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'Rückstandsfrei' und extremes Wetter sind wieder einmal die Herausforderungen der Zukunft

Was einmal als Kultivierungsfirma aus Westflandern begann, wurde zu einem europäischen Akteur in frischem Gemüse. Verduyn kann sich als Marktführer auf dem Gebiet der Karotten mit einer Produktion von 120.000 Tonnen pro Jahr bezeichnen. Die größten Herausforderungen für das Unternehmen sind die immer strengeren Anforderungen aus den Supermärkten und den extremen Wettersituationen.

Die Geschichte der Familienfirma geht zurück auf 1965, als Gaston Verduyn begann Gemüse unter Glas und in offenen Feldern in Kortemark, Belgien anzubauen. Sie fingen schnell an ihr Gemüse manuell zu schneiden. Die Verarbeitung wurde ernst nachdem in Gemüse-Schneidemaschinen investiert wurden, und als die ersten Verträge mit Gemüsebauern aus dem Gebiet geschlossen wurden. Mittlerweile befindet sich das Familienunternehmen in der Hand der dritten Verduyn-Generation und im Laufe der Jahre hat es sich zu einem internationalen Akteur in der Welt des Gemüses für die Industrie, den frischen Markt und der Gastronomie entwickelt.


"Jeder, der frisches Gemüse braucht, kann zu uns kommen", sagt Alexander Verduyn. Er wuchs buchstäblich mit dem Gemüse und den Maschinen der elterlichen Firma auf und ist seit 2016 CEO der Verduyn-Gruppe. Mit seinem Bruder Nicolas und seiner Schwester Valerie wird er in Zukunft die Führung von seinen Eltern übernehmen. Das Unternehmen ist in vier Abteilungen unterteilt: Industrie, frischer Markt, Gastronomie und Landwirtschaft. Aus diesem Grund liegt einen großen Teil der Lieferkette in deren eigenen Händen. Verduyn hat auch eigene Niederlassungen in Frankreich und Spanien. Das Industrie-Gemüse spielt eine doppelte Rolle für das Familienunternehmen. Ein Teil des Industrie-Gemüses wird zur halbfertiger Ware verarbeitet, um an Hersteller für gefronenes Gemüse und Dosengemüse zu liefern. Verduyn verkauft auch das Industrie-Gemüse an Unternehmen, die nicht genug von diesen Gemüse in ihrem eigenen Bereich haben.

Auf Babykarotten spezialisiert
Das Familienunternehmen baut und verarbeitet verschiedene Arten von frischem Gemüse an, hat sich aber auf Karotten spezialisiert. "Besonders Babykarotten sind eine wichtige Domäne. Die Wurzeln der Verduyn-Gruppe stecken darin. Wir sind ein europäischer Marktführer bei der Züchtung und Verarbeitung dieser Art von Karotten." Die Karotten und andere Karotten können gewaschen, sortiert und für verschiedene Zwecke geschnitten werden. Andere wichtige Produkte sind Knollensellerie, Kohl, Brokkoli und Lauch. Alexander sagt, dass 'vergessenes' Gemüse in den letzten Jahren wieder populär geworden ist, was in der gesamten Lieferkette zu sehen ist. Das Bio-Gemüse hat auch seinen ertrag gebracht. Für praktisch jedes Gemüse stellt Verduyn auch eine organische Variante zur Verfügung, die zunehmend gefragt sind, laut Alexander.


Die Landwirtschaft ist der Beschaffungs-Service für das Gemüse. Für den Kauf des Industrie-Gemüses werden Verträge mit Züchtern und Züchter-Vereinigungen im Voraus gemacht. Verduyn arbeitet eng mit Hunderten von Gemüsebauern zusammen, sowohl im In- als auch im Ausland. "Nur drei bis fünf Prozent wird auf dem freien Markt gekauft. Für die Industrie ist eigentlich alles im Voraus programmiert, sowohl der Einkauf als auch der Verkauf." Alexander erwähnt, dass der Anbau des Industrie-Gemüses ziemlich stabil ist. Obwohl kleinere Schwankungen festgestellt werden können, sieht er keine größeren Veränderungen. "Die Baupläne für das neue Jahr basieren in der Regel auf der Marktsituation des Vorjahres. Es gibt Produkte, die mehr als andere schwanken, wie Scorzonera. In einem Jahr ist dieses Produkt viel gefragt und wird somit in Hülle und Fülle gepflanzt werden und das führt dann dazu, dass in den darauffolgenden Jahren ein Überschuss herrscht. Auch das Wetter hat Einfluss darauf."

