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Übersicht Weltmarkt Bananen

Wie immer ist in den letzten Monaten des Jahres viel los im Bananensektor, weil neue Verträge für das Folgejahr unterschrieben wurden. Außerdem wird alles von TR4 und der Schwarzen Sigatoka überschattet. Gegen TR4 kann nichts unternommen werden, während die Schwarze Sigatoka nur durch einen intensiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden kann. Diese zwei Herausforderungen werden das Image des Sektors in den kommenden Jahren formen. In den letzten Monaten gab es positive Berichte von Wissenschaftlern, die sich um Lösungen für beide Probleme bemühen. Ein australisches Forschungsteam hat es geschafft eine Cavendish so zu manipulieren, dass sie eine Resistenz zu TR4 aufgebaut hat. Andere Forscher haben das Gen gefunden, das es der Schwarzen Sigatoka ermöglicht, resistent gegen Pflanzenschutzmittel zu werden. Für die Händler, die zurzeit Bananen ankaufen, sieht der Markt ziemlich gut aus. Die Preise sind in den letzten Wochen gestiegen, was teils an dem niedrigen Angebot nach dem schlechten Wetter in Lateinamerika liegt. Dennoch gibt es, außer in Polen, keine Berichte über ein Unterangebot.

Ekuador: Preise steigen
Das Land ist noch immer auf Platz 1 der weltweit größten Bananen Exporteure. Neben der bekannten Cavendish, verschifft Ekuador auch rote Bananen und Minibananen sowie Kochbananen. Ein Exporteur sagt, dass Kochbananen ein wichtiger Bestandteil der ekuadorianischen Küche seien, die Nachfrage aber auch international steigen würde. Die Vereinigten Staaten, Frankreich, Argentinien, Spanien und die Niederlande sind einige Zielmärkte für die Bananen. Auch andere besondere Bananensorten erschließen immer mehr neue Märkte. Beispielsweise läuft es für rote Bananen gut in den USA, Kanada und Russland und die Minibananen sind in Argentinien und Südkorea sehr beliebt.

Dennoch bleibt die Cavendish die Banane mit der größten Nachfrage. Die Produktion ist in Ekuador wegen der Wetterbedingungen ab Woche 48 um 15% kleiner ausgefallen. Einem Exporteur zufolge werden sich die Mengen bis Woche 28 im nächsten Jahr nicht normalisieren. Da die Feiertage vor der Türk stehen, steigt die Nachfrage in vielen Ländern wie beispielsweise Russland. Außerdem ist die Nachfrage höher, weil auch andere zentralamerikanische Länder sehr schlechtes Wetter hatten, wodurch auch die Nachfrage nach ekuadorianischen Produkten zunimmt. Da es nicht genug konventionelle Bananen gibt, steigt, einem Exporteur zufolge, auch die Nachfrage nach Babybananen.

Zwischen Woche 40 und Woche 48 zeigten auch die Preise einen Aufwärtstrend. Damit haben sich die Preise nach 15 Wochen mit niedrigen Preisen erholt. Die Prognosen besagten, dass die Preise so hoch bleiben werden, bis sich das Wetter bessert und somit auch die Produktion steigt.



Deutscher Bananenmarkt stabil
In Deutschland ist der Bananenmarkt seit einigen Wochen stabil. Angebot und Nachfrage sind zurzeit sehr ausgeglichen. Nur in München sind die Preise etwas höher als in anderen Teilen Deutschlands. Die Preise liegen im Land bei etwa 13,30 Euro pro 10kg für A-Marken, im Vergleich zu 14 Euro pro 10 kg zu dieser Zeit im letzten Jahr. Die Preise für B-Marken sind von 10,60 Euro auf 9,90 Euro pro 10kg gesunken. Insgesamt ist die Qualität der Bananen zufriedenstellend.

