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Übersicht Weltmarkt Süßkartoffeln

Süßkartoffeln werden weltweit angebaut und verkauft. Wenn man sich die Liste der größten Produzenten ansieht, stehen neben China auch einige afrikanische Länder ganz weit oben. Allerdings verändert sich dieses Bild komplett, wenn es um die Exportdaten geht. Dann stehen nämlich die USA, die Niederlande, Vietnam und Spanien an der Spitze. Auf diesen Märkten (in Europa und den USA) werden Süßkartoffeln noch immer als exotische Produkte angesehen, auch wenn dieses Image nach und nach bröckelt.

Süßkartoffeln sind in Deutschland keine Überflieger
In Deutschland sind November und Dezember die besten Monate für Süßkartoffeln, wobei amerikanische und spanische Produktion den Markt dominiert. Die weit verbreitetsten Sorten sind Beauregard und Covington. Der Preis für Beauregard liegt zwischen 5 und 6 Euro für 6 Kilo, während die Covington zwischen 6 und 7 Euro kostet. Kleinere Händler verlangen teilweise auch 8 Euro für 6 kg.

Die Händler betonen, dass Süßkartoffeln noch nicht sehr geläufig in Deutschland sind. Erst in den letzten zwei Jahren wurde das Produkt umworben und auch in den Discountern wie Lidl verkauft. Auch Fertiggerichte gibt es erst seit Kurzem auf dem Markt und auch nur eine begrenzte Auswahl. Dazu gehören beispielsweise Süßkartoffel Gratin, Pommes und Backkartoffeln. Anders als in anderen europäischen Ländern, gibt es allerdings auch Tiefkühl-Produkte im Handel. Seit Neustem liegen auch die bunten Sorten in den Regalen, wie pinke und orangene Süßkartoffeln.

Ägypten: Gutes Jahr für Bauern
Ägypten ist der bekannteste Exporteur von Süßkartoffeln in der Region. In diesem Jahr hatte das Land eine besonders gute Saison. "Das Jahr war wirklich gut für uns", sagt ein Bauer. Das Unternehmen baut drei Sorten an: weiße, rote und orangene Süßkartoffeln. "Die Qualität ist gut; wir hatten dieses Jahr keine Probleme mit einem zu kleinen Angebot."

Die Exporte gehen nach Europa, vor allem in die UK und nach Italien sowie in die Golf Länder wie Saudi Arabien, Qatar, Kuwait und die Malediven. Der Preis liegt bei 0,50 Euro pro Kilo FOB. "Das ist im Vergleich zu anderen Ländern wie Spanien und Italien ziemlich hoch und lässt sich durch die höheren Logistikkosten unserer Produktionsregionen im Süden von Alexandria, in der Mitte des ägyptischen Delta, begründen", erklärt der Händler.

Jedes Land hat seine eigenen Präferenzen, was die Sorten angeht. In Europa ist die Nachfrage nach mittleren und größeren Kalibern am höchsten, während die Golf Länder die größeren Kaliber und die Malediven die kleineren Kaliber bevorzugen. In China sind weiße Süßkartoffeln am gefragtesten.



Spanien sorgt sich um Überangebot auf dem Markt
Die weltweite Produktion steigt an; und zwar vielleicht schneller als die Nachfrage. Spanien ist ein gutes Beispiel dafür, da die Produktion des Landes um 40% gewachsen ist. "Die Produktion ist in diesem Jahr in die Höhe geschossen, deswegen stehen die Preise unter Druck", sagt ein Händler von Bio-Süßkartoffeln. Die Gründe für den Anstieg sind vor allem die Erweiterung der Anbaufläche und die vorteilhaften Wetterbedingungen.

"In diesem Jahr ist der Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage deutlicher als je zuvor", sagt ein Händler. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Preise erschreckend weit gefallen. Vergleicht man die Preise mit der Saison vor zwei Jahren, so ist der Unterschied sogar noch größer.

Beim Anbau von Bio-Süßkartoffeln sieht es anders aus, aber die konventionelle Produktion kann ohne Probleme erweitert werden. "Bis vor Kurzem war es ein Produkt mit einer interessanten Marge, weil die Nachfrage immer weiter steigt. Aber die Produktion steigt ebenfalls schnell an, sodass das Produkt nicht länger als Exot gilt."

