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Frische Kräuter: Vom Gewürz zur Marketingstrategie

Kräuter können Emotionen besser weitergeben als alles andere, und Kräuterlieferanten wissen das genau. Zur gleichen Zeit gibt es einen gewissen Mangel auf dem Markt. Wie positionieren die Lieferanten ihre Kräuter? Was ist das Gewürz der Saison? Wir haben Produzenten von frisch geschnittenen und eingetopften Kräutern befragt.

Plukkruidje: Vorgemischte Verpackung steigert den Wert
Der Unternehmer Timo Kleijwegt liefert mit seiner Firma Plukkruidje frische Kräutermischungen an die Cateringindustrie. Die Firma bietet ihre eigene Interpretation von frisch geschnittenen Kräutern. Sie bieten Teesorten in 9g-Packungen. "Unsere Mischungen sind bereits in der richtigen Größe für einmalige Nutzung. Auf dem Großmarkt für Caterer findet man oft nur 75g-Verpackungen. Der Nachteil davon ist, dass die Kräuter direkt verbraucht werden müssen, wenn sie aus der Packung genommen werden. Kleinere Mengen sind also gut, wenn man die Hygiene betrachtet," erklärt Kleijwegt. Plukkruidje garantiert eine Haltbarkeit im Kühlschrank von mindestens 16 bis 19 Tagen.



Zusätzlich zum eigenen Anbau, steht Plukkruidje auch im Kontakt mit allen Kunden um über die neuen Möglichkeiten für das Marketing der Teesorten nachzudenken. Um eine ganzjährige Versorgung zu gewährleisten, wurde die Plantage in den Niederlanden verlassen und Plukkruidje zog nach Äthiopien um, wo sich auch die Verpackungsanlage befindet. Kleijwegt kam dort in Kontakt mit einem Blumen-Anbauer, der eines der Gewächshäuser zu Verfügung stellte. Die Firma produziert nun gut 10.000 Beutel in der Woche, auf gut 4.000 Quadratmetern. Für den erfahrenen Händler ist das nur ein sehr bescheidenes Volumen, aber er glaubt das sei der Reiz des Produktes. "Die Welt der frischen Lebensmittel ist nur auf den Tagespreis und auf Masse konzentriert. Wir von Plukkruidje konzentrieren uns auf kleinere Mengen aber wollen dafür am Wert und dem Marketing unserer Produkte arbeiten. Unsere Mischungen kosten 50 Cent pro 9g. Mit Mengenpreisen können wir natürlich nicht mithalten."

"Unser Konzept bietet vor allem Catering Unternehmern einzigartige Möglichkeiten. Die Beutel können neben dem Glas serviert werden. Der Kunde der sie öffnet ist der erste Benutzer: für die Erfahrung sind die Kräuter so frisch wie sie nur sein können." Inzwischen kaufen mehr als 300 Cateringfirmen das Produkt, unter anderem Van der Valk. Neunzig Prozent des Handels geschieht durch Plukkruidje selbst, der Rest wird von Großhändlern durchgeführt. Plukkruidje beliefert die Industrie auch mit 75g Packungen. Wenn es Bedarf dafür gibt, kann der Betrieb auch andere Erzeuger dafür kontaktieren.

Bei Plukkruidje glaubt man daran, dass Kräuter medizinische Wirkung haben. "Jede Art hat ihre besonderen Effekte. Zum Beispiel stimuliert Fenchel die Verdauung. Das hat uns dazu inspiriert eine unserer Mischungen 'Goed Buikgevoel' (Gutes Bauchgefühl) zu nennen. Das ist eine Marketingmöglichkeit für sowohl uns als auch den Caterer. Für den Gastgeber kann sich daraus eine Konversation mit dem Kunden ergeben. Man hat ein einzigartiges Produkt, wenn man den Kunden über 'Unsterblichkeitskräuter' aufklären kann, welche so gut wie nirgendwo angebaut werden können. Das kreiert ein besseres Erlebnis und direkten Kontakt mit den Kunden," sagt Kleijwegt. "Wir haben insgesamt sieben Sorten, die alle einen anderen positiven Effekt auf den Körper haben."

Für Kunden, die dieses Gefühl auch zuhause erleben wollen, gibt es die Möglichkeit sich für einen Lieferservice anzumelden. Alle zwei Wochen erhalten sie eine Box mit verschiedenen Teesorten, damit sie ihre eigene, luxuriöse Tasse Tee kochen können.