Händler weisen darauf hin, dass die Produktion in wichtigen Importländern wie Ekuador und Kolumbien zurzeit nicht sehr groß ist. Das hat mit La Nina zu tun, dem Gegenstück zu El Nino. Das Wetterphänomen führt zu Temperaturschwankungen auf der Meeresoberfläche. Wie in vielen anderen westeuropäischen Ländern, ist der Dezember auch in Deutschland ein eher verkaufsschwacher Monat. Das liegt an dem großen Angebot an exklusivem Obst, wie Sternfrüchte und Litschis. Außerdem werden Bio- und Fair-Trade-Produkte in Deutschland immer beliebter. Selbst Discounter wie Aldi versuchen sich damit zu differenzieren.

Brasilien: Kleineres Angebot an Prata Bananen
Das Angebot an Prata Bananen wird in den wichtigsten Anbauregionen im Dezember leicht sinken. Die Bauern erwarten bessere Preise in den kommenden Wochen. Im Oktober war das Angebot größer, da sich der Erntevorgang durch das Wetter beschleunigte. Die Preise lagen zu der Zeit mit durchschnittlich 0,80 BRL/kg (0,24 USD/kg) 33% unter den Produktionskosten. So eine Situation hatte es seit November 2015 nicht mehr gegeben.

Die Exporte sind in diesem Jahr etwas geringer als 2016. Das Nancia Angebot ist in den meisten Regionen zurückgegangen. Diese ist die meistexportierte Banane. Folglich werden sich die Preise auf dem Weltmarkt verbessern. Im letzten Jahr wurden die meisten dieser Bananen nach Uruguay exportiert.

Mexiko will auf Weltmarkt Fuß fassen
Auch wenn die Erntemenge gegen Ende des Jahres wegen der kürzen Tage und der kälteren Nächte normalerweise zurückgeht, sagt ein Händler, dass die Erträge noch immer gut sind. Die Mengen gehen ihm zufolge aber dennoch zurück. Der Exporteur erwartet, dass die Preise für kurze Zeit stark ansteigen werden. Der Grund dafür ist die Nachfrage in den USA und auch in anderen Ländern. Dem mexikanischen Exporteur zufolge können die lokalen Bananen mit Bananen aus Guatemala und Honduras konkurrieren.

Philippinen: Hoffnung auf Besserung in 2018
Die Mengen sind stabil und der Sektor hofft, dass dieses Jahr besser sein wird als das Vorjahr. Die Preise sind wieder unter Druck, aber es wird auf einen guten Beginn der Saison 2018 gehofft. Im Januar und Februar könnten die Preise steigen. Die Erwartungen sind nicht hoch, dass sich bis Weihnachten etwas ändern wird. Im Logistikbereich hoffen die Exporteure auf mehr Chancen und Möglichkeiten. Zurzeit exportieren einige chinesische Spediteure Bananen, obwohl sie als "ziemlich aggressiv" eingeschätzt werden. Die Hoffnung ist, dass mehr Konkurrenz zu niedrigeren Zöllen führen wird.

Die Regierung bemüht sich, die Zölle für Südkorea, Japan und den Mittleren Osten im nächsten Jahr zu senken. Dieser Trend wird hoffentlich anhalten. Der lokale Markt ist nicht sehr attraktiv, da sich die Verbraucher nicht mit den unterschiedlichen Sorten auskennen.

Südafrika: Sorge um Import
Die Meinungen über den Markt gehen auseinander. In der Tshwane Region sind die Mengen "nicht gerade groß", während sie in Johannesburg "ziemlich in Ordnung" und in Durban höher als erwartet sind. Der Großteil der verfügbaren Bananen wird lokal angebaut. Es gibt jedoch auch begrenzte Mengen, die aus benachbarten Ländern wie Mosambik und Simbabwe importiert werden. Die Händler sind mit der Qualität und Größe der südafrikanischen Bananen sehr zufrieden; nur ein Händler war mit dem Import nicht zufrieden.