Die wachsende Produktion in anderen europäischen Ländern fordert ihren Tribut vom spanischen Sektor. In den Niederlanden, Frankreich und in der UK wird in den Anbau von Süßkartoffeln investiert. Diese Märkte bevorzugen lokale Produkte.

Die Bauern in Malaga waren die ersten, die den Süßkartoffel Anbau ausprobiert haben. Sie steigen nun allmählich auf andere exotische Produkte um. Die spanische Produktion liegt vor allem in Cadiz, Sevilla, Huelva und Granada, sodass Andalusien als die größte Anbauregion gilt. Auch in anderen Regionen, wie in Valencia, Alicante und Murcia, wurde die Anbaufläche vergrößert. Wegen begrenzter Lagerungskapazitäten geht die spanische Saison bis Januar. 

Belgien: Mehr Süßkartoffeln in Nordeuropa
Die meisten Süßkartoffeln, die Belgien zurzeit importiert, stammen aus Spanien, Portugal und den Vereinigten Staaten. Der Kilopreis liegt bei etwa 1 Euro, wobei die Preise für das Produkt aus den USA manchmal etwas niedriger sind. Einem Händler zufolge gibt es große Qualitätsunterschiede zwischen den drei Produktionsländern. Da die Süßkartoffeln aus den USA länger als ihre Konkurrenten aus Europa brauchen, bis sie den Zielmarkt erreicht haben, ist die Produktion oft nicht mehr sehr frisch. Oft sind die Kartoffeln von außen beschädigt oder schimmeln. Obwohl das Risiko für äußere Schäden bei Produkten aus den USA höher ist, ist die Qualität der Kartoffeln sowohl in der USA, als auch in Spanien und Portugal gut.

Auch in Nordeuropa gibt es immer mehr Tests mit Süßkartoffeln. Es ist noch zu früh, um sagen zu können, ob die Qualität genauso gut sein wird, wie die aus den anderen Produktionsländern. Vor allem für Bauern aus Belgien und den Niederlanden könnte es von Vorteil sein, auf Süßkartoffeln umzusteigen, da die Preise derzeit sehr hoch sind.

Die Niederlande: USA traditioneller Süßkartoffel Exporteur, doch auch andere Produktionsregionen fassen Fuß
Während die USA auf dem niederländischen Markt immer der wichtigste Anbieter von Süßkartoffeln war, gab es in den letzten Jahren immer mehr Konkurrenz aus anderen Ländern. Vor allem Spanien und Ägypten haben ihren Weg in den Sektor gefunden. Beide Länder sind von September bis März auf dem Markt und bauen die beliebte orangene Sorte aus Amerika an. Sie können die Süßkartoffeln allerdings ohne äußere Schäden zum Zielmarkt liefern. Diese Saison war die Nachfrage nach Süßkartoffeln aus den USA jedoch noch immer hoch. Die meisten Kartoffeln werden im Staat North Carolina angebaut, wobei die Covington Sorte den größten Anteil ausmacht. Allerdings ist die Frage, ob das auch in Zukunft so bleiben wird. Länder wie der Senegal, Honduras, China und Osteuropa sehen ebenfalls Chancen im Süßkartoffel Sektor. Letzte Woche kam die erste Ernte aus Tholen auf den Markt.

Italien: Süßkartoffeln werden immer beliebter
Weltweit ist die Süßkartoffel unter den Top Ten der am häufigsten angebauten Produkte. Der Großteil der Produktion erfolgt in tropischen und subtropischen Ländern. In Italien sind Süßkartoffeln mit 600 Hektar und einer jährlichen Produktion von 13.000 Tonnen noch immer ein Nischen Produkt. Etwa 80% davon werden in Veneto angebaut, wo auf 480 Hektar produziert wird, die jährlich 10.000 Tonnen abwerfen. Der Sektor steht vor der großen Herausforderung, tiefgehende Sortenstudien durchzuführen und agrarwissenschaftliche und phytosanitäre Probleme zu lösen. Das könnte dabei helfen, das Angebot zu steigern und einen guten Teil des italienischen und europäischen Markts abzudecken.