Eigene Zucht
Die Produkte kommen aus verschiedenen Anbaugebieten in Europa. Die Gemüsefirma hat in Belgien, den Niederlanden oder Frankreich für praktisch jedes Produkt ein spezielles Anbaugebiet. "Westflandern zum Beispiel ist Europas Lauchbereich. Die Umstände für das Anbauen dieses Gemüses sind hier am besten. Die Anbauflächen für den frischen Markt und die Industrie können sich unterscheiden. Neben einer hohen Produktsicherheit gibt es uns auch die bestmögliche Qualität." Verträge mit den Landwirten werden von der landwirtschaftlichen Abteilung abgeschlossen. Die Berater unterstützen sie anschließend mit Anbauflächen. Ein Teil der Produkte gehören zu der eigene Produktion. Im Jahr 2013 wurde die eigene Produktionsfirma Agricolas gegründet, die unter anderem in wenigen Jahren zu einem sehr bekannten Produzenten von Karotten, Kohl, Lauch und Brokkoli wurde. Die Fläche beträgt derzeit rund 350 Hektar. Alle Produkte werden von Verduyn kommerzialisiert. "Das ist der Anbau aus dem wir kommen, und wir wollen mit ihm in Verbindung bleiben. Alles beginnt an der Quelle", sagt Alexander. "Darüber hinaus gibt es uns einen guten Einblick in das, was für die Züchter, in Bezug auf Kosten, Pestizide und so weiter, eine Rolle spielt."



Verduyn verarbeitet einen Teil des Gemüses zu Halbfabrikate. Das geschnittene Produkt wird dann den Produzenten zur Weiterverarbeitung , unter anderem für die gefrorenen und verzinnten Märkte, zur Verfügung gestellt. Das ist meist das Gemüse, was schwieriger zu verarbeiten ist, wie Karotten in verschiedenen Größen, blanchierte Sellerie-Teile, Pastinaken, Weiß- und Rotkohl und Knollensellerie. Diese werden in verschiedenen Verpackungen angeboten, von großen Beuteln bis hin zu kleinen Verpackungen, so wie es der Kunde wünscht. Schneller Service und Lebensmittelsicherheit sind besonders wichtig in der Gastronomie. "Unsere Agrarabteilung sorgt für ein wasserdichtes System in Bezug auf Bodenanalysen, Dünger, Pestizide, Rückverfolgbarkeit und so weiter, um unseren Kunden ein lebensmittelechtes Produkt zu garantieren."



Rückstandsfrei und Klima
Jährlich vermarktet die Gruppe rund 150.000 Tonnen Gemüse. Verduyn exportiert sowohl für den frischen Markt als auch für die verarbeitende Industrie in etwa 20 verschiedenen Länder. "In Belgien beliefern wir praktisch alle Produzenten für gefronenes Gemüse. Das sind richtige Weltakteure, von denen die Produkte auf der ganzen Welt versendet werden. Die Saisons sind in der Industrie kurz. Nach der Ernte muss das Gemüse so schnell wie möglich verarbeitet werden, was eine enorme Reaktivität erfordert. Zum Teil, dank unserer Größe, können wir schnell auf unsere Kunden reagieren und unsere Kunden bedienen." Obwohl Alexander der Zukunft selbstsicher entgegen schaut, kann er auf jeden Fall einige Herausforderungen erwähnen. Die strengen Anforderungen des Supermarktes, die nun noch strenger werden, könnten laut ihm ein Hindernis werden. "Die Anforderungen sind überall anders. Dies erfordert strengere Spritzpläne und eine noch bessere Planung bei der Entscheidung, welches Gemüse für welche Absatzmärkte gedacht werden soll. Das ist etwas, an dem wir in den kommenden Jahren weiter dran arbeiten müssen. In Zukunft wird die Kultivierung vielleicht wieder rückstandsfrei über die Bühne gehen, was die Unterschiede zwischen konventionell und biologisch noch kleiner macht. Das ist ziemlich knifflig, denn es gibt noch einen bedeutenden Preisunterschied zwischen konventionell und biologisch."

Darüber hinaus sieht er das wechselnde Wetter als eine mögliche Bedrohung für das Anbauen von Gemüse. Das Klima, das immer extremer wird, hinterlässt mehr und mehr seine Spuren. "In einem extrem trockenen Jahr müssen wir in einem Gebiet anbauen, in dem unsere Produkte gut bewässern können. Allerdings müssen wir viel Niederschlag gar nicht so viel tun. Steigende Temperaturen sind auch für die Qualität unserer Produkte nicht immer günstig. Alles in allem sind das Bedrohungen, die wir im Auge behalten müssen. Auf der anderen Seite bedarf es noch mehr Flexibilität und unsere Kunden erwarten, dass wir auch in Extremsituationen die perfekte Lösung bieten können. "

Weitere Informationen:
Verduyn
Alexander Verduyn

Erscheinungsdatum: 17.07.2017

 


 

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