Trotz den vielseitigen Geschmacksrichtungen, ist Minze die Beliebteste. "Minztee wird das ganze Jahr über getrunken." Kleijwegt rechnet damit, dass die gemischten Packungen im nächsten Jahr oft imitiert werden.

Gipmans Planten / Vitacress Real: Der Gemüsegarten-Wahn und Bio-Trend
Die Verpackungsgrößen für Kräuter sind recht festgelegt, aber wir sprechen von Pflanzen, die nicht in geebneten Volumen gemessen werden können. "Vielseitigkeit bei Topfpflanzen wird meistens durch ein wechselndes Sortiment und den Bezug auf aktuelle Trends erreicht," sagt Erik Gipmans von Gipmans Planten. Gipmans liefert Kräuter an nationale und internationale Einzelhändler durch den Erzeugerverband Fossa Eugenia, von welcher er die Kontaktperson ist.

In den letzten drei Jahren investierte die Gärtnerei in Bio. "Wir haben noch immer einen konventionellen Teil aber inzwischen ist der Großteil biologisch. Da wir beides anbieten gibt es einige Herausforderungen was Kreuzinfektionen angeht. Wir importieren Kräuter aus ganz Europa. Beim biologischen Anbau anbau kann man es sich nicht leisten auch nur ein Insekt zu finden. Deshalb sind wir gerne sehr isoliert mit unserem Bio-Anbau."



An sich sind die Arten jedoch nicht sehr unterschiedlich im Anbau. "Bei unseren konventionellen Sorten sind nur die Dünger nicht Bio. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals bei der Aufzucht Pestizide genutzt zu haben," erklärt Erik. Der Preisunterschied zwischen konventionellen und organischen Topfpflanzen liegt zwischen 10 und 15 Prozent, schätzt er. Er schreibt dies hauptsächlich der Umsatzrate des Anbau zu. Für die meisten frischen Lebensmittel liegt dieser Prozentsatz wesentlich höher.

Im Bereich der eingetopften Kräuter ist Basilikum nach wie vor am beliebtesten. Es ist ein Gesetz der kommunizierenden Gefäße, sagt er. "Geschnittener Basilikum wird selten angeboten. Die Verpackung dieses Produktes ist schwierig, da es nur eine kurze Haltbarkeit hat."



Erik sagt, das Wachstum in Großbritannien hätte sich stabilisiert. "In den Niederlanden wird der Markt auch bald gefüllt sein: Das Wachstum in zweistelligen Zahlen ist bereits zum Ende gekommen. Und das gilt besonders für die Standardprodukte: Basilikum, Petersilie, Schnittlauch. Indem man die Kräuter auf dem Markt positioniert, kann man sich immer noch einen Platz verschaffen. Denken sie dabei an neue Sorten: Ein Basilikum der anders aussieht, lässt sich immer noch verkaufen."

"Ich glaube jeder könnte Kräuter liefern, aber sie gut innerhalb der Abteilung zu positionieren und eine Anpassung des Sortiments zu erreichen, das Bedarf einiges an Vorbereitung." Gipmans bekommt diese wichtigen Informationen vom Erzeugerverband Fossa Eugenia, welcher den Nationalen Gemüsegarten Zähler über die Internetplattform organisiert. Und der Gemüsegarten-Trend gibt den Lieferanten am meisten Einblick. Viele Endnutzer topfen die Kräuter nach dem Kauf um, zum Beispiel. "In diesem Jahr haben wir den zweiten Gemüsegarten Zähler veranstaltet. Das gibt uns eine gute Übersicht über das Feld der Kräuter, und was im Jahr 2017 in einen Gemüsegarten gehört. Wir sehen genau, welche Rolle unsere Kräuter im Gesamtbild spielen und wo es noch Möglichkeiten für uns gibt."

Im Bereich der Schnittkräuter liegt die Minze schon seit Jahren vorne in den Niederlanden, so Ralph Coenen von Vitacress Real, eine Zusammenarbeit mit Gipmans. So sieht es allerdings nicht nur auf dem einheimischen Markt aus. "Minze wird auch grenzübergreifend für seine Vielseitigkeit erkannt. Es wird inzwischen als viel mehr als nur ein Teeblatt gesehen," so Coenen. In der gesamten Kategorie sind auch Petersilie und Sellerie profitabel, Produkte die die Firma schon seit geraumer Zeit im Programm hat.

