Kees Havenaar:

"Jeder profitiert vom echten Winter"

Spanische Landwirte investieren extrem in Gewächshausgemüse. Kees Havenaar von Frutas Luna bemerkt, dass enorme Projekte auftauchen. Von seiner Basis in Almeria, Spanien, sieht er, wie sich die "Provinz der Plastik" verändert, und er malt ein Bild von der kommenden Gewächshaussaison. Der Aufstieg der Paprika und der Rückgang der Tomaten ist bemerkenswert.



In diesem Jahr stieg die Produktion von Paprika um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Die Farben rot und geld, also nochmal mehr Paprika", fasst Kees die Situation zusammen. "Bei einer guten Einstellung wird es viele Paprikaschoten geben, obwohl ich nicht glaube, dass dies Probleme verursachen wird, weil Israel immer weniger nach Europa exportiert." Für Gurken hat sich in Bezug auf die späte Sorte nicht viel geändert. "Zucchini haben die gleiche Fläche wie letztes Jahr, aber ich denke, dass etwas mehr an Auberginen gepflanzt wurde. Der Tomatenbereich scheint jedes Jahr kleiner zu werden, dies wird auch durch viele Virusprobleme verursacht. Jedes Jahr wird weniger gepflanzt."



Spanien hat gute Karten
"Ich sehe hier viele riesige Projekte mit Beheizung. Alles wurde mit Verträgen vorverkauft. Wenn dies nicht passiert ist, wird es sehr teuer für diejenigen und auch ist es sehr gewagt. Hut ab vor den Erzeugern, die sich trauen ohne Verträge zu arbeiten." Gewächshauszüchter mit Foliengewächshäusern versuchen gelegentlich andere Feldfrüchte. "Wenn man ein Plastikgewächshaus hat, benutzt man es, so sehe ich gelegentlich manche mit Papayas oder Topfpflanzen, aber es ist immer nur wie gewohnt." Besonders die Erzeuger in Murcia haben mit Wasserknappheit zu kämpfen, was für die laufende Saison Probleme bereitet. "Alles, was jetzt gepflanzt wird, wird Probleme haben, es sei denn, es wird stark regnen, aber das würde widerum andere Probleme mit sich bringen." Die Erzeuger haben nur begrenzte Möglichkeiten, sich auf Regen vorzubereiten. "Daran können sie nichts ändern", sagt Kees. "Wenn sie ein Foliengewächshaus haben, kann es so verändert werden, dass kein Wasser eindringen kann, aber Outdoor-Anbauer haben diese Option nicht."

Das schlechte Wetter in den ersten Monaten des Jahres, die Dürre und Hitze vom letzten Sommer: Dieses Jahr veranschaulicht die Herausforderungen, vor denen der spanische Sektor steht. Trotz allem haben spanische Züchter gute Karten für die Zukunft, so Kees. "Natürlich hat Spanien gute Karten. Neue Dinge werden entwickelt, in den Niederlanden wird mehr und mehr beleuchtet und auch in anderen europäischen Ländern. Solange wir in Spanien die Sonne weiterhin scheint, geht es uns gut."

Mit einer Palette auf den Markt kommen
Kees macht sich auch keine Sorgen wegen der Konkurrenz aus anderen Ländern am Mittelmeer. "Es gibt viel Konkurrenz, aber das war schon immer so. Die Niederlande könnten unser größter Konkurrent sein, weil sie mehr und mehr beleuchtete Produktion haben und aufgrund des besseren Herbstwetters können sie die Saison ohne zu viele Kosten verlängern. Da die Winter kälter werden, bemühen sich die Menschen eher um den Markt. Deshalb dauert die Gewächshausproduktion weniger lange und die spanische Saison wird unter Druck gesetzt. Jeder würde vom echten Winter profitieren, zumindest in unserer Branche."

Es gibt kaum Platz für spanische Züchter in Nischenmärkten. Gestreifte Auberginen, gelbe Zucchini, alles wird gleich behandelt. "Sie können mit einer Palette auf den Markt kommen, aber wenn man zwei hat, wird sich niemand mehr dafür interessieren", erläutert Kees. "Das sind Nebenprodukte, Produkte zum Spaß, aber nicht für große Mengen."

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Frutas Luna
Kees Havenaar

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