Im Norden von Mosambik wurden einige Fälle von TR4 gesichtet. Die Angst ist nun groß, dass sich der Pilz weiter verbreitet. Die Bananen für den südafrikanischen Markt werden im Süden Mosambiks angebaut. In KwaZulu-Natal müssen die Bauern mit einer anderen Krankheit kämpfen: der Büschelgipfelkrankheit.

Eine große Supermarktkette in Südafrika hat für einige Zeit Bananen aus Ekuador importiert, sehr zum Missfallen der lokalen Bauern. Die importierten Bananen sind nicht deutlich günstiger als lokale Bananen, aber das Angebot setzt den Markt unter Druck.

Spanien: Chancen für kanarische Bananen
Die Bauern auf den Kanarischen Inseln können eine ganzjährige Produktion gewährleisten. In diesem Jahr wurden mehr Früchte als in den vergangenen Jahren geerntet, da das Wetter sehr gut war. Dadurch wurde das Wachstum beschleunigt und es gab auch größere Mengen an Kochbananen. Die Preise sind wegen des großen Angebots und weil die Nachfrage nicht sehr hoch ist, etwas niedriger. In der Weihnachtszeit sinkt die Nachfrage in der Regel.

Die kanarischen Bananen konkurrieren mit Importen aus Lateinamerika und seit einigen Jahren werden auch afrikanische Bananen promotet. Spanien ist seit 25 Jahren der größte Markt für kanarische Bananen. Auch wenn kanarische Bananen an diesem Markt noch immer einen Anteil von 75% haben, so haben sie in den letzten Jahren etwa 25% an Anteil verloren. In jedem Fall ist der Sektor optimistisch und erwartet, dass der Markt wachsen wird. Es gibt außerdem Versuche, kanarische Bananen in anderen Teilen Europas zu verkaufen. Als potentielle Zielmärkte sind Deutschland, die Schweiz, die UK und Marokko im Gespräch. Die größte Herausforderung ist es, den Unterschied zwischen den kanarischen Bananen und importierten Bananen herauszustellen und einen wettbewerbsfähigen Preis anzubieten. 

Franzosen schauen auf ein schwieriges Jahr zurück 
Ein französischer Importeur berichtet, dass, nach dem schlechten vierten Quartal der Saison 2016, die Erwartungen für den Beginn der Saison 2017 hoch waren. Allerdings hat sich der Markt nicht erholt und die Preise für nicht-europäische Bananen sind bis Woche 14 nicht gestiegen. "Wir hatten bis Mitte Mai einen guten Markt", so ein Händler. Allerdings wurde der Markt im April und Mai mit Saisonprodukten überflutet, weshalb die Preise stark gesunken sind. Der heiße Juni war eine Katastrophe für den Bananen Markt. Einem Händler zufolge "haben die Leute durch den Bananenimport und -vertrieb seit Juni 2017 viel Geld verloren." Er vergleich den Bananenmarkt mit Poker: "Der Markt ist unvorhersehbar." Der Händler importiert aus Nicaragua, Ekuador, Kolumbien, Costa Rica, Mexiko, Afrika und Asien.

Belgien: Immer mehr Bananen werden über die Niederlande importiert
Bananen sind, was die Menge angeht, das zweitbeliebteste Obst in Belgien. Außerdem deuten die Prognosen darauf hin, dass der belgische Bananenmarkt auch auf lange Sicht sehr stabil bleiben wird. Auffällig ist, dass immer mehr Bananen über die Niederlande nach Belgien importiert werden. Seit vier Jahren ist die Gesamtmenge um bemerkenswerte 700 Prozent gestiegen. Auch Deutschland hat mehr Bananen auf den belgischen Markt verkauft, zwischen 2012 und 2016 hat es ein Wachstum von fast 300 Prozent gegeben.

