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Pilzgifte in Nüssen und Trockenfrüchten?

In 78 Proben verschiedener Nusssorten und Mandeln sowie 30 Proben unterschiedlicher Trockenfrüchte, untersucht in den Jahren 2016 und 2017, gab es Nachweise von den Pilzgiften Aflatoxin und Ochratoxin (OTA). Besonders auffällig waren Sultaninen und Korinthen, bei denen 94 % geringe Gehalte an Ochratoxin enthielten, aber alle unter der erlaubten Höchstmenge von 10 µg/kg lagen. In zwei Proben gemahlener Haselnüsse gab es Spuren von Aflatoxin, die ebenfalls nicht die Grenzwerte erreichten.

In der Analyse auf vier verschiedene Aflatoxine und OTA waren unter anderem Erd-, Para-, Wal-, Hasel- und Cashewnüsse, außerdem Pistazien. Neben den benannten Sultaninen und Korinthen sind Feigen und Datteln analysiert und beurteilt worden. Alle Proben kamen aus üblichen Einkaufseinrichtungen des Landes.

„Ob in der Weihnachtsbäckerei oder zum Knabbern – Nüsse sind eine Quelle für Energie aus gutem Nahrungsfett und fast alle enthalten wertvolle Fettsäuren. Trockenfrüchte sind vielfältig als Ergänzung in Backwerk zu finden oder sie dienen pur als energiereicher Snack“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock. Feldhusen rät: „Alle Nüsse und Trockenfrüchte, die äußerlich oder innerlich sichtbare Schimmelspuren aufweisen, sind nicht mehr genießbar und müssen entsorgt werden. Sollten Sie beim Verzehr einen atypischen Geschmack - bitter, pelzig, muffig – feststellen, sollten Sie besser alles ausspucken!“ Ein atypischer Geschmack muss nicht zwangsläufig auf einen Schimmelpilzbefall hindeuten, es liegt jedoch ein erhöhtes Risiko für einen solchen Befall vor.

Um einen Schimmelpilzbefall im eigenen Haushalt zu vermeiden, sollten Nüsse und Trockenfrüchte kühl, trocken und luftig gelagert werden.

Aufgrund der festgestellten Gehalte auch unterhalb des Grenzwerte sind neben der Etablierung von Höchstmengen auf europäischer Ebene regelmäßige Untersuchungen von Nüssen und Trockenfrüchten erforderlich. Trotz intensiver Anstrengungen, das Auftreten von Mykotoxinen in Trockenfrüchten zu reduzieren, ist das Problem nach wie vor vorhanden, auch wenn in den Untersuchungsergebnissen ein Trend zur Verbesserung  in diesem Jahr deutlich war. Routinekontrollen bleiben entscheidend, um einen effektiven Verbraucherschutz zu gewährleisten.

Hintergrund
Nüsse können bereits am Baum, aber auch beim Transport oder bei der Lagerung durch hohe Luftfeuchte und Wärme von Pilzen befallen werden. Diese können Gifte (Mykotoxine) entwickeln. Die Pilzgifte sind nicht mit bloßem Auge sichtbar und auch nicht am Geruch oder Geschmack erkennbar. Die spezielle Art Mykotoxine, die Aflatoxine, sind hitze- und säurestabil. Sie überstehen daher die üblichen Verarbeitungs- und Zubereitungsmethoden für Lebensmittel und sind somit auch in gerösteten Nüssen zu finden.

Aflatoxine gehören auch zu den Mykotoxinen. Bei Mykotoxinen handelt es sich um natürlich vorkommende, sogenannte sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Aflatoxine werden unter anderem von den Schimmelpilzen Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus gebildet. Sie können beim Menschen die Entstehung von Krebs begünstigen, Nieren und Leber schädigen, das Immunsystem beeinträchtigen oder Durchfall und Erbrechen verursachen. Außerdem können Aflatoxine das Erbgut schädigen, das heißt sie wirken genotoxisch.

OTA entsteht unter unzureichenden Lagerbedingungen, besonders was die Feuchtigkeit angeht. Auch dieses Pilzgift wirkt nieren- und leberschädigend und wird als eine für den Menschen möglicherweise krebserzeugende Substanz und gentoxisch eingestuft. Problematisch ist seine lange Halbwertszeit im tierischen und menschlichen Organismus, d. h. nach dem Verzehr belasteter Produkte wird das Toxin nur sehr langsam verstoffwechselt und aus dem Körper ausgeschieden.

Quelle: lallf

Erscheinungsdatum: 04.01.2018

 


 

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