In Apulia wird die Süßkartoffel, oder Batata, als traditionelles Agrarprodukt gesehen. Ein Bauer aus der Region berichtete, dass "der Süßkartoffel Anbau immer populärer wird und immer mehr Verbraucher Interesse an dem Produkt zeigen; es ist ein Trendprodukt." Die Saison hat zwischen Mitte August und Anfang September begonnen. Vor allem die Nachfrage aus der Industrie ist hoch, aber die Preise sind niedrig. November und Dezember sind normalerweise eher ruhige Monate, aber über Neujahr nimmt die Nachfrage wieder zu, sagt ein Bauer. "Die besten Monate sind Februar und März; denn dann schießen die Preise in die Höhe. Wir haben die Ernte bereits beendet. Unsere Süßkartoffeln befinden sich gerade im Lager und warten auf den besten Zeitpunkt, um auf den Markt zu kommen." Zurzeit gibt es noch immer viel spanische Produktion auf dem internationalen Markt.

Israel: Wichtiger durch instabiles Britisches Pfund
Die Saison war durch viele Veränderungen geprägt, die Folgen für den israelischen Markt hatten. Sie begann im September und dank der großen Nachfrage auf dem lokalen Markt, müssen die Kartoffeln nicht exportiert werden. Allerdings hat es einige Entwicklungen auf dem internationalen Markt gegeben. Durch die instabile Wechselkursrate des Britischen Pfunds gab es ein grl0eres Angebot aus verschiedenen Ländern in Übersee.

China erwartet große Ernte
Süßkartoffeln sind für die chinesischen Verbraucher kein exotisches Produkt. Sie werden in vielen Regionen des Landes angebaut. Die wichtigsten Produktionsregionen sind Sichuan, Anhui, Shandong, Henan, Guangdong und Hainan. In diesem Jahr ist die Produktion in Hainan, einer der größten Produktionsregionen, um 20% gewachsen. Die nördlichen Region kommen zwischen September und April auf den Markt. Die Saison im Süden geht von Februar bis Oktober. Obwohl der Winter vor der Tür steht und die Preise dann für gewöhnlich steigen, ist der Preis für Süßkartoffeln zurzeit stabil, da das Angebot größer ist. Derzeit gibt es Angebot aus Mongolien, Shandong, Anhui, Shaanxi und anderen Regionen im Norden Chinas.

Australischer Markt durch lokale Produktion gedeckt
Das Land hat etwa 85 Süßkartoffel Bauer, die zusammen insgesamt etwa 100.000 Tonnen produzieren. Die Jahresproduktion hat einen Wert von 80 Millionen Dollar. Die meisten Plantagen liegen in der Bundaberg Region, Queensland, die etwa 70% der gesamten Süßkartoffel Produktion ausmacht. Die Jahresproduktion des Landes reicht aus, um die lokale Nachfrage nach Süßkartoffeln zu decken, sodass keine Produkte importiert werden müssen. Nur ein kleiner Teil der Ernte wird exportiert. In den letzten Jahren waren die Vereinigten Arabischen Emirate ein guter Markt. Süßkartoffeln sind das ganze Jahr über erhältlich. Das Angebot an gelben Sorten ist von Februar bis April am besten. Im März wurde eine Werbekampagne organisiert, um den Konsum in Neuseeland zu steigern, wo das Produkt auch als Kumara bekannt ist. Das ist der Maori Name für Süßkartoffel.

USA: Produktion in Louisiana hat sich vom Regen im letzten Jahr erholt
Nach vielen Herausforderungen in 2016 hat sich die Süßkartoffel Produktion in Louisiana nun erholt. Im letzten Jahr wurde ein Großteil der Ernte durch den Regen vernichtet. Ein Bauer sagt, dass er die Hälfte seiner Produktion verloren hat. In diesem Jahr sind die Aussichten jedoch besser. "Wir streben zurzeit danach, ein ganzjähriges Angebot garantieren zu können und bisher sieht es ganz danach aus"; sagt der Bauer. Der Süßkartoffel Markt wird immer mehr zum ganzjährigen Markt, weil das Produkt allmählich nicht mehr als exotisches Produkt gilt. Auch wenn die Tiefs auf dem Markt nicht mehr so drastisch sind, wie noch vor 15 Jahren, gibt es noch immer viele Hochs an Thanksgiving, Ostern und Weihnachten. Die Verbraucher wollen mehr Fertiggerichte und folglich wird die Auswahl immer größer. "Wir folgen den Trends des Kartoffel Marktes", erklärt ein Bauer.


Erscheinungsdatum: 20.11.2017

 


 

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