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Adam Feigen werden für den lokalen Markt angebaut
Südafrika: Produzenten in den nordwestlichen Provinzen konzentrieren sich auf weiße Feigen

Ein Zahnarzt, der sich dazu entschied, weiße Feigen anzubauen, weil sie sehr selten sind, verkauft seine Früchte nun an Woolworth. Und Stef Papendorf von Hilcrest Boerdery vergrößert seine 8 Hektar Anbaufläche im Magaliesberg Gebirge, nordwestlich von Johannesburg, immer weiter. 

Auf seiner ältesten Feigenplantage, hat die Ernte nun begonnen. Zwei Drittel der Früchte werden an Woolworths verkauft und der Rest, vor allem aber die kleineren Feigen, gehen auf den Frischwarenmarkt von Tshwane, der unabhängige Lebensmittelgeschäfte in Pretoria beliefert. 

Sein Weg zu den Feigen war nicht gerade einfach: zu Anfang hatte er eine Protea Plantage für Schnittblumen, aber durch ein Feuer wurden viele seiner Proteas zerstört und somit musste er seine Ernte vollständig ersetzen. Das war vor etwa zehn Jahren. Damals dachte er sowohl über Feigen als auch über Granatäpfel nach.

Das Ernteteam mit Kisten voller Adam Feigen.

Dann beschnitt er einen benachbarten Adam Feigenbaum in der Minenstadt Rustenburg und pflanzte sie in seinem nährstoffreichen Boden. Die Adam Feige ist eine der ältesten südafrikanischen Sorten. Sie ist mit der Black Genoa verwandt. Stef Papendorf lud den bekannten Hortikultur-Spezialisten Keith Wilson auf seine Farm ein, damit er ihn zum Thema Granatäpfel beraten konnte. Als Wilson die inzwischen sechs Monate alten Bäume sah,  sagte er Papendorf, er solle die Granatäpfel vergessen und sich dem Feigenanbau widmen. Der Boden sei für Granatäpfel ohnehin nicht geeignet.

Er begann den Feigenanbau mit der lila Adam Feige, indem er Setzlinge von seiner alten Plantage nahm und daraus neue Bäume groß zog. Heute besitzt er 5.000 Feigenbäume, überwiegend Adam und Deanna, und auch einige White Kadota für die Marmeladen Produktion.

In Südafrika spielt der Feigenanbau keine große Rolle - im ganzen Land gibt es schätzungsweise nur 200 Hektar, auf denen Feigen produziert werden. Diese befinden sich überwiegend am Westkap - und Stef will es ein bisschen anders machen. Er erklärt, dass er sich dazu entschied, seine Deanna Feigenproduktion weiter auszubauen. Die Sorte wurde an der University of California gezüchtet. "Jeder baut lila Feigen an, die Parisienne und Ronde de Bordeaux, aber die Europäer lieben große, grüne, süße Feigen. Ich möchte nicht das pflanzen, was jeder pflanzt. Deswegen konzentriere ich mich auf weiße Feigen."


Diese Deanna Bäume wurden im Februar 2017 gepflanzt.

Die Deanna hat eine ledrige Haut und ist daher perfekt für den Export geeignet. Der UK Markt ist für südafrikanische Feigen eine gute Wahl. Er pflanzte vor einem Jahr etwa 1.200 Deanna Bäume sprießen voller Elan. Ihr Ertrag ist verhältnismäßig hoch, fast sieben Mal so hoch wie der von Adam Feigen. In Feldversuchen produzierten die Deanna Bäume außerdem drei mal so viel wie White Genoa.

Durch seine lange Erfahrung beim Anbau von Protea spricht sich Papendorf gegen den Einsatz von Chemikalien aus. Zur Schädlingsbekämpfung nutzt er ausschließlich biologische Methoden. Bisher hat dies immer gut für ihn funktioniert. Apfelwickler könnten zu einem Problem werden und er legt Fallen aus. Allerdings sind seine Nachbarn, die Blaubeeren anbauen, stärker betroffen, wodurch die Schädlinge von seinen Plantagen fern bleiben. Den Verlust von 10% seiner Ernte an Vögel sieht er gelassen. Auch der Boden muss nur mit minimalem Aufwand bearbeitet werden. Dabei ist die Schafherde seiner Frau sehr hilfreich. Sie hält 500 SA Vleismerino Schafe für die Wolle und der Dung der Tiere wird pyramidenförmig um die Bäume angehäuft. "Perlhühner picken Insekten aus dem Dung und somit macht jeder auf der Farm seinen Job."


Stef Papendorf mit einem Adam Feigenbaum.

Seine Verpackungs- und Kühleinrichtungen vergrößerten sich zusammen mit seiner Feigenernte - im vergangenen Jahr erntete er noch 5 Tonnen. In diesem Jahr werden es voraussichtlich zwischen 10 und 11 Tonnen. Dabei soll sich die Menge in den nächsten Jahren jährlich verdoppeln. In diesem Jahr konzentrierte er sich vor allem auf das Ausdünnen von Bäumen, sodass die Früchte nun größer ausfallen.  In einer Kiste finden nun sechs Feigen Platz, wobei eigentlich bis zu 12 erlaubt sind. Die Ernte geht bis Mitte März, die dreimonatige Pflückzeit beginn eine Woche vor der Ernte am Kap. Die Ernte war im letzten Jahr etwas spät.

Papendorf hat ein kreisförmiges Packsytem entworfen, ein geschlossenes System ohne Anfang oder Ende, das die Feigen in vier Klassen sortiert. Die Schafe der Hillcrest Boerdery werden mit Klasse 4 Feigen gefüttert, das hat sich schnell herumgesprochen, sodass es inzwischen Wartelisten für die Wolle der Tiere gibt.


Papendorfs Verpackungssystem, das die Feigen in vier Klassen unterteilt.

Für weitere Informationen: 
Stef Papendorf
Hillcrest Boerdery
Tel: +27 83 229 3189

Erscheinungsdatum: 12.02.2018

 


 

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