Karl-Josef Hortmann, RPZ Rheinische Pilz-Zentrale GmbH:

"Wir ernten an 365 Tagen im Jahr Pilze"

Die Deckers Unternehmensgruppe ist im Bereich der Champignonzucht und des Handels tätig. Die Gruppe ist ein familiengeführtes Unternehmen, mit dem Vater Hans Deckers und seinen Söhnen Marco und Patrick. Alle drei haben ihre eigenen Champignon-Zuchtbetriebe und die dort gezüchteten Champignons werden über zwei regionale Vertriebsgesellschaften vermarktet: Marco, der älteste Sohn, züchtet seit 2004 weiße Champignons  und produziert pro Woche derzeit 170 Tonnen. Patrick Deckers züchtet seit 5 Jahren Pilze, seit 2 Jahren fokussiert er sich ganz auf braune Bio-Champignons. Die Wochenproduktion liegt bei 10 Tonnen.

Der Gründer Hans Deckers ist schon fast 45 Jahre in der Champignonzucht tätig. Er habe damals ganz klein angefangen, erzählt Karl-Josef Hortmann, der Kaufmännische Leiter und Prokurist der beiden Vertriebsgesellschaften. "Heute hat Hans Decker eine Wochenproduktion um die 26 Tonnen braune Champignons. Außerdem ist er an einem Zuchtbetrieb mit 32-35 Tonnen pro Woche beteiligt. In 2014 haben die Herren Deckers in Bürstadt einen gemeinsamen Champignonzuchtbetrieb errichtet. Dort werden pro Woche um die 120 Tonnen braune und weiße Champignons gezüchtet."

Die Vermarktung läuft über die zwei Vertriebsgesellschaften der Gruppe: Die Rhein-Neckar Pilze in Bürstadt (Südhessen), für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Saarland und Bayern und die Rheinische Pilz-Zentrale in Geldern in Nordrhein-Westfalen und die angrenzenden Bundesländer. "Wir wollen dem Handel gegenüber deutlich machen, dass es sich bei unseren Produkten um regionale Erzeugnisse handelt, und nicht um Ware aus dem norddeutschen Raum oder dem Ausland." Von Geldern und Bürstadt aus läuft die Verpackung, Kommissionierung und Auslieferung an die Kunden. Der wöchentliche Absatz der beiden Firmen beläuft sich auf durchschnittlich 400 Tonnen Frischware.

Jahrrund frische, regionale Ware
Die Hauptsaison für Pilze sei die Weihnachtszeit, so der Experte: "Um die Feiertage herum liefern wir gut 600 Tonnen pro Woche aus." Zu dieser Zeit werden Pilze aus regionalem Anbau, aber auch aus dem Ausland, aus Polen und den Niederlanden, zugekauft. Die Beliebtheit von Pilzen in den Wintermonaten hänge mit der geringen Verfügbarkeit anderer regionaler, frischer Gemüsesorten zusammen. "Unsere Pilze sind das ganze Jahr über frisch verfügbar. Sie wachsen 365 Tage im Jahr, und werden auch an 365 Tagen geerntet und an 363 Tagen ausgeliefert." Die saisonalen Schwankungen seien außerhalb der Weihnachtszeit allerdings nicht sehr extrem.

Regionale Produktion, regionale Produkte
Regionalität sowie Produktion und Handel aus einer Hand sind für den Lebensmitteleinzelhandel sehr attraktiv. "Unsere Kunden möchten für das Segment ungern fünf verschiedene Lieferanten sondern einen Lieferanten für alles – darum handeln wir auch mit den exotischen Pilzen wie Shiitake, Austernpilzen und Kräuterseitlingen." Diese runden das Gesamtpaket ab. "Wir legen Wert darauf, dass regionale, frische Pilze auf den Markt kommen. Was heute geerntet wird, wird spätestens am nächsten Morgen verpackt und ausgeliefert und ist schon übermorgen in den Regalen unserer Kunden." Die Unternehmensgruppe beliefert mit ihren Produkten alle namhaften Lebensmitteleinzelhandels- und Discounterketten in Deutschland.

Dieser Fokus auf Regionalität spiegelt sich auch in der Zukunft der Firma wieder: "Künftig werden wir aber über ein anderes Unternehmen, an dem die Herren Deckers ebenso beteiligt sind, eigene Exotenpilze züchten und vertreiben. Das werden hauptsächlich Austernpilze und Shiitake sein, zu einem späteren Zeitpunkt auch  Kräuterseitlinge." Die Gruppe vertreibt des weiteren auch Trockenpilze, also Pfifferlinge und Steinpilze. Hierbei handelt es sich aber um reine Handelsware.

Familienbetrieb
"Wir legen großen Wert darauf, dass die Unternehmensgruppe ein Familienbetrieb ist und kein Konzern im klassischen Sinne", sagt Hortmann. "Wir liefern und produzieren nach Kundenwünschen. Auch durch die schnelle Anpassung an die Kundenwünsche konnte die Deckers-Gruppe so  in den letzten Jahrzehnten wachsen." Die frisch geernteten Champignons werden im Unternehmen nach Kundenwünschen verpackt, kommissioniert und ausgeliefert: "Die Art und Ausstattung der Verpackung ist individuell nach Kundenwunsch geregelt." Bei den Verpackungsgrößen zeige sich ein Trend hin zu kleineren Gebinden mit 350g oder weniger statt den traditionellen Schalen mit 500-600g.

Hans Deckers mit seinen Söhnen Marco und Patrick.

Im Allgemeinen gibt es bei den Champignons ein Wachstum. Hortmann erläutert, dass der pro Kopf Konsum generell steigen würde. Der Anstieg der Nachfrage bei konventionellen Erzeugnisse sei dabei wesentlich deutlicher als der der Bioprodukte. "Bei den Pilzen gibt es in Deutschland einen Selbstversorgungsgrad von ca. 60%, wir gehen von einem Potenzial von 80% aus – also gibt es noch viel Raum für Wachstum. Ein gewisser Prozentsatz wird vom Einzelhandel vermutlich auch weiterhin aus dem Ausland gedeckt werden, da die Preise der ausländischen Produkte meist günstiger ausfallen."

Die Relevanz von Convenience-Produkten ist der Firma klar. Neben geschnittenen Champignons testet man unterschiedliche verarbeitete Frischprodukte, wie die Champidelle – eine fleischfreie Frikadelle, hergestellt aus Pilzen. "Nun müssen wir abwarten, wie das Produkt bei den Kunden und Konsumenten angenommen wird." Letztendlich ist das wichtigste Ziel für das Unternehmen die Kundenzufriedenheit: "Das ist auch unser Motto: Wir sind erst zufrieden, wenn unsere Kunden zufrieden sind."

Für weitere Informationen:
Karl-Josef Hortmann
RPZ Rheinische Pilz - Zentrale GmbH
Milchweg 66
47608 Geldern
Tel: +49 2831974320
E-mail: KJ.Hortmann@rhpz.de


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