"Die Entwicklung von Queller war erstaunlich. Die Nachfrage ist in den letzten Monaten signifikant gestiegen. Wir konzentrieren uns stark auf die Trends bei den Konsumenten. Wir bekommen viel positives Feedback für Queller. Es ist ein ideales Gewürz um den Salzkonsum zu reduzieren und verbessert gleichzeitig den Geschmack von Gerichten. Derzeit machen sich viele Menschen Gedanken zu ihrem Salzkonsum," sagt er weiter.

Die Endnutzer wissen genau was sie mit den frischen Kräutermischungen für Eier, Kräuterbutter, Fisch, Fleisch oder Muscheln anfangen sollen. Aber es gibt noch einige Kräuter bei denen das nicht der Fall ist. "Oregano und Dragon, zum Beispiel, sind beide gut in Gerichten aber leider unbekannt und unbeliebt. Unsere Herausforderung ist es die Konsumenten darüber zu informieren."

Van Vugt Kruiden: Essbare Blüten fördern auch Geschmack
Die niederländische Saison hat auch für Van Vugt Kruiden wieder begonnen. Die Gartenbaufirma mit Sitz in Ridderkerk und mit Piet van Vugt als Leiter, ist schon seit den 90er-Jahren am Markt für aromatische Schnittkräuter. Der Erzeuger verkauft diese Kräuter in den gewünschten Verpackungsgrößen (Schalen, Hüllen, Flowpacks und mehr) an Großhändler, den Einzelhandel in Europa und Exporteure. Besonders Minze ist beliebt. "Das ist keine Überraschung, aber es ist ein sehr beliebtes Produkt geworden. Fast jedes Restaurant bietet frischen Minztee an. Aber Minze gibt es in allen möglichen Formen und Farben: Wir bauen 12 verschiedene Sorten an. Unsere Endnutzer fragen speziell danach," sagt der Pionier. Er bemerkte auch eine steigende Nachfrage nach glattem Basilikum und Koriander, da die östliche Küche immer beliebter wird.



Van Vugt Kruidens Angebot besteht zu 95% frisch geschnittenen Kräutern. "Wir liefern maßgeschneiderte Produkte und haben uns den exklusiven Produkten für unsere Kunden verschrieben. Für uns ist es sehr wichtig, dass ihr Produkt auf dem Markt auffällt, durch Größe, Verpackung und Aussehen, und dass es zum Rest des Sortiments passt. Denken sie an spezial Kompositionen aus Kräutern, eine Miniatur-Verpackung mit einem 3g Film und einem Label in ihrem eigenen Stil. Außerdem sind wir der Meinung, dass Kräuter - egal ob in Teebeuteln, Tüten oder Schälchen verpackt - immer ein Gewürz bleiben sollten."



"Um das zu erkennen, ist es wichtig zu wissen, wo jede Sorte am besten wächst. Unsere Kräuter werden in authentischer Erde ohne unnötige Werkzeuge zur Beschleunigung des Wachstums angepflanzt. Bei Pestiziden werden große Schritte gegangen um mit den strengen Anforderungen der Kunden übereinzustimmen. Die neusten Entwicklungen im Feld der Anbaumethoden werden in unserem Versuchs-Gewächshaus getestet, aber bisher scheint die 'altmodische' Methode noch am besten zu funktionieren. Und damit ist die Entscheidung für uns getroffen," sagt Piet.

Van Vugt Kruiden hat sich in den letzten Jahren auf essbare Blumen spezialisiert. Diese werden als Dekoration und Gewürz genutzt. "Blumen fassen mehr und mehr Fuß als Gewürz. Deswegen suchen wir auch kontinuierlich nach neuen Sorten. Die Produktgruppe ist inzwischen ein integraler Part unseres Sortiments. Es ist eine Herausforderung alle Sorten ganzjährig zu kultivieren," sagt der Unternehmer abschließend. Im letzten Jahr stellte Van Vugt Kruiden eine neue Verpackung mit verbessertem Aussehen und längerer Haltbarkeit vor.


Weitere Informationen:
Van Vugt Kruiden
Piet van Vugt
piet@vanvugtkruiden.nl 

Gipmans Planten / Vitacress Real
Erik Gipmans
erik@gipmans.nl

Ralph Coenen

Erscheinungsdatum: 17.07.2017

 


 

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