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Von kleiner Schneideküche zu einem großen Lieferanten

Vor 32 Jahren ist die Firma entstanden. Damals hat Simone Varekamps Schwiegervater den Supermarkt in Rozenburg (NL) verkauft. Der neue Eigentümer wollte die große Schneideküche nicht übernehmen. Der Schwiegervater kaufte einen alten Hühnerstall und Schneidemaschinen und gründete Tuinderij Vers. Er belieferte verschiedene Supermärkte mit frisch geschnittenen Gemüsemischungen. Die Supermärkte hatten ein 100-prozentiges Rückgaberecht für alle nicht verkauften Produkte, weil er völlig von der Qualität der Produkte überzeugt war. Und er hatte Erfolg: er hat mit 25 Quadratmetern angefangen und die Firma ist inzwischen ausgewachsen zu einem Betrieb mit einer Arbeitsfläche von bald 11.000 Quadratmetern und mit 360 Mitarbeitern.

Effiziente Logistik
Sieben Tage die Woche verarbeitet Tuinderij Vers frisches Gemüse zu ungefähr 350 verschiedenen  Produkten. Jeden Tag beliefern sie große Supermarktketten und andere Kunden in Deutschland, Belgien, Dänemark und in den Niederlanden.

Logistisch hat sich einiges geändert. Simone: 'Früher haben wir mit gekühlten Kleinbussen alle Kunden individuell zu Hause beliefert, jetzt fahren wir eigentlich immer zu einem Distributionszentrum und liefern dort die Produkte. Das gehört oft zu dem Kundenwunsch, denn mehrmals am Tag liefern kostet viel Zeit und ist kostbar für beide Partien.'


Das Verpacken des Gemüses

Kundenwunsch zentral
Die Innovation innerhalb der Firma richtet sich vor allem auf eine Erweiterung der täglichen Essmomente von Gemüse. Simone: 'Letztes Jahr haben wir von Pommes frites aus Süßkartoffel, Pastinake, Rote Bete und Wintermöhre gemacht. Aber auch Spaghetti aus Kürbis statt aus Teigwaren. Auf diese Weise essen die Menschen viel mehr Gemüse als sonst, ohne dass sie sich dafür großartig anstrengen müssen.'

Die Basis der Firma bilden immer noch die geschnittenen Gemüsepakete wie Suppen- und Wokgemüse oder Salatmischungen. Inzwischen haben sie auch eine Probeküche wo zum Beispiel frische Suppen, Eintöpfe und Fertiggerichte zubereitet und entwickelt werden. Wie kommen sie zu einer Produktinnovation? Simone: 'Es handelt sich immer um ein Zusammenspiel aus dem, was man selber sieht und liest und was der Kunde, in diesem Fall der Supermarkt, sich wünscht. Die Supermarktketten machen ausführliche Marktforschung, sie haben große Marketingabteilungen und  machen viel R&D. Sie fragen uns für bestimmte Kundenbedürfnisse Produkte zu entwickeln.' Das Innovative eines Produktes hängt manchmal von dem benutzten Gemüse oder der spezifischen Zusammenstellung oder Schnittweise ab. 'Man kann ein bekanntes Gemüse auf eine andere Art und Weise schneiden und verarbeiten und so ein ganz neues Produkt kreiern.'


Das geschnittene Gemüse

'Der Markt für pfannenfertige Produkte wächst immer noch. Manchmal geht der Verkauf eines neuen Produktes auf Kosten des Verkaufs eines älteren Produktes, aber das ist Teil der andauernden Entwicklung und Erneuerung,' laut Simone Varekamp der Tuinderij Vers.

Innovation auf der Basis von Vertrauen

Tuinderij Vers hat langfristige Beziehungen mit den Partnern. 'So entwickelt man sich zusammen weiter und baut man das Vertrauen auf um zusammen zu experimentieren und weiterzuentwickeln.' Geht die Entwicklung immer neuer Produkte nicht auf Kosten des bestehenden Sortiments? Simone: 'Der Markt für pfannenfertige Produkte wächst immer noch. Manchmal geht der Verkauf eines neuen Produktes auf Kosten des Verkaufs eines früheren Produktes, aber das gehört zu der Erneuerung.' Was die Konkurrenz in diesem Teil des Marktes betrifft, hat der Tuinderij Vers eine deutlich Wahl getroffen. 'Wir liefern keine Massenartikel, sondern immer diejenige Produkte, die etwas mehr Aufmerksamkeit brauchen.'


Die Verarbeitungshalle

Vorteil der lokalen Zusammenarbeit
Die Basis jeder Innovation der Tuinderij Vers ist das Produkt, das meistens saisonal ist. Simone: 'Wir bevorzugen eigentlich immer eine Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, falls sie das Volumen schaffen. In der Umgebung wachsen viele schöne Produkte. Außerdem kann man einfacher umschalten wenn die Lieferanten ganz nahe sind.' Auch die Zulieferer beschäftigen sich mit der Innovation. 'Manchmal bieten sie selbst neue Produkte an wie den violetten Grünkohl. In dem Fall überlegen wir uns was wir daraus machen werden und testen wir ob es ankommt.' Manche Produkte dagegen stammen aus dem Ausland. 'Paprikas und Tomaten kommen im Winter zum Beispiel auch aus Spanien. Das ist eine Frage des Angebots, des Preises und der Qualität.'


Das Endprodukt

Herausforderung des explosiven Wachstums
Das explosive Wachstum der Tuinderij Vers ist einer der größten Herausforderungen der Zukunft. Simone: 'Die Mitarbeiterzahl hat sich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt und wir wachsen immer noch. Weil wir keine große Mengen verarbeiten, werden wir nie imstande sein alles zu automatisieren. Wir brauchen also immer Personal. Von den 360 Mitarbeitern ist etwa die Hälfte im Lohndienst und die Hälfte Zeitarbeitnehmer. Die Mitarbeiter kommen aus Voorne Putten, Goeree-Overflakkee und Rotterdam. Vorläufig haben wir ausreichend Platz zum Weiterwachsen.'

Quelle: Rotterdam Food Cluster

Erscheinungsdatum: 13.03.2018

 


 

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