Obst- und Gemüsehändler eine Welt zu gewinnen, wenn sie sich zumindest rechtzeitig vom riesigen Potenzial des FreshCut-Segments überzeugen und ihr Sortiment entsprechend anpassen.


Julia Jeliferenko und Stephanie Hahne auf dem Stand der Levenig Fresh GmbH

Matthieu Serrurier vom französischen Kompetenzzentrum für FreshCut Obst und Gemüse informiert die Zuhörer, dass der französische Convenience-Sektor ebenfalls stetig wächst. Der Verbrauch ist seit etwa drei Jahren stabil, und nach den neuesten Zahlen sind derzeit drei von vier Franzosen mit dem Phänomen des geschnittenen und verpackten Salat vertraut.

Links: Michael Möhring schildert das große Potenzial der Fresh-Cut-Branche.
Rechts: Marktforscher Giancarlo Colelli stellt die rasch wachsende Branche in Italien dar.

Laut Giancarlo Colelli, Marktforscher an der Universität von Foggia, arbeitet Italien auch intensiv an Convenience-Produkten. Hier zeigt der inländische FreshCut-Verbrauch große regionalen Unterschiede: Bei verschiedenen Convenience-Produkten ist der Verbrauch in den nördlichen Regionen doppelt so hoch im Vergleich zu dem der südlichen Landsleute. Dies hat Colelli gemäß alles mit der unterschiedlichen Wohlfahrt und der hohen Arbeitslosigkeit im Süden zu tun. Dadurch bevorzugen die Süditaliener bislang das unverarbeitete Obst und Gemüse.

Prof. Dr. Dr.-Ing. Stefan Töpfl vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnologie spricht über die interessanten Verarbeitungstechniken und maschinelle Möglichkeiten in der Convenience-Branche. Gegenwärtig dominieren zwei Techniken den Convenience-Markt: die High Pressure Processing (HPP) und die Pulsed Electric Fields (PEF).
Zukünftige Verbesserungen bestehender Technologien werden neue Produktchancen schaffen und das bereits entwickelte Fresh-Cut-Segment deutlich erweitern, so Töpfl.

Links: Frau Claudia Schuh schildert die heutigen Herausforderungen für die Verpackungsbranche.
Rechts: Herr Hans-Christoph Behr des veranstaltenden AMI stellt die allmählich wachsende FreshCut-Branche in Deutschland dar.

Claudia Schuh des Verpackungsherstellers Lorentzen & Sievers behauptet, dass Verpackungen gerade im FreshCut-Markt zu einem sensiblen Thema geworden seien. Die gewählte Nachhaltigkeitsstrategie bestimmt die endgültige Verpackung. Trotz der neuen Möglichkeiten sei Kunststoff gemäß Schuh immer noch unvermeidlich. Darüber hinaus ist Kunststoff oft leichter, enthält weniger Material und könne es zudem effizienter transportiert werden, sodass die Alternativen nicht unbedingt nachhaltiger sind.


Links: Frau Silke Schwartau der Verbraucherzentrale Hamburg schildert die Vorraussetzungen des heutigen Endverbrauchers.
Rechts: Frau Van Lenteren setzt die Rolle des Saatgutlieferanten Rijk Zwaan auseinander.

Saatgutlieferant Rijk Zwaan ist seit 2000 auch an der Entwicklung optimaler Sorten für den FreshCut-Markt beteiligt. Es ist kein Zufall, dass das Unternehmen nach Angaben von Bauke van Lenteren eng mit Erzeugern, Verarbeitern und natürlich dem Einzelhandel zusammenarbeitet. Ein absoluter Erfolg dieser Partnerschaft sei die Markteinführung des Knox-Salats, welches die Verfärbung des Salates auch nach der Verarbeitung zu verhindern.

Silke Schwartau der hiesigen Verbraucherzentrale beschäftigt sich mit den vorherrschenden Meinungen und Gefühlen der Verbraucher. Mehr als 80 Prozent der Befragten verurteilten die Verwendung von unnötigem Verpackungsmaterial oder Plastikmüll. Andere Faktoren die der Verbraucher hervorhebe, seien eine vollständige Transparenz des Produktes (inkl. Verpackungsdatum und Mindesthaltbarkeitsdatum) , Produktsicherheit, mehr Aufmerksamkeit auf die Präsentation und Regalpflege sowie einen Einblick in die Preisgestaltung.

Links: Die Intense-Tomaten sind besonders gut geeignet für FreshCut-Zwecke.
Rechts: Herr Thomas Kühnle der Edeka Handelsgesellschaft stellt die Herausforderungen für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) dar.


Thomas Kühnle gestaltet im Auftrag der Supermarktkette Edeka das Obst und Gemüse-Segment innerhalb der Rhein-Ruhr-Region. Er beobachtet eine Reihe interessanter gesellschaftlicher Entwicklungen, die das FreshCut-Segment anregen. Immer mehr deutsche Mütter haben einen (Teilzeit)Job und der deutsche Arbeitnehmer erfährt im Durchschnitt viel Stress, sodass aufwandarme Gerichte und Convenience-Produkte zunehmend bevorzugt werden. Andererseits seien 'kompromislose Frische' und eine einwandfreie und vielseitige Auswahl unvermeidliche Voraussetzungen des Verbrauchers.



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