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Jacco Merkens:
"Bio ist noch abhängiger von den Launen der Natur"

Wer denkt, dass der Umstieg auf Bioanbau einfach ist, sollte besser erst diesen Artikel lesen. "Zu allererst ist es auf dem Anbaugebiet ein echtes Ereignis. Ausserdem ist es eine andere Manier von leben. Wir befinden uns im Moment mitten in der Umstellungszeit. Auf einigen Gebieten ging es reibungslos und auf anderen Gebieten war es schwieriger als erwartet. Als Betrieb wird man noch abhängiger von den Launen der Natur. Man muss Dinge geschehen lassen, die man als herkömmlicher Erzeuger nicht will. Das ist enorm gewöhnungsbedürftig', sagt Obstbauer Jacco Merkens. 

Die Umstellungszeit 
Er hat eine Anbaufläche von etwa 30 ha mit herkömmlichen Sorten. "Mit sechs Hektar befinden wir uns nun in der Umstellung zu Bio. Wir haben schon jahrelang darauf hin gearbeitet. Mit dem Gängigen waren wir schon auf der Biotour. Wir düngten zum Beispiel mit tierischem Mist und hatten Erfahrung mit bestimmten Pflanzenschutzmitteln. Trotzdem ist man dann noch lange kein Bioproduzent." Vorläufig bleibt Jacco bei sechs Hektar. "Wir werden nicht vollständig umsteigen. Die Risikos sind sehr gross. Man hat weniger Sicherheit bei der Ernte und bei Bio auch eine geringere Ernte. Ausserdem kann man die Produkte nicht so lange aufbewahren. Das gehört alles dazu. Es bringt einem aber eine unglaubliche Genugtuung und eine steigende Nachfrage ist Tatsache. Was den Absatz angeht, ist es in der Übergangsphase schwieriger, Abnehmer zu finden. Echte Biofans wollen Bio aber es besteht ein Markt für die Umstellungsprodukte. Man muss nur eine gute Philosophie haben."


Links: Jacco mit Redlove, eine der Apfelsorten, die er anbaut.  

Preisunterschied
Zwischen dem herkömmlichen Anbau und den Bioanbau besteht ein grosser Preisunterschied. "Das ist der vielen extra Arbeit und Zeit, die man dafür aufbringen muss, auch notwendig. Bis jetzt verläuft der Anbau von Bioobst bei Jacco mit Höhen und Tiefen. "Ich hoffe, dass ich es in einigen Jahre beherrsche. Es ist gut, sich als Produzent nun schon davon bewusst zu sein, dass in Zukunft immer mehr Bio und ohne Rückstände verlangt wird. Man kann lieber selber damit beginnen als dass man bestimmte Angelegenheiten auferlegt bekommt. Trotzdem erwarte ich nicht, dass alle Produzenten umsteigen. Es ist nämlich nicht für jeden bestimmt. Es gibt auch mal am Sonntag Nachmittag in einer Parzelle etwas zu erledigen."

Für Erzeuger, die wohl umstellen auf Bio, hat er einen Rat: "Schliessen Sie sich einer Verkaufsgemeinschaft an. Beim Herkömmlichen gibt es schon genug Cowboys auf dem Markt, dass brauchen wir nicht auch noch beim Bio."

Für mehr Informationen:
Jacco Merkens
Molenspoor 3
3985 SH Werkhoven
Niederlande
Tel: +31 (0) 6-12390854
jcmerkens@hetnet.nl

Erscheinungsdatum: 11.10.2017

 


 

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