Polen: Hohe Preise, kleine Mengen
Einem polnischen Händler zufolge gibt es in Nordeuropa wegen des schlechten Wetters in den Tropenregionen zurzeit ein Unterangebot an Bananen. "Die Bananenernte war im September und Oktober sehr gut in Zentralamerika, sodass die Bauern einen Teil ihrer Produktion vernichteten", sagt der Importeur. Folglich ist das Angebot im Oktober und November zurückgegangen. Trotz der niedrigeren Schätzungen in Costa Rica, Kolumbien und Ekuador sind die Importmengen normal, so der Importeur. Der Händler findet, dass die Qualität wegen des kalten Wetters schlechter ist und prognostiziert ein niedrigeres Angebot und höhere Preise. "Die Preise in den Tropen sind sehr hoch und viele Importeure haben ihre Mengen wegen der Risiken verkleinert."

US: Mehr Verkäufe wegen Gesundheitstrends erwartet
Die Bananenverkäufe sind auch im Dezember noch gut. Normalerweise sinkt die Produktion in den Tropen zu dieser Zeit des Jahres, weil die Tage kürzer und die Nächte kälter werden, aber das hat sich noch nicht auf die Mengen ausgewirkt. Bananen sind noch immer beliebt und die Verkäufe waren in den letzten Jahren stabil. Ein Händler erklärt, dass sie die Entwicklungen im E-Commerce Bereich sehr nah verfolgen. Er sucht nach Möglichkeiten, auf diesen Trend zu reagieren und somit im Geschäft zu bleiben. In Anbetracht der zunehmenden Gesundheitstrends wird der Bananenmarkt voraussichtlich weiter wachsen. Das Obst wird vor allem aus Ekuador, Guatemala und Costa Rica importiert.

Oman: Zu große Mengen auf dem Markt
Einem Importeur zufolge gibt es zu große Mengen auf dem Markt, obwohl sich das in den nächsten drei Wochen auch ändern kann. Die Bananen werden aus Ekuador, Indien und den Philippinen importiert. Vor zwei Monaten stiegen die Mengen an. Dieses größere Angebot gibt es, dem Importeur zufolge, wegen der größeren Ernten in den zuvor erwähnten Produktionsregionen. Es gibt einen Preisunterschied von 1 Dollar zwischen lateinamerikanischen und asiatischen Bananen. Die Bananen aus den Philippinen sind teurer.

Australien: Sinkende Nachfrage in den Sommermonaten
Die Mengen in den Hauptproduktionsregionen sind für diese Zeit des Jahres sehr gut. Die Anbaubedingungen sind in den meisten Regionen großartig. Eine Hand voll Bauern waren von den Stürmen an der Cassowary Küste / Atherton Tablelands Region betroffen. Die meisten Bauern bereiten sich nun auf die jährliche Regensaison vor. Die Bauern, deren Wasserreserven in den letzten Monaten stark geschrumpft sind, sehnen den Regen herbei. Die Preise sind niedrig, was den Trend der letzten zwei Jahre fortsetzt.

Genau wie in anderen Ländern, fällt die Nachfrage in den Sommermonaten. Das liegt vor allem an den Schulferien und am breiten Produktsortiment. Allerdings bleiben Bananen beliebt. Zahlen aus Nielsen zufolge kaufen 94% der Bevölkerung Bananen und der jährliche Pro-Kopf-Konsum liegt bei 16kg. Im Finanzjahr 2016-2017 verkauften die Bananenbauern 414.000 Tonnen Bananen im Wert von 600 Millionen Dollar.

Seit dem letzten Ausbruch im Juli in Queensland, gab es neue Berichte von TR4 Vorfällen. Die letzten Fälle wurden vor zwei Jahren in der gleichen Region gesichtet. Die Plantage, auf der die Krankheit im Juli entdeckt wurde, gehört einem Unternehmen, das bekannt für seine Vorsichtsmaßnahmen ist und ein Vorbild für viele Bauern war.


Erscheinungsdatum: 04.12.2017

 


 

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